Warum sich Real das Wunderkind schnappte

Ödegaard sagte Bayern ab - jetzt packt Ancelotti über den Deal aus

+
Carlo Ancelotti war an einer Verpflichtung von Martin Ödegaard nicht interessiert.

München - Vor anderthalb Jahren war die halbe Fußballelite Europas scharf auf Martin Ödegaard, auch der FC Bayern wollte das Wunderkind verpflichten. Der Norweger ging schließlich zu Real Madrid - Carlo Ancelotti verrät jetzt pikante Details.

Es war eine wahre Brautschau, auf die sich Martin Ödegaard vor rund anderthalb Jahren begab. Im für einen Fußballer noch sehr zarten Alter von 15 Jahren absolvierte das norwegische Wunderkind mehrere Probetrainings und hatte Angebote vieler europäischer Topklubs auf dem Tisch liegen. Der nächste Messi, drunter ging es nicht, wenn man die Scouts nach den Fähigkeiten des jungen Blondschopfs befragte.

Carlo Ancelotti: Darum schnappte Real Ödegaard den Bayern weg

Neben Manchester United und Real Madrid spielte Ödegaard auch beim FC Bayern an der Säbener Straße vor, traf sich mit den Verantwortlichen. "Er war drei Tage hier, hat mit dem Trainer (Pep Guardiola, Anmerk. d. Red.), Matthias Sammer und mit mir gesprochen – er wollte einfach verstehen, wie der jeweilige Klub tickt", erzählte Karl-Heinz Rummenigge damals.

Doch den Zuschlag erhielten damals die "Königlichen" aus Madrid, im Januar 2015 wechselte Ödegaard in die spanische Hauptstadt. "Am Ende war vielleicht der Bräutigam in Madrid etwas attraktiver als der hier. Ich hatte auch nicht den Eindruck, dass es hier ums Geld ging", so der Vorstandsvorsitzende. Nicht ums Geld? Um was dann?

Carlo Ancelotti, kommender Bayern-Coach und zur Zeit der Ödegaard-Verpflichtung amtierender Real-Trainer, beschreibt in seinem Buch "Quiet Leadership" offen die Gründe für die publikumswirksame Personalie. Offenbar versuchte Real mit aller Macht, den kommenden Supersuperstar unter Vertrag zu nehmen.

Die Transfergerüchte rund um den FC Bayern

Denn laut Ancelotti ging es Real-Präsident Florentino Perez nur ums Prestige und die Außenwirkung. "Wenn der Präsident entscheidet, dass er aus PR-Gründen einen norwegischen Jungen drei Mal in der ersten Mannschaft auflaufen sehen will, dann muss ich einen Weg finden, das umzusetzen", schreibt der italienische Starcoach. Er selbst dachte in Sachen Ödegaard: "Es ist mir egal, ob er kommt oder nicht, denn er wird jetzt nicht für mich spielen. (...) Ich war an seiner Verpflichtung nicht interessiert, denn sie war nicht wichtig für meine Arbeit." Selbstredend behandelte Ancelotti, der Gentleman, den Youngster aber "mit dem gleichen Respekt, den ich jedem jungen Spieler entgegen bringen würde".

Ödegaard spielte seit seiner Ankunft in Madrid 49 mal in der zweiten Mannschaft Real Madrid Castilla in Spaniens dritter Liga Segunda Division B und zwei Mal in Reals Profiteam. Einen Rekord stellte er allerdings auf: Am 23. Mai 2015 wurde er bei Madrids 7:3-Heimsieg gegen Getafe für Cristiano Ronaldo eingewechselt und ist seitdem mit 16 Jahren, fünf Monaten und sechs Tagen der bisher jüngste Real-Spieler in der Liga.

WhatsApp-News zum FC Bayern gratis aufs Handy: tz.de bietet einen besonderen Service für FCB-Fans an. Sie bekommen regelmäßig die neuesten Nachrichten zu den Roten direkt per WhatsApp auf Ihr Smartphone. Und das kostenlos: Hier anmelden!

auch interessant

Meistgelesen

Lewy-Verlängerung? Berater verrät entscheidendes Detail
Lewy-Verlängerung? Berater verrät entscheidendes Detail
Ticker: Thiago vergleicht sich mit einem Auto - Boateng fällt aus
Ticker: Thiago vergleicht sich mit einem Auto - Boateng fällt aus
Vidal nach FCB-Kritik: „Niemand hat mich gezwungen“
Vidal nach FCB-Kritik: „Niemand hat mich gezwungen“
Nicht nur Mainz macht ihm Spaß: Lewy lobt das neue System
Nicht nur Mainz macht ihm Spaß: Lewy lobt das neue System

Kommentare