Wohl keine Ausleihe

Green will jetzt unter Guardiola durchstarten

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Julian Green hat das letzte WM-Tor der USA erzielt.

München - Tolles WM-Debüt und trotzdem ausgeschieden. Julian Green hat bei der WM auf sich aufmerksam gemacht und will jetzt bei den Bayern-Profis durchstarten.

Es hätte so schön sein können. US-Coach Jürgen Klinsmann setzt in der zweiten Hälfte der Verlängerung alles auf eine Karte und bringt Bayern-Youngster Julian Green. Unmittelbar nach seiner Einwechslung zahlt der Außenstürmer der kleinen Bayern das Vertrauen zurück und markiert per Direktabnahme den 1:2-Anschlusstreffer. Durch das Traumtor wittern die Amerikaner noch einmal Morgenluft. Green bringt Schwung in die Partie, glänzt mit einigen guten Aktionen, doch nach 120 intensiven Minuten scheidet er mit seiner Mannschaft trotz weiterer Chancen auf den Ausgleich doch aus.

Damit ist für Green und das US-Team die WM am Zuckerhut beendet. Der 19-Jährige wird sich zunächst in den wohlverdienten Urlaub verabschieden. Und dann? Er hat beim FC Bayern noch einen Vertrag bis Ende Juni 2017. In der verganenen Saison zählte er im Regionalliga-Team zu den Leistungsträgern und erzielte in 22 Spielen 14 Tore. Unter Pep Guardiola durfte er am 27. November ihn in der Champions-League-Begegnung bei ZSKA Moskau bisher einmal Profi-Luft schnuppern. In der Bundesliga reichte es bis dato nur für die Bank.

Irgendwie ist es schwer vorstellbar, dass ein WM-Teilnehmer und US-Nationalspieler auch in der kommenden Saison in der Regionalliga Bayern spielt. Nach Informationen von Fussball Vorort ist Green in der kommenden Saison auch nicht mehr für die zweite Mannschaft des Rekordmeisters vorgesehen. Er soll und wird demnach seine Chance bei den Profis suchen und will dort Fuß fassen. Seit dem 1. Januar hat Green eine Profivertrag. In Absprache mit dem FC Bayern wurde damals entschieden, dass er bei der inzwischen knapp gescheiterten Mission "Aufstieg in die 3. Liga" weiterhin für die kleinen Bayern auf Torejagd geht. Im Ligaendspurt fehlte er zunächst wegen einer Verletzung, ehe er ins Trainingslager der USA reiste.

Obwohl die Elf von Trainer Erik ten Hag auch in der kommenden Runde das Ziel hat, Meister in der Regionalliga zu werden und aufzusteigen, muss der Niederländer wohl auf die Dienste des US-Nationalspielers verzichten. Die Ansprüche bei Green sind in den vergangenen Wochen sicherlich gestiegen. "Es macht Spaß zu sehen, wie er wächst", lobte Trainer Klinsmann seinen Schützling nach dem WM-Aus. Deshalb wird auch der US-Coach gesteigertes Interesse daran haben, dass Green den nächsten Schritt in seiner Entwicklung geht. Die "aufregenden jungen Spieler, die nachkommen", sollen nach Willen des ehemaligen Bundestrainers bei der WM 2018 erneut für Furore sorgen.

Obwohl schon so oft vom FC Bayern praktiziert, ist eine Ausleihe Greens wohl erstmal nicht geplant. Diesen Weg gingen beispielsweise Philipp Lahm (VfB Stuttgart), Toni Kroos (Bayer Leverkusen) und David Alaba (1899 Hoffenheim). Der Durchbruch der heutigen Stammspieler gelang zunächst in der Fremde. Inzwischen sind sie beim FC Bayern zu Weltstars gereift.

Allerdings scheint Trainer Pep Guardiola heiß auf den Rohdiamanten zu sein und selbst ausbilden zu wollen. Green will den Kampf annehmen und trotz großer Konkurrenz bei den Profis durchstarten. Die Chancen stehen vielleicht gar nicht so schlecht. Mario Mandzukic wird den Verein aller Voraussicht nach verlassen. Damit hätte der Spanier mit Lewandowski und Pizarro nur noch zwei Stürmer im Kader. Auch ein Rolle als Backup für Superstar Franck Ribéry ist denkbar. Der an Rückenproblemen laborierende Franzose konnte in der Rückrunde nur selten seine Topform abrufen. Bei Green könnte der Flügelflitzer mithelfen, ihn als potentiellen Nachfolger für die Zukunft aufzubauen.

Aufschluss bringt wohl erst der offizielle Trainingsstart des Doublesiegers am 9. Juli. Green wird dann sicherlich noch nicht an der Säbener Straße sein, sondern den verlängerten WM-Urlaub genießen.

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