Ex-FCB-Doc im NDR

Mull-Seitenhieb gegen Pep? "Ich entscheide, wann ich einen Spieler wieder freigebe"

+
Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt (Archiv).

München - Hochleistungssportler müssen fast tagtäglich an ihre körperlichen Grenzen gehen. Der ehemalige Arzt des FC Bayern, Doktor Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt, erklärt in einer Reportage, dass der Weg nicht über Schmerzmittel führen kann. 

Er ist der wohl bekannteste und beste Sportarzt der Welt und betreut Superstars wie Usain Bolt oder die Spieler des FC Bayern und der deutschen Nationalmannschaft. Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt weiß, wovon er spricht, schließlich arbeitet er seit mehr als 40 Jahren mit Hochleistungssportlern zusammen. 

In der Reportage "Irrsinn Hochleistungssport" des Norddeutschen Rundfunks (NDR) berichtet der langjährige Mannschaftsarzt des FC Bayern über die Praktiken der Schmerzmitteleinnahme bei Sportlern, um schmerzfrei trainieren zu können. Dabei ist ein Seitenhieb gegen Pep Guardiola, mit dem sich der 74-Jährige im April 2015 überwarf und daraufhin zurücktrat, unüberhörbar.

Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt (r.) mit einem seiner bekanntesten Patienten, dem Sprinter Usain Bolt.

Seitenhieb gegen Pep Guardiola

In der Sendung spricht Müller-Wohlfahrt davon, wer zu entscheiden hat, wann ein verletzter Spieler wieder einsetzbar ist: "Aber ich verantworte und entscheide ganz alleine, wie ich behandle, und wann ich einen Spieler wieder freigebe für den Sport." Zwar erwähnt "Mull" dabei nicht Pep Guardiola, doch die Intention hinter dieser Aussage scheint deutlich. Als der Katalane noch Trainer in München war, polterte Pep, dass die damals vielen Verletzten nicht schnell genug wieder fit werden würden und wollte die Wiedergenesenen schnellstmöglich wieder einsetzen. Doch Müller-Wohlfahrt war dagegen. Seiner Ansicht nach müsse eine Verletzung komplett auskuriert werden. Daraufhin kam es zum Streit, auf den der Rücktritt des Teamarztes folgte. 

"Es ist eine Katastrophe."

Einen Schmerz mit Schmerzmitteln zu behandeln sei im Hochleistungssport "Usus" und "eine Katastrophe". Es könne nicht der Weg sein, ein Problem mit Schmerzmitteln zu behandeln. "Die Magenschleimhaut, die Leber, die Nieren und das Herzkreislauf-System leidern darunter. Wenn man ständig mit Medikamenten trainiert, verliert man auch die Wahrnehmung über seinen Körper. Das kann nicht sein. Man muss die Ursache so lange suchen, bis man sie hat", so der 74-Jährige. 

WhatsApp-News zum FC Bayern gratis aufs Handy: tz.de bietet einen besonderen Service für FCB-Fans an. Sie bekommen regelmäßig die neuesten Nachrichten zu den Roten direkt per WhatsApp auf Ihr Smartphone. Und das kostenlos: Hier anmelden!

tor

auch interessant

Meistgelesen

Nach Bayern-Attacken: Ex-Löwen-Funktionär greift Hoeneß an
Nach Bayern-Attacken: Ex-Löwen-Funktionär greift Hoeneß an
FCB ohne Chef-Stratege nach Mainz - Vidal dabei
FCB ohne Chef-Stratege nach Mainz - Vidal dabei
RB Leipzig? Hoeneß sendet Kampfansage
RB Leipzig? Hoeneß sendet Kampfansage
Schimmel-Streit: Bayern-Star beim Hauskauf belogen?
Schimmel-Streit: Bayern-Star beim Hauskauf belogen?

Kommentare