Riesenlob für Guardiola

Rummenigge: Kampf auf Transfermarkt ist eröffnet

Karl-Heinz Rummenigge ist hochzufrieden mit Trainer Pep Guardiola und kündigt verstärkte Bemühungen im Kampf um junge Talente an.

München - Wenn es auf dem Transfermarkt um junge Talente ging, hielt der FC Bayern bislang die Füße still. Das soll sich nun ändern, kündigt Rummenigge an. Außerdem verrät er, warum er noch positiver über Pep Guardiola denkt.

Stillstand ist Rückschritt - dieses oft bemühte Motto aus dem Wirtschaftsleben hat sich offenbar auch Karl-Heinz Rummenigge zu Herzen genommen. Der Vorstandsvorsitzende des FC Bayern hat in einem Interview mit Goal.com angekündigt, dass sich der deutsche Rekordmeister auch in das Wettbieten um junge Talente einschalten und nicht mehr wie bisher die Füße still halten wird. Dabei scheut der FCB auch nicht die ganz große internationale Konkurrenz.

"In Deutschland herrscht unter den Bundesligisten ein Wettbewerb um die Talente ab dem 15. Lebensjahr. Zum Teil springen englische Vereine wie Chelsea, Manchester United oder Arsenal dazwischen. Ihnen werden wir uns stellen", kündigt Rummenigge an. Und dabei werde auch die Finanzschatulle nicht mehr fest verschlossen sein, ganz im Gegenteil: "Wenn unsere Scouting-Abteilung jemanden ausgemacht hat, dem sie zutraut, bei uns zu bestehen, ist der Kampf eröffnet. Dann geht es klar um finanzielle Dinge", so Rummenigge. Allerdings will der Bayern-Boss ein bestimmtes Alter nicht unterschreiten: "Ich bin kein Freund davon, Kinder zu holen. In England oder Spanien transferieren sie Zehn- bis Zwölfjährige. Für mich sind sie in dem Alter besser in ihren Familien aufgehoben. Das ist seriöser und nachhaltiger."

Guardiola als Zugpferd bei prominenten Transfers

Ein wichtiger Bestandteil dieser neuen Offensive ist das geplante neue Bayern-Nachwuchsleistungszentrum. Rummenigge verbreitet in dieser Angelegenheit Optimismus: "Spätestens bis zum Jahresende sind wir hoffentlich so weit, um sie (die Pläne, Anmerk. d. Red.) bei der Stadt München einzureichen. Wenn wir alles zügig genehmigt bekommen, können wir bald starten."

Als Zugpferd bei künftigen Verpflichtungen hat der Vorstandsvorsitzende Trainer Pep Guardiola ausgemacht. Der Spanier sei ein extrem wichtiger Faktor, um sich das Ja potenzieller Neuzugänge zu sichern: "Pep Guardiola arbeitet mit einer Intensität, mit einer Qualität, wie ich sie nie erlebt habe. (...) Ich merke das, wenn ich mit Spielern spreche – er ist ein Faktor, weshalb sie kommen. Xabi Alonso, Robert Lewandowski und Mario Götze wollten unter anderem mit ihm zusammenarbeiten. Das ist ein Plus für uns."

Rummenigge erklärte außerdem, dass er zwar schon immer eine hohe Meinung von Guardiola gehabt habe, jetzt aber noch positiver über ihn denke. Grund dafür ist der exzellente Start der Bayern in der Nach-WM-Saison. Anstatt zu straucheln wie die anderen Mannschaften mit vielen WM-Fahrern, grüßt das Starensemble von der Säbener Straße wie gewohnt von der Tabellenspitze - trotz der zahlreicher prominenten Verletzten.

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Rummenigge erinnert sich an seine eigene aktive Zeit bei den Bayern, als er 1974 nach dem WM-Triumph der deutschen Nationalmannschaft nach München wechselte, wo zahlreiche Weltmeister unter Vertrag standen. Der Saisonstart verlief entsprechend miserabel. "1974 als junger Stürmer erlebte ich es selbst. Ich bin zu Bayern gekommen und der Auftakt in Frankfurt gegen Kickers Offenbar ging mit 0:6 verloren. Die Saison beendeten wir auf Platz zehn. Guardiola hat das vermieden", vergleicht Rummenigge Damals und Heute. Guardiola arbeite unheimlich akribisch und verfüge über eine unglaubliche Gabe in Sachen Trainingsdosierung und wisse genau, wann er die Zügel anziehen oder locker lassen müsse. "Uns erstaunt es ein Stück weit", erklärt der Bayern-Boss, "jeder rechnete mit einem Holper- und Stolperstart. Jetzt nach sieben Spieltagen sind es vier Punkte auf die Verfolger, zehn auf Borussia Dortmund."

Apropos Dortmund: Angesprochen auf eine mögliche Verpflichtung von Borussias Superstar Marco Reus gibt sich Rummenigge ausdrücklich zurückhaltend. "Es gab keine Diskussionen, was wir machen. Ich sagte lediglich, dass ich die Ausstiegsklausel (soll bei 25 Millionen Euro liegen, Anmerk. d. Red.) kenne. Die war kein Geheimnis – zumindest nicht bei Insidern. Ich will das Thema nicht überstrapazieren. Mein Kollege in Dortmund reagiert sonst etwas genervt." Die Kabbelei mit BVB-Boss Hans-Joachim Watzke nimmt Rummenigge allerdings sportlich: "Im Fußball gehört es dazu, ein bisschen auf die Palme zu schießen. Mal sind wir auf der Palme. Mal der Kollege. Das ist durchaus zum Wohle des Fußballs."

dh

Denis Huber

Denis Huber

E-Mail:denis.huber@merkur.de

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