Es läuft anders als bei Pep

Das brachte Ancelotti Comebacker Robben bei

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Zurück im Glück: Arjen Robben ließ die Bayern-Fans nach seiner Einwechslung gleich wieder abheben.

München - Arjen Robben braucht beim Comeback gegen Hertha knappe zehn Minuten, dann ist er dem Patientenstatus davongesprintet. Das lernte der Niederländer von Ancelotti.

Bereits in der ersten Halbzeit gestern Abend begann der Mann, der nicht nur als einer der besten Fußballer des FC Bayern, sondern auch als ewiger Patient des Klubs in die Geschichte eingehen wird, sich zu dehnen. Packte immer wieder ein Bein, drückte es nach oben, die Muskulatur sollte auf Betriebstemperatur sein, wenn es soweit sein sollte. Aber Arjen Robben brauchte Geduld.

Unter Pep Guardiola war das mit den Patienten des FC Bayern immer so: Patienten gab es im eigentlichen Sinne nicht. Der Katalane ignorierte ärztliche Bulletins und medizinische Ratschläge so gerne, dass sich über die Zeit intern eine anhaltende Missstimmung ergab. Tiefpunkt war, als Dr. Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt seinen Dienst quittierte, jener Arzt, der dennoch als der ewige Medizinmann des FC Bayern in die Geschichte eingehen wird.

Ancelotti gibt den Patienten Zeit

Unter Carlo Ancelotti ist es nun so: Patienten bekommen ihre Zeit, die durch Befunde aus den Untersuchungen geregelt ist. So gab es gestern zunächst in der Kategorie Reha-Rückkehrer nur Jerome Boateng in der Startelf zu sehen. Der Abwehrchef war bereits am Samstag beim 3:1 gegen Ingolstadt rund zehn Minuten im Einsatz, nun folgte also der nächste Schritt auf dem Weg zur vollen Wettkampfpraxis. Ganz gemütlich, wie es Carlo Ancelotti vorlebt.

Boateng absolvierte eine lockere Reha-Einheit, da die Berliner dem Strafraum des FC Bayern freundlich fernblieben. Einmal musste er hurtig sprinten, um mit einer Grätsche in letzter Sekunde zu klären, ansonsten wusste er mit ein paar seiner schönen langen Bälle, elegant aus dem Fußgelenk versendet, zu entzücken. Nach gut einer Stunde war Schluss, Mats Hummels ersetzte ihn – und bereits zwei Minuten später durfte dann auch der zweite Rekonvaleszent ran.

Robben euphorisch empfangen

Als Robben für Thomas Müller eingewechselt wurde, erhoben sich die Fans und skandierten den Namen des Niederländers. Er selbst sprintete gleich auf seinen angestammten Platz auf der rechten Seite, als könne er dem Status des ewigen Patienten damit davonlaufen.

Mit seiner Hereinnahme kam auch sogleich wieder etwas Schwung ins ansonsten doch sehr energiesparende Spiel; zunächst segelte er im Strafraum durch die Luft, wobei ein Elfmeter zu viel des Guten gewesen wäre, dann fiel schnell das 2:0, und knappe zehn Minuten nach seiner Einwechslung war er endgültig warmgelaufen. Er rückte über die linke Seite an, narrte einen Verteidiger und zauberte die Kugel zum 3:0 ins Netz. Was für ein Comeback.

Ribéry Klassenbester, Müller noch auf Formsuche

Den Bayern tut das Comeback des Niederländers gut, zuletzt hing fast alles an der Finesse von Franck Ribery, der auch am Mittwochabend wieder als Klassenbester Feierabend machte. Ein Gegenstück auf der rechten Seite macht die Münchner wieder unberechenbarer, denn Thomas Müller sucht seit der EM ein wenig seine Form.

Er wollte sich Zeit nehmen, ehe er wieder durchstarte, hatte Robben noch neulich erklärt. Zum Start der Vorbereitung hatte sein Körper neuerlich zu streiken begonnen, doch die Saison sei ja noch lang, erinnerte der Niederländer. Nur Geduld. Oder frei nach Carlo Ancelotti: Probier’s man mit Gemütlichkeit. Wenn das selbst der notorisch ungeduldige Robben annimmt, ist alles gesagt.

Bayern schlägt auch Hertha - drei Mal Note 1

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