Franzose schon wieder unbeherrscht

BVB-Spieler sauer: Immer wieder Ribéry

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Supercup 2016: Franck Ribery hat Glück für den Schlag gegen Felix Passlack nicht die Rote Karte zu kassieren.

München - Franck Ribéry teilt im Supercup erneut mit dem Ellbogen aus. Diesmal trifft es BVB-Youngster Passlack. Es war das dritte Finale gegen Dortmund, in dem sich Ribéry nicht über eine Rote Karte hätte beschweren können. Die Fans wüten.

"2013, 2014, 2016. Geschichte wiederholt sich", sagte der damalige BVB-Kapitän Mats Hummels nach dem verlorenen DFB-Pokalfinale im Mai (3:4 i. E.). Die Dortmunder sehen sich seit Jahren in Endspielen gegen die Bayern vom Schiedsrichter benachteiligt. 2014 stand noch Hummels selbst im Mittelpunkt, als ihm ein klares Tor nicht anerkannt wurde. Ansonsten richtet sich der Dortmunder Frust aber vor allem gegen Franck Ribéry. Und der ist berechtigt. So auch nach dem Supercup am Sonntagabend (0:2).

Was ist passiert? Die Szene spielte sich folgendermaßen ab: Ribéry läuft in der 28. Minute mit dem Ball Richtung eigenes Tor, will den Ball sichern. Der 18-jährige Felix Passlack klebt in seinem Rücken, der Zweikampf ist wie so oft intensiv. Passlack hält an Ribérys Trikot, nach mehreren Augenblicken brennen dem 33-Jährigen Münchner mal wieder die Sicherungen durch. Er holt mit dem linken Arm aus. Zweimal trifft er den jungen Rechtsverteidiger im Gesicht - eigentlich klar Rot. Doch wieder kommt Ribéry beinahe ungeschoren davon. Passlack und er sehen von Schiedsrichter Tobias Welz jeweils Gelb. Auf Twitter ärgerten sich die Fans. Nicht nur darüber, dass Ribéry nicht vom Platz gestellt wurde, sondern auch über die Tatsache, dass beide Spieler gleichermaßen bestraft wurden.

Der heutige BVB-Kapitän Marcel Schmelzer lobt den Jungspund: "Ein besseres Kompliment kann Felix Passlack gar nicht bekommen als wenn so ein Spieler eine Tätlichkeit gegen ihn begeht." Doch Schmelzer ist auch wirklich angefressen: Vor wenigen Tagen, sagt er, habe es noch eine Schiedsrichtersitzung gegeben. Dabei soll klargestellt worden sein: "Wenn eine Hand ins Gesicht schlägt, ist es eine Rote Karte. Und ich verstehe nicht, warum das zum wiederholten Male nicht passiert."

Besonders Trainer Thomas Tuchel war erbost: "Das war auf jeden Fall ein Deja-vu zum Pokalfinale. Da hat der vierte Offizielle Ribérys Finger aus Gonzalo Castros Auge gezogen. Jetzt stehen der Linienrichter, Schiedsrichter und der vierte Offizielle im Dreieck aus 15 Metern Entfernung um die Situation herum. Der gleiche Spieler, die gleiche Aktion!", sagte er und schob verächtlich hinterher: "Okay."

Mittelfeldabräumer Sebastian Rode mutmaßte nach dem Schlusspfiff im ZDF:"Ich kenne Franck, er ist ein Hitzkopf. Wenn es kein Supercup, sondern ein normales Spiel gewesen wäre, hätte er eine Rote Karte bekommen." Der Mittelfeldabräumer war im Sommer aus München nach Dortmund gewechselt. 

Pokalfinale 2016.

Ein winziger Blick in die Historie genügt jedoch um Rodes Aussage zu widerlegen. Erst im von Hummels eingangs erwähnten Pokalfinale 2016 hatte Ribery in der 38. Minute seine Finger in Gonzalo Castros Nase, Auge und Ohr gebohrt. Bei dem Gerangel stand zu allem Überfluss der vierte Offizielle Bastian Dankert ein paar Zentimeter daneben. Ribéry lieferte im Anschluss eine Top-Partie ab. Bayern gewann im Elfmeterschießen. 

"Spielentscheidend", nannte Schmelzer das damals. Schiedsrichter Marco Fritz beließ es aber auch im Pokalfinale bei einer Gelben Karte - für beide!

Champions-League-Finale 2013.

Erstmals Glück hatten Ribéry und die Bayern im Champions-League-Finale 2013. Eine ähnliche Szene wie im Supercup: Der heutige Teamkollege Robert Lewandowski will Ribery von hinten den Ball abluchsen, da schlägt der Heißsporn aus, trifft Lewandowski in der 20. Minute voll am Kopf. "Ribéry ist eigentlich noch im Glück. Wenn der Schiedsrichter sagt, das ist mehr als ein Losreißen, das ist ein Schlagen, dann kann er auch Rot ziehen", sagte der ehemalige Schiedsrichter Dr. Markus Merk seinerzeit in London. Der italienische Final-Schiedsrichter Nicola Rizzoli beließ es aber bei einer Ermahnung. Bis zu diesem Ausraster Ribérys waren die Dortmunder die bessere Mannschaft. So wachte Bayern auf. Ribéry leitete die Führung ein und legte Arjen Robben den Siegtreffer auf. Bitter für den BVB.

Warum sich Ribéry in seinem Alter und mit dieser Erfahrung noch immer zu derartigen Aktionen hinreißen lässt, muss er sich fragen lassen. Offenbar kann ihn nicht einmal "Lieblingstrainer" Carlo Ancelotti bändigen. 

Jedenfalls: Geschichte wiederholt sich offenbar tatsächlich. Nur, dass der Bayern-Rückkehrer Mats Hummels darüber wohl gar nicht mehr so traurig sein dürfte.

Dreimal die 2: Bayern mit Glück - Noten und Bilder vom Sieg

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