Nach Götze, Lewy & Hummels

Welcher Dortmunder kommt als nächstes zum FC Bayern?

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Mario Götze, Robert Lewandowski und Mats Hummels wechselten alle von Borussia Dortmund zum FC Bayern - wer ist der nächste?

München - Götze, Lewandowski und zuletzt Hummels - immer wieder wird der FC Bayern auf der Suche nach Verstärkungen bei Borussia Dortmund fündig. Welcher Profi aus dem aktuellen BVB-Kader hätte das Format für den Rekordmeister? Wir machen den Check!

Am Samstagabend treffen im Signal Iduna Park die beiden besten deutschen Mannschaften der vergangenen zehn Jahre aufeinander. Borussia Dortmund empfängt den FC Bayern zum deutschen Clasico!

Ein Duell, das alle Fußballfans in Deutschland bewegt, aber im besonderen natürlich die Anhänger der beiden Klubs. Die Rivalität ist ausgeprägt, auch wenn die Bosse Hans-Joachim Watzke (BVB) und Karl-Heinz Rummenigge (FCB) zuletzt auf gemeinsamen Kuschelkurs gingen.

Watzke: „Bayern holt immer unsere Topspieler“

Doch vor allem die Dortmunder haben es den Bayern übel genommen, dass sie mit Mario Götze (2013), Robert Lewandowski (2014) und zuletzt auch Mats Hummels drei eminent wichtige Spieler vom BVB an die Säbener Straße lockten. Mit Rückkehrer Götze und Sebastian Rode gingen in der vergangenen Wechselperiode zwei Akteure auch mal den umgekehrten Weg. Die schwarz-gelben Fans haben trotzdem das Gefühl, sie würden vom Branchenprimus aus München gezielt geschwächt. „Der Unterschied ist ja, dass Bayern immer unsere Top-Stars holt und wir Spieler, die in München nicht direkt durchgeschlagen haben“, analysiert Watzke in der Sport Bild.

Aus Bayern-Sicht klingt das natürlich etwas anders. Der Rekordmeister ist immer auf der Suche nach Verstärkungen für seinen Kader. Aus welchem Verein diese kommen, ist zunächst mal egal, Hauptsache, sie sind gut genug für den FC Bayern. Wir haben uns im Dortmunder Ensemble umgesehen und vier Kicker herausgepickt, die allesamt das Potenzial hätten, auch beim FC Bayern in der Startelf zu stehen.

Raphael Guerreiro

Raphael Guerreiro.

Als Guerreiro während der EM groß aufspielte, lachten sie sich beim BVB in Fäustchen. Denn bereits weit vor der Endrunde waren sich die Schwarz-Gelben mit dem Linksverteidiger, der die französische und portugiesische Staatsbürgerschaft besitzt, über einen Wechsel einig. Der 22-Jährige kam für zehn Millionen Euro vom FC Lorient und hat in Dortmund einen Vertrag bis 2020 unterschrieben. Guerreiro bzw. Raphael, wie er in Portugal nur genannt wird, könnte sich zum Königstransfer des BVB entwickeln. Denn ähnlich wie Philipp Lahm kann der nur 1,70 Meter große Profi nicht nur hinten links, sondern auch im zentralen Mittelfeld glänzen. Zudem schlägt er hervorragende Standards.
Der Journalist Duarte Monteiro, stellvertretender Direktor von Portugals größtem Fußballportal zerozero.pt, traut Guerreiro Großes zu. „Raphael hat ohne Zweifel die Qualität, um für den FC Bayern zu spielen. Er gehört im Moment zu den zwei bis drei besten Außenverteidigern in Europa und verfügt zudem über das Plus, auf verschiedenen Positionen einsetzbar zu sein. Mit dem mit Portugal gewonnenen Europameistertitel hat er außerdem jetzt auch das Selbstvertrauen, um mit den großen Stars auf Augenhöhe zu agieren. Cristiano Ronaldo hat schon gesagt, dass er Raphael gerne bei Real Madrid sehen würde.“ Monteiro, der erst kürzlich vor dem Revierderby Raphael zum ausführlichen Interview traf, weiß: „Er hat schon ganz früh in seiner Karriere gesagt, dass Real sein großes Ziel ist. Daran sollten der BVB und auch der FC Bayern denken. Allerdings fühlt er sich derzeit in Dortmund ziemlich wohl und bereut nicht, im Sommer dem FC Barcelona einen Korb gegeben zu haben.“

Einschätzung: Sollte Guerreiros steiler Formanstieg seine Fortsetzung finden, wird der BVB ihn nicht mehr lange halten können. Mit seinen Fähigkeiten wäre er auch für Bayerns Starensemble ein Gewinn.

Ousmane Dembélé

Ousmane Dembélé.

