Neuer Trainer, alte Probleme

Ancelotti gehen die Spieler aus - kommt jetzt doch noch wer?

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Verletzt sich hoffentlich nicht auch noch: Bayern-Coach Carlo Ancelotti - hier artistisch.

München - Es schien, als hätte Carlo Ancelotti ein Luxusproblem in der Offensive. Auf der Außenbahn tummelten sich gleich vier Spieler von internationalem Format - jetzt fallen drei von ihnen schon verletzt aus. Handlungsbedarf?

Neuer Trainer, alte Probleme. So könnte man die Situation bei den Bayern momentan beschreiben. Seit Mittwoch befindet sich neben Arjen Robben und Douglas Costa auch Kingsley Coman nach Vereinsangaben "bis auf Weiteres" im Krankenstand. Fit ist auf dieser Position nur Franck Ribéry.

Fans schimpfen - "Das geht ja wieder gut los"

Folge der kraftraubenden Vorbereitung unter Neu-Coach Carlo Ancelotti? Dessen Vorgänger Pep Guardiola hatte man in München immer vorgeworfen, seine Spieler zu sehr zu fordern, zu intensiv zu trainieren - um sie auf den Punkt fit zu bekommen. Unter dem väterlichen Ancelotti sollten die Verletzungssorgen des Rekordmeisters endgültig zu den Akten gelegt werden - jetzt fehlen drei von vier Außenstürmern. Alles, wie gehabt also. Die Saison hat noch gar nicht richtig angefangen und den Bayern gehen die Spieler aus. Denn: Neben den genannten fehlen auch Innenverteidiger Holger Badstuber und Europameister Renato Sanches. Die Fans regen die vielen Verletzten auf. In sozialen Medien und Foren machen sie ihrem Ärger Luft: "Das geht ja wieder gut los", schreibt "Zefix" (unter passendem Spitznamen) in den tz.de-Kommentaren. Andere mutmaßen, dass die aktuelle Lage auf die Vergangenheit zurückzurühren ist. "Und wer ist schuld", fragt einer. "Pep Guardiola".

Was, wenn Ribéry ausfällt?

Fakt ist: Lediglich Franck Ribéry steht auf der linken Außenbahn noch zur Verfügung - und dessen Verletzungs- und Kartenanfälligkeit sind hinlänglich bekannt (spätestens seit dem Supercup-Finale am Wochenende). Rechts dürfte Thomas Müller gesetzt sein, der eigentlich als hängende Spitze vorgesehen ist. Viel Spielraum für Rotation bleibt da nicht.

Grund für die Bayernführung also, personell noch aktiv zu werden? Dazu wollte sich der Verein bisher nicht äußern. Wohl auch, weil Bayerns vergangenen Last-Minute-Zukäufe eher weniger erfolgreich waren. Fans erinnern sich mit Grausen an Spieler wie Massimo Oddo oder Serdar Tasci. Fraglich auch, ob es auf dem ohnehin überhitzen Markt überhaupt Außenstürmer gibt, die das Format haben, dem Rekordmeister sofort zu helfen. Denn: Bayern entschied sich bewusst gegen weiteren Zukäufe. Man bemühte sich im Sommer zwar halbherzig um Schalkes Top-Talent Leroy Sané, ließ dann aber Manchester City gewähren. Ein Fehler? Immerhin: Vielleicht halten sich die Bayernbosse mit Aussagen zu Paniktransfers aber auch zurück, weil es so aussieht, als würden Coman, Robben und Costa im September wieder voll einsatzfähig sein.

Randnotiz oder ernsthaftes Problem?

Den Bayern steht eine harte Saison mit vielen Spielen ins Haus. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass gerade in der entscheidenden Phase oft viele Akteure verletzt ausfielen und das Team - gerade in der Champions League - oft nicht in seiner besten Besetzung auftreten konnte. Bis zum 31. August ist das Transfer-Fenster noch geöffnet. So lange können Vereine personell nachjustieren. Die Fans jedenfalls wünschen sich Verstärkungen: "Bayern sollte noch 1-2 Spieler kaufen", fordert tz-User Brian Benz. Zuletzt waberte immer wieder der Name James Rodriguez von Real Madrid um die Säbener Straße. Insgesamt bleibt abzuwarten, ob die Blessuren der Saison-Frühphase sich als ärgerliche Randnotizen entpuppen oder ob uns das Bayern-Lazarett weiterhin beschäftigt. 

Text: Markus Ehrlich

Potentielle Neuzugänge für die Bayern? Wir haben mal einige Kandidaten gecheckt.

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