Schwierige Parksituation an der Arena

Darum gilt die FCB-Eintrittskarte nicht als MVV-Ticket

+
Bayern-Fans in der U-Bahn - aufgrund der Überlastung der U6 Nord ist die Einführung eines Kombi-Tickets bislang nicht möglich.

München - Die Anreise bei Spielen des FC Bayern, ob mit dem Auto oder der Bahn, ist seit jeher kompliziert. Nach einem diesbezüglichen Antrag der CSU-Stadtrats-Fraktion erfolgte nun die Antwort von Bürgermeister Schmid.

Wenn der FC Bayern spielt, dann ist in Freimann die Hölle los. Trotz der drei Parkhäuser an der Allianz Arena, in denen rund 8.700 Parkplätze zur Verfügung stehen, kommt es bei Spielen des FC Bayern rund um das Stadion regelmäßig zu chaotischen Verkehrszuständen. Das ist ärgerlich. Sowohl für die Fans als auch für die Anwohner, die sich bei Bayern-Spielen regelmäßig über kreuz und quer parkende Fußball-Fans ärgern.

Diesem Problem hatte sich die CSU-Fraktion im Stadtrat bereits im März 2016 angenommen und einen entsprechenden Antrag gestellt. Darin forderten die Politiker Kristina Frank und Richard Quaas, die Parksituation in Freimann zu verbessern und die Eintrittskarten für die Allianz Arena mit MVV-Nutzung und Parkberechtigung auszustatten.

Nun liegt die Antwort von Bürgermeister Josef Schmid, Leiter des Referats für Arbeit und Wirtschaft, vor. Anwohnern und Fußball-Fans dürfte sie jedoch nicht gefallen.

Bürgermeister Schmid: FCB und MVV sind zuständig

Bürgermeister Josef Schmid antwortete auf den Antrag der CSU-Fraktion mittels eines Briefs. In diesem stellte er zunächst klar, dass das Thema Parken und ÖPNV-Nutzung in Zusammenhang mit den Eintrittskarten für die Allianz Arena nicht in die Zuständigkeit der Stadt, sondern in die des MVV beziehungsweise des Veranstalters FC Bayern falle.

Die MVV GmbH hatte derweil in einer Stellungnahme eine entsprechende Maßnahme zur Einführung eines Kombitickets grundsätzlich begrüßt. Eine solche würde die Nutzung des ÖPNV und dessen Wirtschaftlichkeit verbessern. Des Weiteren, so der MVV, hätten die jahrelangen Erfahrungen mit verschiedenen Kooperations-Partnern gezeigt, dass Kombi-Tickets eine sinnvolle Möglichkeit darstellten, den Service für die Besucher einer Großveranstaltung zu verbessern, den Individualverkehr zu verringern und zu einer Win-Win-Situation für alle Beteiligten (Anwohner, MVV und Verkehrsunternehmen) zu führen. Auch dies führte Schmid in seinem Antwort-Schreiben an. Doch auf Seiten des FC Bayern gibt es gegen eine solche Einführung Widerstand.

FCB: Refinanzierung der Parkhäuser wichtiger

Zum Thema Integration der MVV-Nutzung in die Eintrittskarten des FC Bayern hatte es in der Vergangenheit immer wieder Gespräche zwischen der Landeshauptstadt München und dem FC Bayern gegeben. Als Ergebnis des letzten Gesprächs, das Oberbürgermeister Christian Ude mit den Verantwortlichen der Bayern geführt hatte, war aber deutlich geworden, dass die Prioritäten des FC Bayern auf der Auslastung und der damit verbundenen Refinanzierung der Parkhäuser bei der Allianz Arena liegen.

Ursprünglich hatte der FCB aufgrund der guten Anbindung durch die U6 nur den Bau zweier Parkhäuser gefordert, dies war aber von Seiten der Landeshauptstadt München abgelehnt worden. Der Bau der drei Parkhäuser hatte nach Aussage des FC Bayern zusätzliche Kosten in Höhe von rund 50 Millionen Euro verursacht. Aufgrund dieser Sachlage ist man auf Seiten der Bayern also bislang nicht gewillt, eine Vereinbarung für ein Kombi-Ticket abzuschließen. Darunter würde die Parkhaus-Auslastung erheblich leiden.

MVG: Kapazitäten der U6 jetzt schon erschöpft

Auch die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) kann im Falle der Allianz Arena ein Kombi-Ticket nicht befürworten. Mit einem solchen Ticket erwerbe jeder Inhaber einen Beförderungsanspruch, den die MVG aber im Falle der Allianz Arena nicht erfüllen könne: "Die Kapazitäten der U6 Nord sind beim Fußballverkehr mit einem generell schon sehr hohen Grund-Fahrgastaufkommen vollständig ausgeschöpft", heißt es in einer Stellungnahme. Die Lösung des Problems, wie auch eine mögliche Erweiterung der Stadionkapazität, hänge folglich vom Erfolg zusätzlicher Bus-Shuttles als Entlastungsangebot zur Anreise ab.

Dass die Situation rund um die U6 bei Bayern-Spielen generell schon problematisch ist, hatten einige Fußball-Fans jüngst beim Testspiel der Bayern gegen Ex-Trainer Pep Guardiola und dessen neuen Verein Manchester City feststellen müssen. Eine vollbesetzte U-Bahn war bei glühender Hitze zwischen den Haltestellen Studentenstadt und Freimann liegengeblieben.

Bürgermeister Schmid versprach in seinem Antwortschreiben derweil immerhin, die Situation rund um die Auslastung von Parkhaus und Kapazitätsgrenzen der U6 Nord weiter im Auge zu behalten und gegebenenfalls neu zu bewerten. Eine schnelle Lösung ist aber offenbar weiterhin nicht in Sicht.

Verfolgen Sie hier die USA-Reise des FC Bayern in unserem Live-Ticker.

Das Wandern ist des Müllers Lust! So mach(t)en die Bayern-Stars Urlaub

WhatsApp-News zum FC Bayern gratis aufs Handy: tz.de bietet einen besonderen Service für FCB-Fans an. Sie bekommen regelmäßig die neuesten Nachrichten zu den Roten direkt per WhatsApp auf Ihr Smartphone. Und das kostenlos: Hier anmelden!

sdm

auch interessant

Meistgelesen

Arjen Robben gesteht: „Ich war froh, dass er drin war“
Arjen Robben gesteht: „Ich war froh, dass er drin war“
Nach Gala in Mainz: Das sagt Robben zu seiner Zukunft
Nach Gala in Mainz: Das sagt Robben zu seiner Zukunft
Doppelpacker Lewandowski schreibt in Mainz Bundesliga-Geschichte
Doppelpacker Lewandowski schreibt in Mainz Bundesliga-Geschichte
FCB ohne Chef-Stratege nach Mainz - Vidal dabei
FCB ohne Chef-Stratege nach Mainz - Vidal dabei

Kommentare