Bayern reagiert auf Fan-Plakat

Hörwick: "Ein echter Fan wird das verstehen"

München - Muss sich die Mannschaft des FC Bayern nach einem Champions-League-Auswärtsspiel bei seinen mitgereisten Fans bedanken? Darüber ist eine hitzige Diskussion entbrannt. Jetzt hat der FC Bayern reagiert.

Das Plakat mit der Aufschrift "Wir fahren 2000 km nach Minsk und ihr schafft keine 20 Schritte in die Kurve?!" sorgt in Fan-Kreisen des FC Bayern nach wie vor für Diskussionen. Der Fan-Club "FC Bayern WorldWide" hatte das Transparent vor dem Bundesliga-Heimspiel am vergangenen Samstag gegen Hoffenheim in der Südkurve hochgehalten, um seinen Unmut über das Verhalten der Bayern-Mannschaft beim 1:3 in der Champions League bei BATE Borissow zum Ausdruck zu bringen. Die Spieler hatten sich nach der Pleite nicht in die Kurve begeben, um sich bei den mitgereisten Fans zu bedanken.

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Bayerns Mediendirektor Markus Hörwick kann die entbrannte Diskussion nicht so recht nachvollziehen und nimmt die Spieler in Schutz: "Im Grunde genommen kommen die Spieler immer gerne zu den Fans in die Kurve, egal ob bei Heim- oder bei Auswärtsspielen. Aber die Situation in Minsk war nun einmal die: Die Mannschaft erzielt kurz vor Schluss den Anschlusstreffer und drängt auf den Ausgleich, kassiert in der Schlussminute dann aber den endgültigen K.O.. Da ist es normal, dass man sauer und enttäuscht ist", sagt Hörwick unserem Portal.

Dass deshalb eine gewisse Enttäuschung bei den mitgereisten Fans vorhanden ist, kann der Medienboss nachvollziehen. "Aber wer ein echter Fan ist, der wird das auch verstehen." Die Niederlage an sich sei doch das eigentliche Problem. "Die Fans waren sicher mehr enttäuscht über die Niederlage als über die Tatsache, dass die Spieler nicht in die Kurve gekommen sind."

Überhaupt würden die Spieler des FC Bayern so gut wie immer zu den Fans kommen, um sich zu bedanken. "Gut, manchmal muss man da auch mal nachhelfen, aber grundsätzlich ist die Mannschaft immer für diese schöne Geste bereit." Einen Anspruch hätten die Fans darauf aber nicht: "Nirgendwo ist es üblich, dass die Mannschaften in die Kurve kommen. Nicht in Spanien und auch nicht in England. Es ist eine schöne Geste, wenn die Mannschaft in die Kurve geht und die Spieler tun es gerne. Aber manchmal überwiegt, gerade unmittelbar nach Spielschluss, die Enttäuschung und die Wut nach einer Niederlage."

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Da der Fan-Club zwar einerseits seine Enttäuschung kund getan, in einem offenen Brief aber auch ein gewisses Verständnis gezeigt hat, sieht Hörwick das Thema als erledigt an. "Es muss auch mal drin sein, dass man sauer auf sich selbst ist und dann auf diese Geste verzichtet."

Dennoch will der Mediendirektor der Bayern eines klarstellen: "Grundsätzlich sind wir den mitgereisten Fans dankbar, dass sie uns unterstützt haben, auch wenn die Mannschaft nicht in die Kurve gegangen ist."

wi

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