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Ancelottis Rotation: Darum bekommt Lewy keine Pause

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Ausgebrannt ist Lewandowski sicher noch nicht. Doch die ganze Saison wird er kaum durchspielen können.

München - Trotz der Dauerrotation beim FC Bayern spielen einige Profis fast immer. Einer davon ist Robert Lewandowski. Und das hat einen guten Grund.

Carlo Ancelotti lässt beim FC Bayern bisher auf allen Positionen rotieren, was das Zeug hält. Einige Spieler stehen aber fast immer auf dem Platz. Neben Manuel Neuer waren das bisher vor allem Javi Martinez und Robert Lewandowski. Martinez verletzte sich nun im Spiel gegen Köln. Auch Lewandowski wird früher oder später eine Pause brauchen. Aber der Pole ist für Ancelotti kaum zu ersetzen.

Gute Gründe für die Rotation

Carlo Ancelotti hat in keiner der bisherigen Partien dieselben elf Spieler auflaufen lassen. Gegen Köln gab es im Vergleich zum Spiel in Madrid gleich sieben Wechsel. Nun gibt es natürlich trifftige Gründe, die für das Durchtauschen sprechen. Ganz oben steht der extrem gut besetzte, breite Kader des FC Bayern in dieser Saison. Hinzu kommt, dass die Saison noch lang ist und Ancelotti als erfahrener Trainer durchaus weiß, dass es besser ist gleich zu Beginn Kräfte zu schonen. Allerdings dürfte es nicht helfen die fehlenden Automatismen zu finden, wenn nie dieselben Spieler auf dem Platz stehen und sich aneinander gewöhnen können.

Rotation mit Ausnahmen

Egal, ob man dem Rotations-Prinzip allgemein zu- oder abgeneigt ist, fällt auf, dass bestimmte Spieler fast immer auf dem Platz stehen. Nur vier Spieler standen bei allen zehn Spielen auf dem Platz: Neben dem gesetzten Torwart Manuel Neuer waren das Arturo Vidal, Javi Martinez und Robert Lewandowski. Aber auch Vidal bekam gegen Schalke, Hamburg und Köln Ruhepausen und spielte je nur 20-30 Minuten.

Martinez, der Vielspieler

Javi Martinez spielte dagegen fast durch. Nur im DFB-Pokal-Spiel gegen Jena durfte er nach 51 Minuten vom Platz. Dass der Spanier verletzungsanfällig ist, ist weithin bekannt. Im Spiel gegen Köln zog sich Martinez jetzt einen Faserriss zu und fällt für mindestens zwei Wochen aus. Der kicker stellte im Anschluss die Frage, warum Martinez nach dem Chamions-League-Spiel keine Pause bekommen hat. Auch Joshua Kimmich, David Alaba oder Xabi Alonso hätten hinten aushelfen können. 

Dauerbrenner Lewandowski

Neben Neuer spielte bei den Bayern nur ein Spieler noch mehr als Martinez: Robert Lewandowski. Der Pole bekam bislang noch keine einzige Auszeit von Ancelotti. Der Grund: Es gibt letztlich keinen Ersatz für den Stürmer, der bereits neun Mal in Pflichtspielen getroffen hat. Aber sollte der einzige echte Mittelstürmer nicht genau deswegen geschont werden? Die Saison ist noch lang und sollte Lewandowski ausfallen, hätten die Bayern ein echtes Problem in der Offensive.

Green könnte den Polen entlasten

Eine Option wäre Julian Green. Der junge Amerikaner könnte zumindest als Einwechselspieler für Pausen bei Lewandowski sorgen. Trotz guter Leistungen in der Vorbereitung, in der der 21-Jährige auch mehrfach getroffen hat, durfte Green nur in einem Pflichspiel ran. Im DFB-Pokal-Spiel gegen Jena kam er aber wiederum nicht für Lewandowski, sondern für Franck Ribery. Und das obwohl Lewandowski zu diesem Zeitpunkt (66. Minute) bereits drei Mal getroffen hatte und das Spiel entschieden war. Ancelotti sieht Green wohl nicht als Alternative für Lewandowski. Auch Thomas Müller könnte zumindest Zeitweise in der Sturm-Zentrale spielen. Aber das System mit einer hängenden Spitze ist bei Ancelotti äußerst unbeliebt. Das ist wohl einer der Unterschiede zu seinem Vorgänger Pep Guardiola.

Gerade jetzt, da es holpert wird Ancelotti noch weniger auf Lewandowski verzichten können. Die Rotation geht eben nur so weit, dass sie die Qualität des Teams nach Trainerauffassung nicht zu sehr schwächt. In der Sturmzentrale sieht Ancelotti zum jetzigen Zeitpunkt anscheinend keine Möglichkeit eine kraftsparende Rotation einzuführen.

Bilder: Der FC Bayern auf der Wiesn

rs

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