Nach Sieg gegen Ingolstadt und dem vierten Titel

Darum blieb die große FCB-Party auf dem Rasen aus

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Mit den Fans feierten die Bayern-Stars zumindest für ein paar Minuten.

Ingolstadt - Historisch, aber nicht euphorisch feierte der FC Bayern seinen vierten Titel in Folge. Das hatte einen ganz bestimmten Grund.

Gefühlt war diese Meisterschaft schon seit Wochen fix, doch selbst am Samstagnachmittag wollte der FC Bayern noch nicht so recht in Partystimmung verfallen. Erst in der Nachspielzeit, als aus dem Auswärtsblock ein lautes „Deutscher Fußballmeister FCB“ durch den Ingolstädter Audi Sportpark hallte, formierte sich die Auswechselbank der Münchner zur Jubelkette. Eine Minute später pfiff Florian Meyer die Partie ab, die 26. Meisterschaft war dem FCB jetzt auch rechnerisch nicht mehr zu nehmen. Feuer frei zur Feierei – doch die dauerte bei den Bayern gerade mal zehn Minuten.

Auf dem Zaun inthronisierte Thomas Müller via Megafon eine Humba und auf dem Rasen legten die Spieler eine kleine Tanzeinlage hin, doch richtige Partystimmung wollte trotz der historischen Meisterschaft nicht wirklich aufkommen. Was nur bedingt an den fehlenden Weißbierduschen und einer Pappschale statt des elf Kilogramm schweren Originals lag, sondern eher an dem schmerzhaften Aus in der Königsklasse am Dienstag. „Wir brauchen nicht groß drumherum reden“, meinte Karl-Heinz Rummenigge, der Henkelpott sei nun mal der „größte aller Klubtitel“. Die Meisterschale zwar immerhin der ehrlichste, doch am Samstag wirkte der vierte Ligatriumph eher schmerzlindernd als historisch. Für Müller war er trotzdem „mehr als eine Genugtuung, denn jetzt wird einem klar, wofür man das ganze Jahr die Knochen hingehalten hat“.

Mit einem CL-Finale im Rücken wäre die Meisterfeier am Samstag womöglich etwas euphorischer ausgefallen, ihre Leistung wollten die Roten dennoch anständig gewürdigt sehen. Zu Recht. „Was wir dieses Jahr wieder geleistet haben, ist überragend“, meinte Müller und auch Lahm freute sich über den historischen Titelgewinn: „Der Rekord war unser Ziel.“ Den Lohn erhielten sie von ihrem Trainer: Pep Guardiola gab seinen Meistern bis Mittwoch frei. „Die Spieler müssen feiern“, erklärte der Spanier, der seine dritte Schale in drei Jahren beim Rekordmeister seinem Vorgänger widmete. „Ich möchte diesen Titel mit Jupp Heynckes teilen. Wir haben etwas Besonderes geschafft. Für mich ist es eine große Ehre, zusammen mit Jupp Heynckes diese vier Titel zu gewinnen“, so der 45-Jährige, der sich wünschte, dem Triple-Trainer von 2013 vor seinem Abschied nach England noch einmal zu begegnen: „Ich hoffe, bevor ich nach England gehe, kann ich ihn sehen und unseren Erfolg feiern.“

Bayern-Feier: Wer sich neben Pep beim Karaoke ins Zeug legte

Das taten die Roten in Ingolstadt übrigens dann doch nicht nur mit Wasser, in der Kabine warteten schon Bier und Schampus auf die Meister. Doch vorbei ist die Saison noch lange nicht, am 21. Mai wartet im Pokalfinale noch der BVB. „Dieses Spiel ist wichtig für uns“, weiß Rummenigge. Und könnte im Erfolgsfall dafür sorgen, dass die Roten in dieser Saison doch noch einmal so richtig feiern können…

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