Coach will mit Spielern sprechen

Pep: "Werde keine Ausreden gelten lassen"

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Pep Guardiola beim Bayern-Training am Donnerstag.

München - Pep Guardiola wünscht sich vor dem Start in seine zweite Bundesliga-Saison keine neuen Stars für den FC Bayern. Die Chancen auf einen baldigen Einsatz von Franck Ribéry stehen zudem gut.

Sein Deutsch ist noch immer holprig - doch die Botschaft von Pep Guardiola war unmissverständlich. Trotz aller Probleme bei Bayern München nach der Weltmeisterschaft ist Jammern beim Fußball-Rekordmeister in den kommenden Wochen verboten.

„Ich werde mit den Spielern reden. Ich werde keine Ausreden gelten lassen. Wir müssen uns an die Situation anpassen. Die ist nicht ideal, aber ich will keine Klagen“, machte Guardiola am Donnerstag bei seinem ersten öffentlichen Auftritt in dieser Saison deutlich.

Das sei nach Turnieren „eben so“, fügte der 43 Jahre alte Spanier gelassen an. Mit Barcelona habe er das nach der WM 2010 „auch gehabt. Da hatten wir nach zwei Tagen Vorbereitung den Supercup und haben dann das erste Spiel in der Liga verloren“. Am Saisonende standen Meisterschaft und Champions League mit Barca.

Das soll sich in München wiederholen. Doch zunächst dämpfte Guardiola die Erwartungen. „Wir müssen Schritt für Schritt gehen, wir werden in den ersten zwei Monaten nicht das große Niveau erreichen“, meinte er. Ohnehin sei es „eine große Herausforderung, das Niveau zu halten“.

Dass künftig sechs Weltmeister in seinem Kader stehen, sieht er bei dieser Aufgabe durchaus als Vorteil. „Das ist doch viel besser für die Spieler“, sagte er. Sie seien mit Blick auf ihre Karriere und Zukunft „viel zufriedener“.

Er selbst sieht seiner zweiten Saison in Deutschland auch entspannter entgegen: „Ich kenne die Bundesliga, den Verein und meine Spieler besser. Ich bin nicht mehr so nervös.“

"Pep Brother" im Bayern-Training: Spieler werden verkabelt

Datensammelgeräte für Bayern-Stars: Bilder

An seinem Ehrgeiz und seinem Hang zur Perfektion ändert dies aber nichts. Dem ersten ernsthaften Test der Saison misst er dennoch keine allzu große Bedeutung bei. „Wir haben den Telekom-Cup im vergangenen Jahr mit dem ganzen Kader gewonnen. Ich denke, dass wir diesmal nicht gewinnen“, sagte Guardiola und fügte an: „Wir haben Probleme und nicht so viele Spieler, da können wir etwas probieren.“

Immerhin steht Superstar Franck Ribery nach wochenlanger Verletzungspause vor einem Comeback. „Franck hat einen guten Rhythmus. Er hat zwei, drei Trainingseinheiten. Ich denke, dass er einige Minuten spielen kann“, sagte Guardiola. Die Bayern spielen am Samstag (20.45 Uhr) zunächst gegen Borussia Mönchengladbach. Ribery hatte wegen einer Rückenverletzung sogar die WM absagen müssen.

Neben den sechs deutschen Weltmeistern sowie Arjen Robben und Dante fehlt in Hamburg dagegen weiterhin auch Thiago nach einer Knieverletzung. Er brauche „noch Zeit“, äußerte der Bayern-Coach.

Trotz der holprigen Vorbereitung sieht Guardiola keinen Bedarf, einen weiteren Feldspieler zu verpflichten. Er brauche aber hinter Manuel Neuer und Tom Starke „einen dritten Torwart“, betonte er am Donnerstag.

Auch über den WM-Titel der deutschen Nationalmannschaft sprach der Spanier. Er sieht in Deutschland einen würdigen Weltmeister. „Deutschland hat diesen Titel zu 100 Prozent verdient. Sie haben besser gespielt als die anderen“, sagte er.

Die Spieler hätten ihre „große Qualität gezeigt. Das ist ein riesiger Erfolg, für den ganzen deutschen Fußball“, führte Guardiola weiter aus und lobte auch den Bundestrainer in höchsten Tönen: „Joachim Löw ist ein sehr guter Trainer, ich freue mich, dass er weitermacht.“

Großartige Neuerungen, vor allem in taktischer Hinsicht, habe er bei der Weltmeisterschaft in Brasilien nicht gesehen, meinte Guardiola: „Nur Costa Rica hat mich ein bisschen überrascht. Die kannte ich vorher nicht so gut.“

Bei seinem Heimatland Spanien fürchtet er nach dem WM-Vorrundenaus keinen dauerhaften Einbruch. Es werde in der Mannschaft einige Wechsel geben, vermutete Guardiola, „aber Spanien hat viele junge Spieler mit großem Talent und großer Qualität“. Veränderungen beim Spielsystem erwartet er indes nicht. Vicente del Bosque werde „bei seiner Idee bleiben“.

Die Pressekonferenz zum Nachlesen finden Sie hier.

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