Bayern wollen verstärkt deutsche Talente

"Hätten gerne Spieler wie Julian Brandt bei uns"

FC Bayern Rummenigge
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Karl-Heinz Rummenigge will zukünftig in Sachen Talente "Vollgas" geben.

München - Der FC Bayern ist in Deutschland Branchen-Primus. Damit das auch so bleibt, wollen die Münchner künftig verstärkt auf die Jagd nach neuen deutschen Talenten gehen. Zum Leidwesen der Liga.

Eigentlich kann sich der FC Bayern in Sachen Talente nicht beklagen. Wie zu jeder Saisonvorbereitung üblich, durften auch in diesem Jahr einige Talente aus dem Jugendbereich ins Profigeschäft reinschnuppern und bekamen eine Ahnung, wie es sich anfühlt, mit den großen Stars zu trainieren. Berühmteste Beispiele sind Gianluca Gaudino oder Lukas Scholl, denen schon jetzt eine große Zukunft vorhergesagt wird. Auch die Jahre zuvor haben die Münchner immer großen Wert darauf gelegt, eigene Talente zu schmieden und langsam an den Profi-Kader heranzuführen. Das hat gut geklappt: 2013 kamen Julian Green und Pierre-Emile Hojbjerg zu den Profis. 2012 war es Emre Can, der mittlerweile beim FC Liverpool spielt. Nicht vergessen werden dürfen natürlich die Jahre 2009 und 2010, als mit Diego Contento, Holger Badstuber, Thomas Müller, Mehmet Ekici und David Alaba gleich fünf Talente die große Fußballbühne betraten.

"Wir hätten gerne einen Spieler wie Julian Brandt"

Doch der FC Bayern wäre nicht der FC Bayern, wenn er sich damit zufrieden geben würde. Dass zuletzt bei dem EM-Erfolg der U-19-Nationalmannschaft in Ungarn kein einziges Bayern-Talent mitspielte, damit war Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge nicht zufrieden. "Es hat mir nicht gefallen, dass kein Spieler von Bayern München dabei war", sagte er dazu. Vielmehr scheinen Vereine wie Bayer Leverkusen oder Schalke 04 verstanden zu haben, dass es über den Bereich Talente funktionieren kann, den Liga-Größen Dortmund und Bayern auf Dauer näher zu kommen. Rohdiamanten wie der 18-jährige Julian Brandt und Levin Öztunali haben in Leverkusen das richtige Umfeld, um sich weiter zu entwickeln und bekommen die nötige Zeit, sich an das Profigeschäft zu gewöhnen.

Bayer-Sportdirektor Rudi Völler glaubt zu wissen: "Junge Spieler wie Brandt und Öztunali entscheiden sich bewusst für Bayer, weil sie wissen, dass sie sich hier gut entwickeln können." Rummenigge dagegen gibt gegenüber der Sport Bild ganz offen zu, dass man solch vielversprechende Talente auch gerne in den eigenen Reihen hätte: "Wir hätten gerne Spieler wie Julian Brandt bei uns - und wir würden gerne einen Spieler wie ihn ausbilden." Genauso ist es mit Leon Goretzka oder Max Meyer bei Schalke 04. Meyer kommt schon auf 35 Bundesligaeinsätze und hat jetzt schon einen Marktwert von 15 Millionen Euro. Beide Talente gelten bei Schalke als unverkäuflich.

Der FC Bayern will in Sachen Talente "Vollgas" geben

Der FC Bayern sieht deswegen Nachholbedarf in seiner Talentschmiede und vermeldete vor Kurzem die Verpflichtung von Ex-Leverkusen-Scout Michael Reschke. Reschke wird bei den Münchnern Technischer Direktor und soll ein ausgezeichnetes Netzwerk hinter sich wissen. Zudem wird es künftig an ihm liegen, Spieler wie Brandt oder Öztunali von einem Wechsel zum FC Bayern zu überzeugen. Rummenigge will in Sachen Talente in der kommenden Zeit "Vollgas" geben und sagt: "Wir werden bei der Ausbildung einen Zahn zulegen. Und auch mal zuschlagen, wenn ein guter Spieler auf dem Markt ist."

Das hört sich fast wie eine Drohung in Richtung der Liga-Konkurrenz an. Dabei haben die Münchner vor, zweigleisig zu fahren. Einerseits will man selbst Talente zu Stars formen - andererseits auch Top-Talente von Konkurrenten verpflichten.

Die Liga zittert.

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Philipp Kuserau

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