Wie bei Guerreiro war der BVB auch bei Dembélé schneller als die Konkurrenz, beinahe jeder europäischer Topverein streckte im Frühjahr 2016 die Fühler nach dem 19-jährigen Franzosen von Stade Rennes aus - auch der FC Bayern. „Ich kann bestätigen, dass wir - wie übrigens auch Barcelona - Interesse hatten. Und wir haben auch mit dem richtigen Berater gesprochen. Dass sich Dembélé dann für Dortmund entschieden hat, lag sicher auch daran, dass er sah, dass bei uns ein Ribéry, ein Robben, ein Coman oder ein Costa spielt - da wird es dann schon eng“, plauderte Bayern-Boss Rummenigge in der Sport Bild aus.
Dembélé ist schnell, trickreich, beidfüßig und torgefährlich - Eigenschaften, die ihn auch zukünftig für den FC Bayern interessant machen. „Eines Tages wird er auf der Shortlist für den Ballon d’Or stehen“, glaubt Frankreichs Ex-Nationalspieler Mikael Silvestre: „Ich habe Cristiano Ronaldo im gleichen Alter gesehen, als er in Manchester ankam, und Ousmane hat ähnliche Fähigkeiten.“ Die Zeit von Franck Ribéry und Arjen Robben beim FCB neigt sich bekanntlich dem Ende zu, wenn nicht im nächsten, dann wohl spätestens im übernächsten Jahr. Dembélé  steht bis 2021 beim BVB unter Vertrag.

Einschätzung: Der FC Bayern war bereits interessiert und wird es weiterhin bleiben. Dazu sind Dembélés Fähigkeiten zu begehrt. Wie bei Guerreiro dürfte der BVB auch für den jungen Franzosen nur eine Durchgangsstation sein. Bleibt die Frage, ob sich der FC Bayern künftig im Werben um den Youngster dann gegen die europäische Konkurrenz durchsetzen kann.

Julian Weigl

Julian Weigl.

Als „Mensch gewordene Passmaschine“ wird der junge Bayer auf der BVB-Homepage beschrieben. Nach seinem Wechsel im vergangenen Jahr vom Zweitligisten zum Vizemeister (Vertrag bis Sommer 2019) startete Weigl so richtig durch, wurde Stammspieler und schaffte es als einziger Dortmunder sogar in den EM-Kader von Jogi Löw. Weigls Vorbild ist Toni Kroos, seine Spielanlage ähnelt der des Weltmeisters in Reihen von Real Madrid. Dazu verfügt der in Bad Aibling geborene Mittelfeldmann über eine gute Balleroberung und ein resolutes Zweikampfverhalten. Beim BVB ist er auf der Sechserposition gesetzt.
Seine fußballerische Ausbildung genoss der 21-Jährige beim TSV 1860 München - seine Qualitäten blieben auch den Spähern des Rekordmeisters nicht verborgen. Warum also sicherte man sich nicht schon vor einem Jahr die Dienste des hoch veranlagten Talents aus der Nachbarschaft? "Das ist ja auch ein Thema für sich. Wenn Bayern München einen Spieler von 1860 München holt, dann ist es ja immer auch ein großes Lamento. Das hat hier vielleicht auch eine Rolle gespielt", erklärt Rummenigge die Gedankenspiele des FC Bayern.

Einschätzung: Weigl hat in Dortmund gezeigt, welche Qualitäten in ihm schlummern und sie dank seiner guten Mitspieler auch zur Geltung gebracht. Als einer der kommender Sechser der deutschen Nationalmannschaft ist Weigl sicher auch für den FC Bayern interessant. Hinzu kommt seine bayerische Herkunft. Sollte er vom BVB zu den Bayern wechseln, dürfte ihm in der roten Anhängerschaft wohl auch keiner mehr seine blaue Vergangenheit zum Vorwurf machen. Allerdings steht Weigl bei vielen Topklubs auf dem Zettel - unter anderem beim FC Barcelona.

Christian Pulisic

Christian Pulisic.

Wer Pulisic in den vergangenen Monaten beobachtet hat, kann kaum glauben, dass der Junge gerade mal zarte 18 Jahre alt ist. Raketenartig startete der US-Amerikaner beim BVB durch, seit er im vergangenen Januar zum Profikader dazustieß. Pulisic verfügt über eine starke Technik, einen extrem schnellen Antritt, kann sich in Eins-gegen-Eins-Situationen behaupten und fackelt vor dem gegnerischen Tor nicht lange. Trotz der großen Konkurrenz im offensiven Mittelfeld mit den Weltmeistern Mario Götze und André Schürrle kommt Pulisic auf seine Einsatzzeiten und zahlt Trainer Thomas Tuchel das in ihn gesetzte Vertrauen zurück.
Auch Ex-BVB-Coach Jürgen Klopp kennt die Qualitäten des Flügelflitzers und würde Pulisic gerne beim FC Liverpool unter Vertrag sehen. BVB-Sportdirektor Michael Zorc erteilte aber allen Interessenten eine Absage. "Es gab in diesem Sommer einige Angebote aus England und Deutschland, aber wir wollen ihn hier haben und ihn hier weiterentwickeln. Wir haben ihn nicht ausgebildet, um ihn zu verkaufen. Er hat einen laufenden Vertrag bis 2019, aber aufgrund seiner Entwicklung ist der Klub jederzeit bereit, über eine Verlängerung zu sprechen", so Zorc in der Zeitschrift Sports Illustrated.

Einschätzung: Pulisic wäre trotz seiner erst 18 Jahre aufgrund seiner Qualitäten sicherlich eine Option für den FC Bayern, um sich auf den Flügeln zu verstärken. Sollte der US-Boy aber seinen bis 2019 laufenden Vertrag beim BVB nicht verlängern, erscheint ein Wechsel ins Ausland realistischer.

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