Kontroverses Posting

Fanseite: FCB-Anhänger sollen BVB nicht Abstieg wünschen!

FC Bayern Fans
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Fans des FC Bayern München in der Südkurve.

München - Ob alle Fans das auch so sehen? Die Facebook-Bayern-Fanseite "Südkurve München - Meine Religion" kritisiert FCB-Fans, die sich einen Abstieg von Borussia Dortmund wünschen.

Einen Tag nach dem 0:1 (0:0) gegen den FC Augsburg ist Borussia Dortmund weiterhin Tabellenletzter. Akute Abstiegsgefahr. Wer derzeit auf FC-Bayern-Fanseiten bei Faceook unterwegs ist, stellt schnell fest: Etliche Bayern-Fans kommentieren den Niedergang des einstigen Liga-Rivalen BVB mit äußerster Genugtuung. Kein Wunder angesichts mancher Aussagen der vergangene Jahre aus Dortmund, wonach der Verein mittlerweile auf Augenhöhe mit dem FC Bayern spiele. Bei vielen Bayern-Fans hat sich die Szene aus dem April 2012 eingebrannt, als BVB-Spieler Neven Subotic Bayern-Star Arjen Robben nach einem verschossenen Elfmeter im Liga-Duell ins Gesicht brüllte. Dass Subotic damals - laut eigener Aussage - vor Robben nur betont habe "Ich hab keinen Bock auf Schwalben", glaubte ihm eh keiner. Viele FCB-Fans traf es zudem empfindlich, als Erik Durm, nach dem Sieg des BVB im Supercup 2014 behauptete: "Man hat gesehen, dass wir Bayern immer auf Augenhöhe begegnen." Da liegt es auf der Hand, dass viele Bayern-Fans nun den Bundesliga-Totalabsturz von Borussia Dortmund bejubeln.

Massive Kritik an solche Reaktionen von Bayern-Fans kommt aktuell von der FCB-Facebook-Fanseite "Südkurve München - Meine Religion". Dort war am Donnerstagvormittag zu lesen: "Wie könnt ihr euch wünschen, dass so ein Traditionsverein wie Dortmund absteigen soll, wenn im Gegenzug Mannschaften wie Audistadt und das Brauseprodukt aufsteigen sollten?" (Gemeint sind der FC Ingolstadt und Rasenball Leipzig; Anm. d. Red.) Und weiter: "Wir sind der FC Bayern, zu Dortmund gibt es keine Feindschaft. Wir sind sportliche Rivalen mehr nicht und es gehört in der Saison einfach dazu dieses Duell gegen den BVB. Wir respektieren ihre Fanszene sowie die die unsere respektieren. Denkt an damals als es unserer Südkurve sehr schlecht ging und die Dortmunder sich mit uns solidarisiert ham. Dieser Verein derf nicht absteigen KÄMPFEN DORTMUND TRADITION STATT KOMMERZ ERFOLGSFANS RAUS."

Mittlerweile wurde das Posting über 390 mal geteilt. Über 2.000 Fans gaben dem Kommentar ein "Gefällt mir." Offenbar gibt es viele Bayern-Fans, die sich den BVB weiter als Rivalen in der Bundesliga wünschen. Allerdings gibt es in den Kommentaren auch Kritik: "Glaubst Du wirklich in Dortmund hätte auch nur einer Mitleid, wenn Bayern unten stehen würde?", fragt ein Fan. Und ein andere schreibt: "Ihr seht alles nur durch die Ultra Brille, dem normalen Fan gehen einfach die ständigen Anfeindungen der Dortmunder Spieler und Funktionäre auf den Keks...Stichwort Subotic! Meiner Meinung nach sollen die mal richtig auf die Fresse fallen!"

Dortmund-Fans stocksauer auf Mannschaft

Hass und Wut schlägt den BVB-Spielern derzeit aber nicht nur von Bayern-Fans entgegen. Selbst die treuesten Fans verweigerten der Dortmunder Mannschaft erstmals in dieser Saison die Gefolgschaft. Nach der Niederlage gegen den FC Augsburg entlud sich der in den vergangenen Monaten aufgestaute Frust. Auch die Vermittlungsversuche von Routinier Roman Weidenfeller und Kapitän Mats Hummels am Zaun vor der Südtribüne trugen nicht zur Besänftigung bei. Mit einem lauten Pfeifkonzert verabschiedete der Anhang die Profis in die Kabine. Der Stimmungsumschwung gab Hummels zu denken: „Die Situation ist schlimmer als jede, die wir bisher erlebt haben.“

Mit der bereits elften Saisonschlappe verspielte der wankende Tabellenletzte bei den Fans den letzten Kredit. Doch nicht nur der Liebesentzug des Publikums passte in das Bild von einem echten Abstiegskandidaten. Ungeachtet der vielen Treueschwüre der Vereinsspitze wird auch die Diskussion um Jürgen Klopp langsam, aber sicher immer lauter. Selten hat man den BVB-Trainer so konsterniert und hilflos erlebt: „Ich habe gedacht, dass wir weiter sind. Das tut weh, ich bin maximal enttäuscht.“

Trotz des neuerlichen Rückschlags verschwendet Klopp keinen Gedanken an eine freiwillige Demission. Schon am Tag danach gab er sich kämpferisch: „Ich habe keinen Bock mehr, ich resigniere - das kann ich komplett ausschließen. Mein Akku ist voll. Und außerdem bin ich vom Erfolg unserer Mission nach wie vor überzeugt.“

fro/dpa

Franz Rohleder

Franz Rohleder

E-Mail:franz.rohleder@merkur.de

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