Merkwürdige Personalien beim 0:1 in Dortmund

Vercoacht? Ancelottis Wechsel sorgen für Verwunderung

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Philipp Lahm wollte die Entscheidung Ancelottis nicht explizit kritisieren, war aber sichtlich angefressen.

München - Hat sich Carlo Ancelotti im Ligagipfel gegen Borussia Dortmund vercoacht? Nicht nur die Auswechslung seines Kapitäns Philipp Lahm sorgte für Verwunderung.

Es ist ja nicht so, dass sich Philipp Lahm nicht über die ein oder andere Pause freuen würde. Mit seinen 33 Jahren ist der Kapitän des FC Bayern nicht mehr der jüngste, seine aktive Karriere neigt sich dem Ende zu. Trainer Carlo Ancelotti nimmt auf diese Befindlichkeiten Rücksicht und lässt Lahm auch ab und zu mal außen vor. Bislang allerdings immer in Partien gegen nicht ganz so ernstzunehmende Gegner. Dass Ancelotti am Samstagabend im Ligagipfel nach 68 Minuten seinen Kapitän opferte, erstaunt daher nicht nur den Spieler selbst.

Lahm zur Auswechslung: „Da müssen Sie den Trainer fragen“

Zumal der italienische Fußballlehrer Lahm nicht zugunsten einer neuen taktischen Formation opferte, sondern auf der Position des Rechtsverteidigers eins zu eins durch Rafinha ersetzte. Angeschlagen war der FCB-Kapitän jedenfalls nach eigener Auskunft nicht. „Ich hatte keine Probleme. Da müssen Sie den Trainer fragen. Ich bin nicht für Ein- oder Auswechslungen zuständig. Es spielt keine Rolle, ob ich überrascht war oder nicht“, sagte Lahm nach dem 0:1 bei Sky. Etwas später klang das Ganze schon etwas diplomatischer: „Ich habe seit meinem fünften Lebensjahr gelernt, dass man die Entscheidung des Trainers zu akzeptieren hat.“

FC Bayern verliert gegen den BVB: Zwei Fünfer, eine Zwei

Im Gegensatz zu Lahm darf man als Außenstehender die Entscheidung Ancelottis allerdings durchaus hinterfragen. Qualitativ brachte der Tausch Rafinha gegen Lahm jedenfalls nichts. Die Sinnhaftigkeit der Maßnahme, den eigenen Kapitän bei einem solchen Spielstand vom Feld zu nehmen und seiner Mannschaft damit einen Stabilitätsfaktor zu entziehen, erschließt sich weder auf den ersten noch auf den zweiten Blick.

Hereinnahme von Costa und Sanches bringt keinen Erfolg

Auch die anderen Personalumstellungen, die Ancelotti während der zweiten Hälfte in Dortmund vornahm, zeigten wenig bis gar keinen Erfolg. Bereits in der 58. Minute brachte der Trainer Douglas Costa ins Spiel. An sich eine vertretbare Überlegung, fehlte den Bayern in der gegnerischen Hälfte doch eine zündende Idee oder mal eine gewonnene Eins-gegen-Eins-Situation, um die dicht gestaffelte BVB-Abwehr zu überwinden. Für Costa opferte Ancelotti den Aktivposten Kimmich (91 Prozent Passquote, 83 Prozent gewonnene Zweikämpfe), um eine taktische Veränderung vorzunehmen. Costa übernahm nämlich die Offensivposition im rechten Mittelfeld, Thomas Müller wechselte dafür in die Zentrale und stellte damit ein 4-2-3-1-System her. Doch auch diese Maßnahme zeigte nicht den gewünschten Effekt. 

Pressestimmen: „Auba pumpt die Bayern weg“

Der letzte Wechsel schließlich zeigte die Misere, in der der FC Bayern und sein Trainer stecken: Ancelotti fehlten aufgrund der Verletzungen von Arjen Robben, Kingsley Coman und Arturo Vidal schlicht die offensiven Alternativen, um in der Schlussphase nochmal für frischen Wind zu sorgen. Lediglich Julian Green saß als gelernte Offensivkraft noch auf der Bank. Dem traute Ancelotti aber offenbar nicht die Wende zu und brachte stattdessen in der 74. Minute Renato Sanches für den platten Xabi Alonso. Einzig nennenswerte Aktion des jungen Portugiesen: Er holte sich eine Gelbe Karte ab. Ansonsten war vom Europameister wenig zu sehen.

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