Ancelotti übernimmt von Guardiola

Startelf, Kader, Talente: Das könnte sich bei Bayern ändern

FC Bayern, Carlo Ancelotti, Pep Guardiola
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Pep Guardiola (l.) wird von Carlo Ancelotti im Sommer 2016 beim FC Bayern abgelöst.

München - Im Sommer endet beim FC Bayern die dreijährige Amtszeit von Pep Guardiola. Dann übernimmt Carlo Ancelotti das Zepter. Wie könnte die Startaufstellung aussehen? Wir haben in die Glaskugel geschaut.

Die Trainerfrage beim FC Bayern ist geklärt. Allerdings bleibt die Frage spannend, inwiefern sich die Münchner in Zukunft verändern werden. Welches System lässt Carlo Ancelotti beim Rekordmeister spielen? Mit welchen Profis wird er arbeiten? Wir haben in die Glaskugel geschaut und Antworten auf diese Fragen überlegt.

Startelf

Im Tor wird Carletto mit nahezu großer Wahrscheinlichkeit nichts ändern. Wieso auch? Dort steht mit Manuel Neuer der weltbeste Torhüter. In der Abwehr wird es jedoch interessant. Dreierkette, Viererkette, bei Guardiola wusste der Gegner selten, woran er ist. Das könnte sich unter Ancelotti ändern. Der Italiener setzt meist auf eine Stammelf und rotiert in gewissenhaften Dosen. In den vergangenen fünf Jahren spielte Ancelotti meist mit einer Viererkette. Ebenso ist fraglich, wo der Italiener künftig die Außenverteidiger der Triple-Saison Philipp Lahm und David Alaba sieht. Ob und wie er den Trend Guardiolas fortführt, wird sich im Sommer zeigen. Eines ist aber sicher: Jerome Boateng wird eine tragende Rolle übernehmen. Immerhin verlängerte der deutsche Innenverteidiger bis zum Jahr 2021.

Im Mittelfeld und der Offensive hat auch Ancelotti die Qual der Wahl. Ein Sechser, zwei Sechser, drei Offensive, zwei Außen und zwei Stürmer? Fest steht: Xabi Alonso hat bis 2017 verlängert. Der Spanier wird sein letztes Jahr in München wohl kaum als Bankdrücker verbringen, und anscheinend war es ein Wunsch des Italieners, den Routinier zu halten. 

Dass Ancelotti auf schnelle Flügelspieler setzt, wird wohl keine Überraschung sein. Der Italiener steht vor der großen Aufgabe, die alternden Stars wie Franck Ribéry und Arjen Robben schleichend durch die Nachfolger - so wie es aussieht werden es Coman und Costa - zu ersetzen. Doch wie steht es um den WM-Finaltorschützen Mario Götze? Für ihn muss Moderator Ancelotti eine Rolle finden. Bei Guardiola stand der 23-Jährige - zu seiner eigenen Enttäuschung - selten in wichtigen Spielen in der Startaufstellung.

Im Angriff war es Ancelotti ein großes Anliegen, dass er mit Robert Lewandowski arbeiten kann. Auch auf Thomas Müller kann der neue Coach bauen. Der Bayer verlängerte unlängst seinen Vertrag bis 2021.

Ancelotti kann somit wie bei seinen vorherigen Trainerstationen auf ein hervorragendes Spielermaterial zurückgreifen. Dementsprechend wird er auch sein System anpassen. In seiner letzten Saison beim AC Milan ließ er sein Team meist in einem 4-4-2 oder 4-5-1 auflaufen. Bei Paris und Real war ein 4-4-2 mit einer Doppel 6 beziehungsweise ein 4-4-3 die beliebesten Formationen.

Mögliche Startformation ohne Neuzugänge: Neuer - Lahm, Boateng, Martinez, Alaba - Robben, Alonso, Thiago, Costa - Müller, Lewandowski.

Kader

Wie bereits erwähnt, haben mit Javi Martinez, Jerome Boateng und Thomas Müller drei wichtige Leistungsträger des FC Bayern kurz vor Weihnachten ihre Kontrakte langfristig bis 2021 verlängert. Spieler wie Arjen Robben, Franck Ribéry und Philipp Lahm werden wohl ihre großen Karrieren in zwei bis drei Jahren in München beenden. Mit Joshua Kimmich, Douglas Costa, David Alaba, Mario Götze und Thiago stehen die künftigen Titeljäger bereits im Kader. Auch Kingsley Coman, der derzeit von Juventus Turin ausgeliehen ist, entwickelt sich prächtig und könnte im Jahr 2017 für rund 20 Millionen Euro gekauft werden.

So lange laufen die Verträge der Bayern-Stars

In den Medien kursieren zahlreiche Gerüchte um potenzielle Neuzugänge. Namen wie die der Real-Spieler Gareth Bale, Toni Kroos oder Luca Modric sind gefallen. Aber auch einige Angreifer aus der italienischen Liga wie Gonzalo Higuain, Lorenzo Insigne oder Paolo Dyballa wurden mit dem FC Bayern in Verbindung gebracht. Zudem ist über einen Wechsel von Chelsea-Star Cesc Fabregas an die Isar spekuliert worden.

Ob das wirklich eine geforderte Einkaufsliste von Ancelotti ist oder nicht, wird man im Sommer sehen. Fakt ist aber, dass die Münchner in der jüngeren Vergangenheit - speziell seit Michael Reschke als Technischer Direktor im Amt ist - ihre Transferaktivitäten heimlich, still und leise durchgezogen haben.

Spielweise

Unter Pep Guardiola haben die Münchner ihr Ballbesitzspiel nahezu perfektioniert. Spiele mit 70 Prozent am Ball waren keine Seltenheit. Was sich an der Spielweise des FC Bayern ändern könnte, haben wir bereits in einem weiteren Artikel unter die Lupe genommen.

Talente

In seiner bisherigen Laufbahn gilt Ancelotti nicht unbedingt als Feiler von Rohdiamanten. Seine große Stärke ist es, eine große Truppe von Stars zu leiten, ohne dass es allzu große Schwierigkeiten gibt. Das soll aber nicht heißen, dass der Italiener keine jungen Spieler aufbauen kann. So gehörten Raphael Varane in Madrid oder Marco Veratti bei PSG zur Stammelf. Das dürften etwa Joshua Kimmich oder der verliehene Pierre-Emil Hojbjerg gerne hören.

Nach drei Jahren Pep Guardiola wird beim FC Bayern im Sommer eine neue Ära eingeleitet. Die Fans der Roten dürfen gespannt sein, wie sich das Team und die Spielweise unter Carlo Ancelotti verändern wird.

Michael Sapper

Michael Sapper

E-Mail:michael.sapper@merkur.de

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