Boateng warnt: "Müssen aufwachen"

tz-Analyse: Daran hapert's bei den Bayern

Fußball: Testspiele, Karlsruher SC - FC Bayern München am 16.01.2016 im Wildparkstadion Karlsruhe (Baden-Württemberg). Der Münchner Jerome Boateng verläßt nach einer roten Karte den Platz. Foto: Uli Deck/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++
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München - Groß in Panik verfallen wollte der Coach des FC Bayern nicht, dennoch hatte sich Pep Guardiola den Auftakt seiner Abschiedstournee quer durch die Fußballstadien der Republik anders vorgestellt.

„Das war eine Lektion für uns“, meinte der sichtlich überraschte Spanier nach der unerwarteten 1:2-Pleite seiner Mannschaft im Test beim Zweitligisten Karslruhe. „Wir brauchen ein bisschen mehr Zeit“, sagte der 44-Jährige nach dem ersten und einzigen Freundschaftsspiel in der Vorbereitung. Doch schon am Freitag starten die Bayern beim HSV in die Rückrunde (20.30 Uhr, Sky und ARD), Guardiola hofft, bis dahin „unser Niveau erreichen zu können“.

Die Niederlage beim KSC durch Gegentore von Boubacar Barry (16.) und Dimitrij Nazarov (73., Foul­elfmeter) war am Sonntag bereits wieder abgehakt, die Konzentration liegt auf der Liga. Da werden sich die Roten wohl kaum die Fehler erlauben, die sie sich am Samstag im Wildparkstadion leisteten. Für Jerome Boateng war der schwache Auftritt trotzdem Anlass genug, sein Team wachzurütteln. „Man muss kritisch sein und ganz klar sagen, dass wir noch nicht bereit sind“, gab der Abwehrboss, der in der 73. Minute wegen einer Notbremse Rot sah, offen zu und forderte: „Wir müssen aufwachen!“ Die tz analysiert, woran die Bayern in dieser Woche noch arbeiten müssen…

Bayern unterliegt Karlsruhe: Bilder aus dem Wildpark

Abstimmung in der Abwehr: In Karlsruhe präsentierte sich die Viererkette des FCB alles andere als sattelfest, die Innenverteidiger Badstuber und der schwache Martinez hatten in der ersten Hälfte große Probleme mit den KSC-Angreifern. Der Spanier ließ Diamantakos vor dessen Riesenchance entwischen (7.), stolperte vor dem ersten Gegentreffer und sah wie auch Badstuber schlecht aus, als Torres allein auf Neuer zulief (33.). „Wir haben überhaupt keine Ordnung gehabt, viele Konter bekommen und verlieren dann das Spiel“, monierte Boateng, der nach der Pause ins Spiel kam. Er ließ Hoffer laufen in der Szene, die zum Elfmeter führte, nahm sich selbst von der Kritik auch nicht aus: „Fakt ist, dass mir der Ball über den Fuß gerutscht ist und ich hinterherlaufe.“

Durchschlagskraft in der Offensive: Das einzige Tor des Rekordmeisters erzielte am Samstag Arturo Vidal – bezeichnenderweise durch einen Fernschuss (21.). Bis auf zwei Schüsse von Thiago (69.) und Coman (71.) gelang den Münchnern aus dem Spiel heraus nicht viel, obwohl sie nahezu in Bestbesetzung angetreten waren. Top-Torjäger Lewandowski hatte kaum Bindung zum Spiel, seine Kollegen verzettelten sich immer wieder in Einzelaktionen, vor allem der wieder genesene Arjen Robben.

Fehlende Konzentration: Matthias Sammers Worte hin oder her – den Spielern war die mangelnde Konzentration gegen den Zweitligisten anzumerken. Ob Martinez’ Stolperer, Boatengs Nachlässigkeit oder Robbens unentschlossene Dribblings – Aktionen, die den Stars in Ligaspielen eigentlich nie passieren. Dabei hatte Sammer in Katar noch gewarnt: „Schon ein Prozent falsches Denken hat katas­trophale Auswirkungen.“ Das bestätigte sich im Wildpark. „Wir spielen ein System, in dem jeder mitmachen muss. Wenn einer nicht mitmacht oder ein paar Prozent fehlen, dann kriegen wir Probleme – egal gegen welche Mannschaft“, erklärte Boateng. Am Freitag in Hamburg werde sich die Mannschaft aber anders präsentieren, versicherte er: „Wir wissen, wo wir uns verbessern müssen, um beim Start voll da zu sein.“

Sven Westerschulze

Sven Westerschulze

E-Mail:Sven.Westerschulze@tz.de

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