Unentschieden gegen Frankfurt

Bayern fehlt der Pep: Risse in der heilen FCB-Welt

+
Ancelottis Anweisungen kommen noch nicht bei allen FCB-Stars an.

München - Nach dem Unentschieden gegen Frankfurt brodelte es in Karl-Heinz Rummenigge. Doch nicht nur er war unzufrieden mit der Leistung der Münchner. Gute Nachrichten gibt es aber zu Arturo Vidal.

Der Blick auf die Tabelle besänftigte Karl-Heinz Rummenigge nur bedingt. „Das Entscheidende ist nur die Qualität des Spiels, und die war speziell in der ersten Halbzeit nicht akzeptabel“, schimpfte der Vorstandsvorsitzende des FC Bayern nach dem 2:2 in Frankfurt und ging mit seiner Mannschaft hart ins Gericht. „So, wie wir in der ersten Halbzeit gespielt haben, war das nicht Bayern München. So kann man nicht auftreten“, monierte der FCB-Boss. 

Viel mehr als der Punktverlust in Überzahl ärgerte ihn der erneut schwache Auftritt des Rekordmeisters, der einmal mehr in dieser Saison den Beweis seiner Klasse schuldig blieb. Zu lasche Einstellung, fehlende Kreativität und kaum Tempo im Spiel mit dem Ball – nicht nur Rummenigge hat erkannt, dass den Bayern der Pep fehlt.

In der heilen FCB-Welt tun sich plötzlich kleine Risse auf. „Ich glaube, da muss man hin und wieder mal den Finger in die Wunde legen, wenn sie da ist“, erklärte der Bayern-Boss, auch wenn er das nicht persönlich direkt vor dem Team tat. „Nein, ich spreche nicht zur Mannschaft. Das ist nicht meine Aufgabe, sondern die der sportlichen Leitung.“ Ein Fingerzeig, den Carlo Ancelotti verstanden hatte. „Er hat recht mit seiner Kritik, ich sehe es genauso“, war auch der Coach wenig angetan vom Auftritt seines Teams. „Zehn, 15 Minuten kann die Konzentration vielleicht mal fehlen. Aber 45 Minuten zu verschlafen ist, egal in welchem Spiel, zu viel“, monierte der Italiener die Lethargie seiner Elf in der ersten Hälfte und kündigte für Mittwoch (20.45 Uhr, ZDF) gegen Eindhoven Konsequenzen an. „Ich werde Wechsel im Team vornehmen.“

Vor allem im Mittelfeld. Wo die Bayern in den Jahren zuvor noch die Spiele kontrollierten, extremen Druck auf den Gegner ausübten und gefährliche Angriffe inszenierten, herrscht derzeit ­Ideenarmut. Zu langsam und zu behäbig geht es im Spielaufbau der Roten zu, die Dominanz ist verschwunden. „Frankfurt hatte ja teilweise das Heft des Handelns in die Hand genommen. Das ist man als Bayern-Spieler nicht gewohnt und daran will man sich auch nicht gewöhnen“, meinte Thomas Müller.

Vidal kehrt in die Startelf zurück

Die meisten Sorgen müssen sich Xabi Alonso und Thiago (beide tz-Note 5) machen, die gegen Frankfurt auf ganzer Linie enttäuschten. Während Alonsos Arbeitstag bereits nach 45 Minuten beendet war, durfte Thiago bis zum Schlusspfiff auf dem Platz bleiben. Doch von den starken Leistungen zu Saisonbeginn war der Spanier weit entfernt. Elf Fehlpässe leistete sich der 25-Jährige. Auch Joshua Kimmich (nur 25 Prozent gewonnene Zweikämpfe) konnte nicht vollends überzeugen, doch mit seiner Torgefahr ist er für Ancelotti derzeit eigentlich unverzichtbar. Sicher ist nur: Der angeschlagene Arturo Vidal ist einsatzbereit und kehrt am Mittwoch in die Startelf zurück.

Bayern müht sich gegen Frankfurt zum Remis: Zwei Fünfer

Auch Kingsley Coman droht ein Platz auf der Bank, denn Robert Lewandowski ist wieder fit für 90 Minuten. Der Franzose vergab in der zweiten Hälfte gleich zwei XXL-Chancen (54., 62.) und hätte die Roten trotz mäßiger Leistung zum Sieg schießen können. Auch sein Defensivverhalten ließ am Samstag zu wünschen übrig. Da David Alaba ebenfalls keinen guten Tag erwischt hatte, wurde es über die rechte Seite der Frankfurter ständig gefährlich. „Wir müssen den Fehler bei uns selber suchen“, sagte Rummenigge nach dem 2:2. Und ihn schnellstmöglich wieder reparieren.

WhatsApp-News zum FC Bayern gratis aufs Handy: tz.de bietet einen besonderen Service für FCB-Fans an. Sie bekommen regelmäßig die neuesten Nachrichten zu den Roten direkt per WhatApp auf Ihr Smartphone. Und das kostenlos: Hier anmelden!

Mehr zum Thema:

auch interessant

Meistgelesen

Bayern-Gegner VfL ein Scherbenhaufen: „Einer hat es auf die Spitze getrieben“
Bayern-Gegner VfL ein Scherbenhaufen: „Einer hat es auf die Spitze getrieben“
Innenverteidigung: Nationalspieler auf Bayerns Liste
Innenverteidigung: Nationalspieler auf Bayerns Liste
Rummenigge warnt: Fehler der Engländer nicht wiederholen
Rummenigge warnt: Fehler der Engländer nicht wiederholen
Ribéry: Bayern vielleicht nicht mein letzter Klub
Ribéry: Bayern vielleicht nicht mein letzter Klub

Kommentare