Bayern-Dribbler verletzt sich beim Geburtstags-Kick

Robben-Schock: 35 Minuten Freude, sechs Wochen Pause

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Der Moment, in dem er Bescheid wusste: Robben war in Lippstadt Torschütze und Vorbereiter – ehe ihm eine Muskelfaser im Adduktor riss.

München – Der Comeback-Plan von Arjen Robben klappte ganze 35 Minuten. Nun muss der Edel-Dribbler des FC Bayern wieder in die Reha. Nicht zum ersten Mal.

Fünf Zeilen waren es, mehr nicht. Kein eigener Artikel auf der Homepage des FC Bayern, sondern eine kleine Randnotiz auf einer News-Übersicht. „Robben fällt mit Muskelverletzung aus“ stand da gestern Vormittag also über „Basketballer verpflichten Frankreichs MVP“. So bitter es ist: Nachrichten über eine Verletzung von Arjen Robben sind inzwischen Alltags-Themen.

Es ist also schon wieder passiert. Erneut an den Adduktoren. Die Hoffnung des 32-Jährigen auf eine Saison ohne Sorgen währte nicht mal eine Halbzeit lang. Beim ersten Test unter dem neuen Trainer Carlo Ancelotti – dem 4:3 beim SV Lippstadt am Samstag – griff sich der Niederländer nach einer guten halben Stunde in die Leistengegend. Es war schnell klar, dass es nicht weitergehen würde. Robben, vor 8500 Zuschauern bis dahin als Torschütze und Vorbereiter an je einem Tor beteiligt, ging vom Feld. Geknickt. Er ahnte schon da, was einen Tag später zur Gewissheit wurde.

Robben-Verletzung: Teamkollegen leiden mit ihm

Sechs Wochen Pause, Reha statt Vorbereitung: Der Saisonstart wird wie so oft in den letzten sieben Jahren ohne Robben gelingen müssen. „Es ist sehr bitter. Wer Arjen kennt, der weiß, wie gerne er auf dem Fußballplatz steht. Er geht nicht einfach so raus“, hatte Kapitän Philipp Lahm schon nach der Partie gesagt. Ancelotti hoffte bis zuletzt darauf, dass es „nichts Ernstes“ sei. Eingehende Untersuchungen nach der Rückkehr aber bestätigten Robbens erste Befürchtung.

Diesmal ist eine Muskelfaser im rechten Adduktor gerissen. Wohl eine Folgeverletzung der Beschwerden, die ihn bereits seit März zum Zuschauen verdammt hatten. „Eine lange Pause können wir nicht gebrauchen – er noch viel weniger als wir“, sagte Karl-Heinz Rummenigge. Nun müssen beide Seiten versuchen, mit der neuen Situation umzugehen. Vor allem Robben dürfte das schwer fallen.

Er hatte in den letzten Monaten enorm geackert, war mit einem persönlichen Trainingsplan in den Urlaub gefahren, hatte akribisch für sein Comeback gekämpft. Es war ihm wichtig, nach der schweren vergangenen Saison – inklusive langer Pause und verpasster EM – zum Neustart unter Ancelotti topfit zu sein. Als einer der Ersten nahm er weit vor dem offiziellen Start das Training auf, war täglich an der Säbener Straße. In den ersten Einheiten unter Ancelotti sah man ihn nun so dynamisch und durchtrainiert wie selten zuvor. Dieser Mann brannte.

Geburtstagsgeschenk für Rummenigge mit fadem Beigeschmack

Er hatte zugegeben, dass es noch Zeit brauche, ehe die Abläufe wieder automatisiert sind, er sich nach mehr als vier Monaten Pause wieder an den Ball und die Mitspieler gewöhne. Und er hatte sich auf den Trip in Rummenigges Heimat Lippstadt gefreut wie kaum ein Zweiter. Endlich wieder spielen, endlich wieder zeigen, dass auch er noch eine Berechtigung hat, in dieser mit Topstars gespickten Mannschaft zu stehen. 35 Minuten lang klappte alles nach Plan – dann war Schluss.

Auch Ancelotti hatte sich sein Debüt anders vorgestellt. Über sportliche Belange – außer Robben trafen Julian Green, Franck Ribery und Marvin Joswig (Eigentor) – sprach nach dem Testkick, der ein Geburtstagsgeschenk für Rummenigge war, kaum jemand. Alles drehte sich um Robben – und die Folgen, die sein langer Ausfall nun haben könnte.

Sowohl Ancelotti als auch Rummenigge hatten zuletzt nicht ausgeschlossen, weitere Spieler zu verpflichten. Der Blick auf den Transfermarkt dürfte sich nun nochmal intensivieren. So bitter es ist, die Erfahrung lehrt: Sechs Wochen Pause können bei Robben auch gut und gerne mal ein paar mehr werden. Douglas Costa ist derzeit ebenso verletzt, Kingsley Coman hat die EM bis zum Endspiel bestritten und kommt erst Anfang August aus dem Urlaub zurück.

Die beiden Youngster waren im Vorjahr verpflichtet worden, als Robben sich kurz nach dem Saisonstart verletzt hatte. Damals war die Nachricht dem FC Bayern immerhin noch sechs Zeilen wert.

Bilder: So lief das Ancelotti-Debüt in Lippstadt

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