Das plant der Rekordmeister

FC Bayern drängt in die USA

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Fans des FC Bayern.

München - Die USA sind das Land des American Football, des Baseball und des Basketball. Nun will der FC Bayern dort auch mit Fußball Geld verdienen - und hat ein nobles Büro in New York eröffnet.

Eine noble Nachbarschaft hat sich der FC Bayern München für sein neues New Yorker Büro ausgesucht. Das Luxushotel Waldorf Astoria liegt nicht weit entfernt, genauso wie der pompöse Bahnhof Grand Central Station oder das Hauptquartier der Vereinten Nationen. Seit April residiert die „FC Bayern Muenchen LLC“, wie die US-Tochter offiziell heißt, in der Lexington Avenue Nummer 560 - im gleichen Gebäude wie die Bayerische Landesbank. Von hier aus will der Rekordmeister die Amerikaner für deutschen Fußball begeistern.

FC Bayern in den USA: Alle Infos zur großen Tour

„In den vergangenen Wochen hat man gesehen, dass der Fußball in den USA endgültig angekommen ist“, sagte Vorstandsmitglied Jörg Wacker jüngst dem „Kicker“. „Selbst Präsident Obama fieberte mit den US-Boys von Trainer Jürgen Klinsmann bei der WM vor dem Fernseher mit.“ Dass am Ende doch Deutschland Weltmeister wurde, könnte nun den Bayern mit ihren vielen Starspielern helfen. Mehr als eine Woche reist das Team durchs Land, absolviert zwei Spiele - und eröffnet nebenbei an diesem Donnerstag (31. Juli) auch noch offiziell das New Yorker Büro als dauerhafte Speerspitze für den US-Vorstoß.

Ein festes Team von zunächst vier Mitarbeitern soll von den Hochhaus-Schluchten Manhattans aus den FC Bayern bei Fans und Geldgebern bekannter machen. Der Verein zitiert Marktforscher, die von 60 Millionen Fußballfans in den USA ausgehen, 15 Millionen davon würden sich für die Münchener interessieren. Angesichts eines Heimatmarkts, wo die Fans ihre Vereine längst gewählt haben, könnten sich damit ganz neue Einnahmequellen erschließen.

Dass US-Investoren im Fußball durchaus ein lohnendes Geschäft sehen, hatte nicht zuletzt der Börsengang von Manchester United vor zwei Jahren an der New Yorker Börse gezeigt. Damals nahmen der englische Rekordmeister und sein Eigner beim Verkauf eines Teils ihrer Aktien fast eine Viertelmilliarde Dollar ein. Die für 14 Dollar verkauften Anteilsscheine sind heute 19 Dollar wert. Manchester insgesamt kommt auf eine Bewertung von 3,1 Milliarden Dollar (2,3 Mrd Euro).

Fox Sports überträgt Bundesliga ab 2015

Erste Erfolge können der FC Bayern und der deutsche Fußball an sich schon verzeichnen. Von der Saison 2015/2016 an überträgt der landesweite US-Fernsehsender Fox Sports die Bundesliga. „Da ist es natürlich total praktisch, dass sie ein Büro in New York eröffnet haben“, sagte Fox-Sports-Manager David Nathanson dem amerikanischen „SportsBusiness Journal“. Es erleichtere den Kontakt. „Ich bin überzeugt, dass es auch helfen wird, mehr Interesse für Sponsoring in diesem Bereich zu wecken.“

Doch noch wird das große Geld in den USA mit anderen Sportarten verdient. „Klar gibt es dort eine starke Konkurrenz zum Fußball - in erster Linie American Football, Baseball, Basketball und Eishockey“, räumte Bayern-Vorstand Wacker an. Bei den Jugendlichen sei Fußball jedoch die beliebteste Sportart, die Zuschauerzahlen in der obersten Liga stiegen konstant, und zudem gäbe es immer mehr spanischsprachige Fans. Das zeige „das enorme Potenzial“ für den Fußball in den USA. Überdies kann das Frauen-Team internationale Erfolge vorweisen.

Doch der FC Bayern ist mit seiner Idee, den amerikanischen Markt zu beackern, längst nicht alleine. Derzeit touren auch die Elite-Clubs der spanischen, englischen und italienischen Ligen durch die Lande wie Real Madrid, Manchester City, Manchester United, FC Liverpool oder AC Mailand. Kein Wunder: 26,5 Millionen US-Amerikaner - so viele wie noch nie - hatten das WM-Finale geguckt. Von diesem Kuchen wollen alle ein Stück abhaben.

Unterstützung bekommt der FC Bayern bei seinem Vorstoß von den Hauptsponsoren Adidas, Allianz und Audi - für alle drei sind die USA ein wichtiger Markt. Wenn diese Firmen heute die breite Masse der Amerikaner erreichen wollen, müssen sie beim „Super Bowl“ werben, dem Finale der American-Football-Profiliga NFL (Jahreseinnahmen schlappe 9 Milliarden Dollar). Dagegen erscheint jedes Bundesliga-Sponsoring wie ein Schnäppchen: Die Ausstrahlung eines 30-Sekunden-Werbespots kostet hier 4 Millionen Dollar.

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dpa 

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