Keine Lust mehr auf die zweite Mannschaft

Julian Green: Kampfansage an die Konkurrenten 

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Julian Green will die Abwesenheit der Topstars für sich nutzen.

Chicago - Julian Green hat weiter den Traum, sich als Bayern-Profi durchzusetzen. In die Regionalliga will er nicht mehr, stattdessen sucht er seine Chance auf der USA-Reise.

Es ist schon witzig, wenn man Julian Green so sprechen hört. Noch dazu in den USA. Dass dieser junge Mann ein Kind zweier Welten ist, wird in diesen Tagen in Chicago mal wieder überdeutlich. Optisch, stilistisch sind seine US-Wurzeln unverkennbar. Aber wenn er den Mund aufmacht, rollt er das „R“, dass nicht nur jedem Menschen zuhause in Miesbach das Herz aufgeht.

„Die USA sind genauso wie Deutschland Heimat für mich“, sagt der Offensivspieler des FC Bayern, der mindestens einmal im Jahr in den Staaten, in denen er geboren wurde, Urlaub macht. Aufgewachsen ist er im Miesbacher Raum, daher die Mundart – und ein exotischer Mix. Denn seine Ansichten, was seine Ziele angeht, sind amerikanisch. Soll heißen: durchdrungen von maximalem Optmismus. „Ich habe auch in dieser Saison das Ziel, mich bei den Bayern in der Ersten Mannschaft durchzusetzen“, sagte er gegenüber dem Münchner Merkur, „ich weiß, dass das schwer wird, aber nichts ist unmöglich – das ist meine Einstellung.“ Julian Green, 21, ist hartnäckig.

Green: "In der zweiten Mannschaft werde ich nicht mehr spielen"

Es ist nun der vierte Sommer, in den er auf Tuchfühlung mit Bayerns Profis startet – bisher konnte er sein Ziel nicht verwirklichen. Mal war er nur Ergänzungskraft, mal wurde er an den Hamburger SV verlieren, im letzten Jahr dann sollte er erst einmal wieder in der Zweiten Mannschaft zu sich selber finden. Das gelang, er schoss ein paar wichtige Tore und bereitete noch mehr vor.

Nun also ein neuer Anlauf unter Carlo Ancelotti. Eines steht dabei schon jetzt fest: „In der zweiten Mannschaft werde ich nicht mehr spielen.“ Sollte es bei den Profis wieder nicht klappen, habe er noch keinen Plan B – „aber ich mache mir jetzt keine Gedanken über etwas, was gar nicht eintreten muss, sondern ich bin hier und setze alles daran, Bestleistung zu erzielen. Mein Herz schlägt klar für den FC Bayern.“

Ancelotti selbst klang in den USA (alle Infos zur US-Tour des FC Bayern im News-Ticker)eher reserviert, als er zu Julian Green gefragt wurde: Man müsse mal sehen, wie er sich so mache. Wie lange sich der Nachwuchsmann empfehlen kann, da wurde nichts vereinbart, erzählt Green. „Ich mache hier jeden Tag meine Arbeit so gut wie ich kann und möchte mich Ancelotti empfehlen. Der Rest kommt von alleine.“ Im Fußball gäbe es auch selten Abmachungen, „dafür ist alles zu schnelllelbig in der Branche“.

Schnell nach oben geschossen ist Green in jedem Fall bei der WM 2014, als er für die USA sogar ein Tor erzielte. So ist es kurios jetzt in den USA – obwohl er nun wirklich nicht zu den Stars gehört, wird er erkannt. „In die USA zu kommen und hier Fußball zu spielen, ist immer wunderschön für mich – ob nun mit Bayern oder der US-Nationalmannschaft“, sagt er, „und ich freue mich auch, wenn ich ein bisschen helfen kann, den FC Bayern hier ein bisschen mehr bekanntzumachen, weil den Klub leider noch nicht jeder in den USA kennt.“ Das werde sich aber ändern, ist er überzeugt: „Fußball wird hier immer größer, und die Bayern haben Anhänger auf der ganzen Welt.“

Seine Karriere in der Nationalelf stagnierte zuletzt, bei der Copa America stand er nicht im Aufgebot, aber auch hier will er „weiter dranbleiben“ Sein Kontakt zu Jürgen Klinsmann sei „sehr gut“. Er war enttäuscht, dass er bei der Copa America nicht nominiert wurde, „aber im Länderspiel vor dem Turnier durfte ich mitmachen, zudem habe ich für unsere U23 die Olympia-Qualifikation gespielt“. Da scheiterte man knapp – „schade, die Spiele in Rio wären ein Traum gewesen“. Doch er hat ja noch ein paar mehr Träume, für die er jetzt alles gibt.

awe

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