FCB-Coach weist Kritik zurück 

Ancelotti: „Meine Spieler werde ich nicht bestrafen“

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Harter Blick, sanftes Gemüt: Bayerns Mister Ancelotti am Montag.

München - Um die Konzentration vor der Partie gegen PSV Eindhoven zu fördern, verbringen Carlo Ancelottis Spieler die Nacht im Hotel.   

Carlo Ancelotti ist eine ehrliche Haut. Durch und durch. Nach drei Spielen ohne Sieg steht der Trainer des FC Bayern am Mittwochabend (20.45 Uhr, Sky, ZDF undbei uns im Live-Ticker) in der Königsklasse gegen die PSV Eindhoven unter Druck – und leugnet das auch nicht. „Das ist ein besonderes Spiel morgen“, meinte der Italiener am Dienstag. Und besondere Spiele erfordern nun mal besondere Maßnahmen, weshalb die Mannschaft auch die Nacht vor der Partie erstmals unter der Regie des 57 Jahre alten Fußballlehrers nicht wie gewohnt in den eigenen vier Wänden verbrachte, sondern im Mannschaftshotel Dolce in Unterschleißheim. Der Grund: Der Mister des FCB will seine Männer einschwören und sie so erneut auf die Siegerstraße bringen – mit Recht, wie Mats Hummels fand. „Das ist hilfreich, um die Sinne zu schärfen“, meinte der Verteidiger. An Ancelottis Wesen wird diese Mini-Krise hingegen nichts ändern. Im Gegenteil: Gerade jetzt bleibt sich Carlo am meisten treu.

„Ich muss das auf Englisch sagen, denn ich muss klar sein“, so Carletto auf tz-Nachfrage, ob die Kritik am (zu?) sanften Umgang des Trainers mit seinen Spielern berechtigt sei. Der Mister weiter: „Ich muss ich selbst sein. Manchmal muss ich schon hart sein, aber ich will meine Spieler nicht bestrafen. Ganz einfach, weil meine Spieler es nicht verdienen, bestraft zu werden. Wenn die Dinge nicht gut laufen, kommt oft das Wort Krise auf, ich denke aber, dass es dafür noch zu früh ist. Wir müssen ehrlich sein und mein Job ist es herauszufinden, was hier zuletzt schief gelaufen ist.“ Aber eben auf Carlos Art.

Und die wirkt. Zumindest auf seine Spieler. Denn anstatt große Reden zu schwingen oder sie zu tadeln, hat es Ancelotti geschafft, dass seine Spieler ihre Fehler von allein erkennen – so wie Mats Hummels zum Beispiel. „Nach dem Frankfurt-Spiel haben wir gesagt, dass es unser Ding ist, also ein Spieler-Ding“, nahm der Weltmeister seinen Trainer aus der Schusslinie. Und weiter: „Wir haben uns überlegt, wo wir ansetzen können, und bereits im Training eine Reaktion gezeigt. Wir haben richtig Gas gegeben. Was Einstellung, Leistungsbereitschaft und Gier angeht, haben wir bei uns auf jeden Fall Verbesserungspotenzial ausgemacht.“

Ob das hilft? „Ich bin kein Magier“, sagte der Trainer in Bezug auf das morgige Ergebnis. Die Denke dieses bodenständigen, in sich gekehrten Mannes setzt sich dafür langsam aber sicher in den Köpfen seiner Spieler fest – und nur dann können sie den Prozess nehmen, den Ancelotti von ihnen will. „Zum Glück habe ich intelligente Spieler, die mich sehr gut verstanden haben. Am Ende sind immer die Spieler die Lösung. Und bin ich mir sicher, dass ihr Auftritt morgen ein anderer sein wird.“ Dann dürfen die Kicker auch wieder daheim schlafen. Bestimmt. Oder Carlo?

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José Carlos Menzel López

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