Nach Unentschieden gegen Frankfurt

Kommentar: Rummenigges Kritik ist durchaus berechtigt

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Sven Westerschulze.

München - Auch nach Spieltag sieben steht der FCB an der Tabellenspitze. Dennoch herrscht in München eine Mini-Krise. Harte Worte hagelt es von Rummenigge. Zurecht, findet tz-Reporter Sven Westerschulze. Doch die Schwächephase auf Ancelotti zu schieben, sei zu einfach. Ein Kommentar.

Mit Blick auf die Tabelle dürfte der ein oder andere überrascht gewesen sein von den klaren Worten, mit denen sich Karl-Heinz Rummenigge seine Mannschaft nach dem 2:2 in Frankfurt vorgeknöpft hat. Die Bayern sind nach wie vor Spitzenreiter – und trotzdem ist Rummenigges harsche Kritik durchaus verständlich. Denn der FCB-Boss zweifelt nicht an den sportlichen Qualitäten seiner Spieler, sondern an deren Einstellung. Und als ihr Vorgesetzter ist es sein gutes Recht, sie in die Pflicht zu nehmen. Was auch eine Rolle spielt, ist die Tatsache, dass man solche Auftritte wie zuletzt gegen Köln und Frankfurt nicht mehr gewohnt war von den Münchnern. Die Maschinerie war auf Sieg programmiert und marschierte gnadenlos durch die Bundesliga. Das war auch ein Verdienst von Pep Guardiola. Die momentane Schwächephase des Rekordmeisters aber jetzt einzig auf Carlo Ancelotti zu reduzieren, ist zu einfach. Ich sage: Lasst den Carlo einfach mal machen!

Es ist unübersehbar, dass sein 4-3-3-System noch nicht zu den Bayern passt, die unter Guardiola meist im 4-1-4-1 angetreten sind. Auch die Abstimmung in den verschiedenen Mannschaftsteilen stimmt noch nicht, weshalb die Münchner die gewohnte Dominanz vermissen lassen. Aber Ancelotti ist kein One-Hit-Wonder, sondern hat bei all seinen bisherigen Trainerstationen großen Erfolg gehabt. Zufall? Wohl kaum. Natürlich läuft noch nicht alles rund, das hat Philipp Lahm bereits vor Wochen gesagt. Doch trotz aller gegenwärtiger Probleme werden die Bayern am Ende wieder Deutscher Meister. Dafür ist der Kader einfach zu gut. Und Ancelotti erfahren genug, um Situationen wie diese so zu moderieren, dass seine Spieler am Ende gestärkt daraus hervorgehen. Das wird auch im Sinne von Karl-Heinz Rummenigge sein. Und wenn sich dafür am Ende der Saison – wie dreimal unter Guardiola – keine Schwächeperiode einschleicht, dann dürften alle über diese Mini-Krise im Oktober lachen!

Bayern müht sich gegen Frankfurt zum Remis: Zwei Fünfer

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