Unterschiedliche Aussagen sorgen für Verwirrung

Lahm als Sportdirektor? Hoeneß und Rummenigge nicht einig

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Uli Hoeneß (r.) und Karl-Heinz Rummenigge (l.): zwei Alphatiere, die den FC Bayern in eine geordnete Zukunft führen wollen.

München - Die Bayern-Bosse Rummenigge und Hoeneß sind sich darüber einig, dass die Position des Sportdirektors wichtig ist und neu besetzt werden muss. Doch ob es nun Philipp Lahm wird, darüber herrscht offenbar ein Dissens.

Als Karl-Heinz Rummenigge am Freitagabend auf der Jahreshauptversammlung die Frage eines Mitglieds nach einem neuen Sportdirektor beantwortete, ließen seine Aussagen wenig Deutungsspielraum.

Philipp Lahm wurde von Coach Ancelotti zuletzt häufiger ausgewechselt bzw. geschont.

Die Position sei enorm wichtig, deshalb werde der FC Bayern "in nicht allzu ferner Zukunft" wieder einen Mann für den vakanten Posten präsentieren, sagte der Vorstandsvorsitzende  - und stellte klar: "Wir haben da einen im Hinterkopf, den Namen haben Sie sicher schon gehört, den werden wir auch holen, aber der muss im Moment noch Fußball spielen." Jedem Anwesenden im Audi Dome war in diesem Moment klar, dass Rummenigge von Philipp Lahm sprach, dem Kapitän der Profis, ausgestattet mit einem Vertrag bis 2018. Lahm selbst hatte in den vergangenen Wochen orakelt, er könne sich auch ein vorzeitiges Karriereende vor dem Ablauf seiner Vertragslaufzeit vorstellen. Wer Rummenigges Worte analysiert, kommt zu dem Schluss: Lahm hängt kommenden Sommer die Fußballstiefel an den Nagel und wechselt auf den Sportdirektorposten.

Hoeneß: Zur neuen Saison ist ein Sportdirektor da - basta!

Doch so einfach scheint die Angelegenheit nicht zu sein. Denn der alte und neue Präsident des FC Bayern, Uli Hoeneß, ist offenbar etwas anderer Meinung als sein Vorstandskollege. Bei einem Fanclub-Treffen am Sonntag in Wunsiedel machte der 64-Jährige klar, dass ihm einerseits die Position des Sportdirektors zu wichtig ist, um ihre Besetzung bis 2018, Lahms eigentlich angepeiltem Karriereende-Termin, aufzuschieben.

„Ich habe gesagt: Zur neuen Saison ist einer neuer Sportdirektor da. Und basta! Bis wir ihn haben, sage ich dazu nichts, okay?“, polterte Hoeneß. Er sei zwar sicher, dass Lahm auch nach seiner Karriere beim FC Bayern arbeiten werde, in welcher Funktion auch immer, betonte aber: „Derzeit hat er (Philipp Lahm, Anmerk. d. Red.) einen Vertrag bis zum 30. Juni 2018. Der ist weder aufgelöst noch diskutiert.“

Hoeneß will Lahm noch bis 2018 als Fußballer

Andererseits, so schreibt der kicker, sehe Hoeneß Lahm zwar perspektivisch auch auf der Führungsebene, „möchte aber, dass dieser Ausnahmespieler noch über diese Saison hinaus dem Verein seine wertvollen Dienste auf dem Fußballplatz erweist“. Zur Aussage Rummenigges auf der JHV stellte Hoeneß klar: „Er hat nicht gesagt, Philipp Lahm wird Sportdirektor am 1. Juli.“

Und was meint Lahm selbst? Der Routinier gibt sich bedeckt und diplomatisch: "Wenn der Vorstandsvorsitzende sagt, es ist wichtig, einen Sportdirektor zu haben, dann ist es auch so. Ich sehe das genauso. Wir hatten immer jemanden, der nah an der Mannschaft war und sehr gut gearbeitet hat.“

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