Buchpräsentation in München

Ancelotti verrät Kabinen-Anekdote mit Rummenigge

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Carlo Ancelotti bei der Buchpräsentation.

München - Carlo Ancelotti hat am Montag seine Autobiografie präsentiert und dabei auch von einer skurrilen Begegnung mit Karl-Heinz Rummenigge berichtet.

Ein Fußballer hat in der Regel 90 Minuten Zeit, um Kollegen, Trainer, Verantwortliche und Fans von sich zu überzeugen. Carlo Ancelotti blieben am Montagabend bei der Präsentation seiner Autobiografie in der Muffathalle nur 60. Er nutzte sie. Der Trainer des FC Bayern plauderte mit Moderator Ronald Reng in sympathischem Italo-Englisch über vergangene Zeiten und künftige Ziele. Dabei erinnerte er keineswegs an einen Geschichten erzählenden Onkel, sondern vielmehr an einen Kabarettisten. Der charismatische Fußballlehrer wusste die Pointen an der richtigen Stelle zu setzen und gleichzeitig so schelmisch zu grinsen wie ein kleiner Junge.

Zu Karl-Heinz Rummenigge, dem Bayern-Vorstandsvorsitzenden, fiel ihm etwa eine Anekdote aus den Achtzigerjahren ein. „Als ich damals bei Milan gespielt habe, da war er bei Inter Mailand. Einmal ist mir in der Kabine aufgefallen, dass er um sein Bein einen Verband hatte“, so Ancelotti. „Also habe ich ihn gefragt, was denn da passiert sei, und Rummenigge hat gesagt: ‚Erinnerst Du Dich nicht? Das warst Du.’ ‚Ich? Unmöglich.’“ Der Italiener schmunzelte unschuldig und die rund 300 Besucher (unter ihnen Ehefrau Mariann, Ex-Nationalspieler Thomas Hitzlsperger und der Ex-Hachinger Jonas Hummels) in der bestuhlten Halle lachten.

Mit dieser Eigenart schaffte es der heute 57-Jährige wohl damals schon, auch Rummenigges Groll nicht dauerhaft auf sich zu ziehen. Zumindest war der es ja, der ihn nun an die Säbener Straße holte – und Ancelotti hofft, dass diese Beziehung von Dauer ist. „Ich habe mein Trainer-Glück bei Chelsea zwei Jahre versucht, ein Jahr in Paris und zwei Jahre in Madrid. Jetzt bin ich in München und würde gerne länger als zwei Jahre bleiben“, erklärte der Coach, der beim Rekordmeister bis 2019 unterzeichnet hat: „Manche Vereine sind wie Unternehmen, hier habe ich das Gefühl, dass es wie eine Familie ist.“ Der Beifall war ihm an dieser Stelle sicher, Ancelotti lehnte sich entspannt zurück.

Einmal jedoch, da zeigte der Fußball-Fachmann an diesem Abend ein ganz anderes Gesicht. Denn so witzig sich die meisten Passagen in dem Buch lesen, so traurig ist der Anlass für dessen Erscheinen. Im Jahr 2013 starb Ancelottis früherer Milan-Mitspieler Stefano Borgonovo an der Nervenkrankheit ALS. Der Erlös geht daher an eine Stiftung, sagte Ancelotti, die sich um die Erforschung der Krankheit kümmert. Weil es eben weitaus Wichtigeres gibt als diese 90 Minuten im Fußball.

Sina Ojo

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