Das letzte Stündlein hat geschlagen ...

FCB und BVB wollen DFB-Pokal als Heilmittel für die Saison

Berlin - Der DFB-Pokal wäre sowohl für den FC Bayern, als auch für Borussia Dortmund ein wahres Heilmittel. Es ist zudem das letzte Stündlein für Pep Guardiola und Mario Götze.

Das letzte Stündlein schlägt am Samstagabend in Berlin. Das von Mats Hummels als Spieler von Borussia Dortmund, das von Pep Guardiola als Trainer des FC Bayern und auch das der diesjährigen Saison für den FCB. Das bisherige Fazit nach der historischen vierten Meisterschaft in Folge: gut. Damit sich Pep am Sonntag aber gebührend (und diesmal vielleicht auch mit ein paar Worten) vom Rathausbalkon aus von den Fans des Rekordmeisters verabschieden kann, muss das Double her. Im Weg am Sonnabend (20 Uhr, bei uns im Live-Ticker) im Berliner Pokalfinale: der ewige Rivale. Der BVB. Schwarzgelb gegen Rot. Der Einsatz ist hoch, aber jetzt oder nie: Alles auf Rot!

Was da auf die Bayern zukommt, brachte Thomas Müller auf den Punkt. Der Ur-Bayer erwartet die Borussen „mit dem Messer zwischen den Zähnen“, spricht von „Abnutzungskampf“ und „Extrakick“. Und den dürfte mit enormer Sicherheit auch Guardiola verspüren. Exakt 1062 Tage nach seiner ersten Pressekonferenz in der Allianz Arena geht die Ära Pep in München zu Ende und nach drei Halbfinal-K.o.‘s in der Königsklasse in Folge ist er sich bewusst, dass er den Stempel des Unvollendeten nur ablegen kann, wenn er sich mit dem Double aus München verabschiedet.

Nicht anders sieht es bei den Mannschaften aus. Es geht darum, „aus einer guten eine sehr gute Saison“ zu machen, wie Kapitän Philipp Lahm am Donnerstag unterstrich. Und zwar nicht ausschließlich für die Roten. Der BVB hat in der Bundesliga die zweitmeisten Punkte seiner Geschichte erzielt, gereicht hat es jedoch nur für Platz zwei hinter Bayern. Pierre-Emerick Aubameyang hat satte 25 Tore geschossen, gereicht hat es auch nur für Silber hinter Robert Lewandowski (30). Und die Bayern? Haben zwar die Rekordschale geholt, das bittere Aus gegen Atlético liegt aber nach wie vor schwer im Magen. Das Heilmittel im Westen wie im Süden: Der Pokal!

Bayern - Dortmund: So endeten die vergangenen Duelle

„Ich bin glücklich, wenn ich am Sonntag nochmal auf den Balkon darf“, sagte Franck Ribéry. „Aber wir müssen gewinnen, um dahin zu kommen.“ Wenn nicht, muss sich ein gewisser Mats Hummels seine Zeit gut einteilen. Erst den BVB-Fans am Borsigplatz sein goldenes Abschiedsgeschenk präsentieren, dann die Umzugskartons befüllen, die er sich neulich besorgt hatte, und bis zum Start des DFB-Traininigslagers am Dienstag in Ascona vom Pott nach Schwabing ziehen. Die Frage, ob sich der Bald-Bayer gegen Bayern aus dem Konzept bringen lässt, bleibt jedoch bis Abpfiff. „Mats ist ein Profi“, so Robert Lewandowski. „Aber es wird keine leichte Aufgabe für ihn.“ Für ihn und für den gesamten BVB. 0:1 bei der Frankfurter Eintracht, 2:2 gegen Köln - „von unserer Topform“ sieht Borussen-Trainer Thomas Tuchel seine Mannschaft derzeit „so weit entfernt wie nie“. Aber tief stapelt es sich im Westen bekanntlich am besten. So lange, bis das letzte Stündlein endgültig geschlagen hat.

FC Bayern – Borussia Dortmund: Der tz-Vergleich

FC Bayern

Borussia Dortmund

Gründung

27. Februar 1900

19. Dezember 1909

Präsident

Karl Hopfner (seit 2014)

Reinhard Rauball (seit 2004, 1979-82)

Klubchef

Karl-Heinz Rummenigge (seit 2002)

Hans-Joachim Watzke (seit 2005)

Mitglieder

280.000

120.000

Stadion

Allianz Arena (75.000)

Signal Iduna Park (80.667)

Marktwert Kader:

572,6 Millionen Euro

321,2 Millionen Euro

Aktuelle Transferbilanz (Quelle: transfermarkt.de)

-55,5 Millionen Euro

+22,8 Millionen Euro

Nationalspieler

15

17

Legionäre

16 (59,3%)

11 (45,8%)

Teuerster Spieler

J. Martínez (40 Mio.)

H. Mchitarjan (27,5 Mio.)

Umsatz

523,7 Millionen Euro

276 Millionen Euro

Gewinn (nach Steuern)

23,8 Millionen Euro

5,5 Millionen Euro

Eigenkapital

411,5 Millionen Euro

286,1 Millionen Euro

Erlöse Merchandising

101,7 Millionen Euro

39,3 Millionen Euro

Erlöse Sponsoring

113,9 Millionen Euro

75,7 Millionen Euro

Rubriklistenbild: © dpa, Imago

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