Ex-Berater packt in Marca aus

Falsches Spiel mit Bayern? Top-Offerte für ihn abgeschmettert

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(K)Einer für den FC Bayern? Ezequiel Garay stand 2014 offenbar bei den Roten auf der Wunschliste.

München - Der FC Bayern baggerte 2014 offenbar intensiv an Ezequiel Garay. Doch dessen damaliger Klub soll ein weniger lukratives Angebot angenommen haben. Was steckt dahinter?

Wenn die Top-Klubs Europas um die besten Spieler feilschen und aberwitzige Ablösesummen aufgerufen werden, blickt eigentlich kaum noch jemand durch. Die Bayern-Bosse verwehren sich (noch) dagegen, in die heißesten Pokerrunden einzusteigen. Die so genannten Mondpreise überlassen sie dann doch den Scheichklubs aus Manchester und Paris oder den hochverschuldeten spanischen Granden aus Madrid und Barcelona.

Dass es aber auch ganz anders laufen kann, mussten Karl-Heinz Rummenigge und Matthias Sammer offenbar am eigenen Leib erfahren. 2014 sollen die Roten mit einer durchaus angemessenen Offerte für den argentinischen Innenverteidiger und WM-Teilnehmer Ezequiel Garay bei Benfica Lissabon abgeblitzt sein. Dessen damaliger Berater Ricardo Schlieper verriet nun in der spanischen Sportzeitung Marca: "Ich habe ihnen ein 20-Millionen-Euro-Angebot vom FC Bayern für Garay auf den Tisch gelegt. Aber ich denke, er hat davon nie erfahren." Damals war über eine Ablöse von 15 Millionen Euro spekuliert worden.

"Deal hat überhaupt keinen Sinn gemacht"

Stattdessen verkauften die Portugiesen den Olympiasieger von 2008 für vergleichsweise läppische sechs Millionen Euro an Zenit St. Petersburg. Für Schlieper verständlicherweise ein äußerst dubioses Geschäft: "Es hat überhaupt keinen Sinn gemacht, dass Garay das Zenit-Angebot akzeptiert hat." Für ihn steht außer Frage, dass es bei dem Transfer nicht mit rechten Dingen zugegangen ist: "In der Fußballwelt wussten viele, dass da etwas im Busch war, dass von Anfang an etwas Merkwürdiges vor sich ging."

Möglicherweise kommen die Hintergründe des Garay-Deals demnächst ans Licht - dank Real Madrid. Denn die "Königlichen" hatten den Abwehrspieler 2011 für 5,5 Millionen Euro an Benfica verkauft und sich zugleich 50 Prozent der Transfersumme bei einem weiteren Wechsel zusichern lassen. Nun zieht Spaniens Rekordmeister gegen den portugiesischen Hauptstadtklub vor den Sportgerichtshof CAS. Grund: Die von Benfica kassierte Ablöse sei viel zu gering gewesen.

Real kassiert drei statt zehn Millionen Euro

Schließlich wanderten gerade mal drei Millionen Euro auf das Real-Konto. Sollte das deutlich bessere Bayern-Angebot tatsächlich vorgelegen haben, hätten Benfica und die Madrilenen jeweils mehr als das Dreifache einstreichen können. Das im Weltfußball bislang wohl einmalige Vorgehen der "Königlichen" ist für Schlieper "absolut verständlich" - und dürfte anscheinend auch die Bayern-Bosse interessieren.

Zumal das kolportierte 20-Millionen-Euro-Angebot wohl nicht nur für den Agenten eine "wirtschaftlich sehr interessante Offerte" darstellte. Denn: "Garays Marktwert lag schon damals deutlich über der von Zenit gezahlten Summe." Das Fußball-Portal transfermarkt etwa bezifferte diesen schon 2014 auf 20 Millionen Euro.

Zenit verkauft Garay für 24 Millionen Euro

Garay beim FC Valencia.

Mittlerweile trägt Garay übrigens das Trikot des FC Valencia. Im Sommer gab Zenit St. Petersburg den 29-Jährigen nach zwei Jahren wieder ab. Die Ablösesumme betrug 24 Millionen Euro - kein schlechter Deal also für die Russen.

Der FC Bayern entschied sich 2014 letztlich dafür, Medhi Benatia zu verpflichten. 28 Millionen Euro zahlten die Roten für den Last-Minute-Transfer an den AS Rom. Der Marokkaner wurde in München jedoch nie so ganz glücklich und spielt aktuell auf Leihbasis wieder in Italien für Juventus Turin. Der italienische Serienmeister hat sich eine Kaufoption auf den 29-Jährigen gesichert.

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mg

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