Ancelotti mit USA-Trip zufrieden

FC Bayern: Ab heute geht die Vorbereitung richtig los

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Carlo Ancelotti trainiert erstmals mit den restlichen Nationalspielern.

München - Nach dem USA-Trip startet der FC Bayern die richtige Saisonvorbereitung. Denn: Am Freitag stoßen auch die letzten Nationalspieler dazu. Drei wichtige Stützen fehlen noch.

Um ein bisschen zu veranschaulichen, wie sich der FC Bayern bereits in kurzer Zeit unter der Führung von Carlo Ancelotti verändert hat, reichen zwei Szenen bei der USA-Reise. Einmal, wie der Coach nach dem 4:1 gegen Inter Mailand in Charlotte das Stadion verließ: sowas von lockeren Schrittes, unverbraucht trotz seiner 57 Jahre, mit einem Rucksack auf den Schultern wirkte er wie ein Lausbub, und sein schiefes Grinsen unterstrich den Eindruck.

Die zweite Szene spielte sich bei der Pressekonferenz nach dem 0:1 gegen Real Madrid in New York ab. Bevor es losging, winkte ihm eine ältere Dame aus dem Auditorium zu, und er erwiderte die Geste. Andere wären da zu fokussiert auf die Materie Fußball. Aber Ancelotti hat sogar einen Blick für seine Schwiegermutter.

Ancelotti locker und gelassen

Nach seiner letzten Analyse auf dieser Tour durch die Staaten gab es noch Küsschen für sie, dann musste es schnell gehen, der Flieger nach München wartete für die nächtliche Übersee-Passage. Ab jetzt wird die Taktung noch höher, familiäre Interessen werden eventuell etwas mehr zurückstecken müssen, denn es beginnt die ernste Phase der Vorbereitung auf die Saison, die in drei Wochen startet. In den USA war das Programm auch strapaziös, aber vor allem wegen der Show-Termine. Nun heißt es Allianz Arena, wo morgen der komplette Kader präsentiert wird, und Säbener Straße statt Broadway. Arbeiten. Auf dem Platz.

Am Freitag werden die EM-Teilnehmer erstmals wieder im Hauptquartier trainieren, mit dem Einstieg der deutschen Nationalspieler um Neuzugang Mats Hummels sowie dem portugiesischen Europameister Renato Sanches und dem Franzosen Kingsley Coman hat Ancelotti sein komplettes Personal für die Saison beisammen. Lediglich Arjen Robben, der in den USA angeschlagene Franck Ribéry und Holger Badstuber bereiten Sorgen, und auch Jerome Boateng sagte bereits in New York, sein Plan sähe vor, „dass ich noch ein bisschen warte“. Das Supercup-Spiel am kommenden Sonntag in Dortmund gegen den BVB wird für den Abwehrchef zu früh kommen.

Einige Spieler schon gut in Form

„Ich habe auf dieser Reise in den USA gelernt, dass ich eine großartige Mannschaft habe“, sagte Ancelotti, dabei hatte er die Crème de la crème noch gar nicht zur Verfügung. In den Staaten ließ sich festhalten: Bis zu seiner Adduktorenblessur war Ribéry top drauf, Xabi Alonso, Thiago und Javi Martínez sind ebenfalls schon in guter Form. Auch Arturo Vidal hatte gegen Real schon wieder schnell Betriebstemperatur. Die Talente konnten sich hingegen nicht besonders aufdrängen, und bei Julian Green, der gegen Inter drei Mal traf und sich gegen Real abarbeitete, ist die Zukunft unklar.

„Wenn alle Spieler bei uns sind, können wir eine großartige Saison spielen“, meinte Ancelotti, der dem 0:1 gegen die Madrilenen zurecht nicht zu viel Bedeutung beimessen wollte. Gut eine Stunde waren die Münchner trotz prominenter Absenzen die bessere Mannschaft, David Alaba scheiterte unter anderem am Pfosten, Green an Torwart Francisco Casilla. „Wir waren ein bisschen müde, aber die Reise war ein voller Erfolg“, sagte Philipp Lahm, „wir waren für die Amerikaner sichtbar, darum ging es.“ 82.000 waren im Stadion, eine starke Marke. Und sie fühlten sich gut unterhalten, trotz denkbar weniger Tore. Ancelottis Schwiegermama, zärtlich von ihrer Tochter Mariann an der Hand geführt, wirkte sichtlich zufrieden.

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