Nach Vorstoß von Holzhäuser

Playoff-Debatte wegen Bayern-Dominanz: Das sagen die Bundesliga-Trainer

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Setzen sich mit dem Thema Bundesliga-Playoffs auseinander: Roger Schmidt, Ralph Hasenhüttl und Thomas Tuchel (v. l.) haben da so ihre Meinungen.

München - Wie kann die Titelserie des FC Bayern gestoppt werden? Ein neuer Modus mit Playoffs am Saisonende stößt nicht überall auf Begeisterung.

Mit seinem überraschenden Vorstoß hat Wolfgang Holzhäuser eine Diskussion angestoßen. Der frühere Liga-Präsident brachte im kicker Playoffs um die Meisterschaft in der Bundesliga ins Gespräch. So soll die Alleinherrschaft des FC Bayern, der in den vergangenen vier Jahren mit großem Abstand zum Titel raste, gestoppt werden: "Die Überlegung, nach Abschluss der Punktrunde die ersten vier Plätze in der Bundesliga auszuspielen, ist aktueller denn je."

Auch andere Funktionäre stünden diesem Modell offen gegenüber, ließ der Ex-Geschäftsführer von Bayer Leverkusen wissen. Er favorisiere zwei Halbfinals sowie ein Endspiel, in denen die ersten vier Klubs der Abschlusstabelle den Titelträger ausspielen.

Tuchel "offen für Reglementänderungen"

Unter Bundesliga-Trainern stößt dieser Vorschlag jedoch nicht unbedingt auf Gegenliebe. Einzig Thomas Tuchel von Borussia Dortmund könnte sich für einen innovativen Modus begeistern: "Wieso nicht? Es würde dem Tabellenzweiten, -dritten, -vierten eine Chance geben, doch noch Meister zu werden. Ich finde Playoffs grundsätzlich nicht so abwegig. Ich bin sehr offen für Reglementänderungen, wenn es nicht allzu verrückt ist."

Anders denkt Roger Schmidt darüber. "Man kann immer über Neuerungen nachdenken, aber viele Dinge sind genau so gut, wie sie im Moment sind. Über 34 Spieltage ist es die beste Art und Weise, die beste Mannschaft der Saison zu ermitteln", lehnt der Leverkusener Coach eine Neuerung ab.

Hasenhüttl: Meisterschaft ist schwierigster Titel

Auch für seinen Kollegen Ralph Hasenhüttl von RB Leipzig ist die Meisterschaft "der ehrlichste und am schwersten zu erringende Titel, schwerer als die Champions League". Es gebe "nichts Schlimmeres, als wenn bei Halbzeit der Saison der Achte noch Meister werden kann".

Der Österreicher hat auch nichts gegen frühzeitige Entscheidungen im Titelrennen einzuwenden: "Eine Mannschaft jede Woche so einzustellen, dass man drei Punkte holen muss - auch gegen den kleinsten Verein - das macht doch die Meisterschaft aus. Und wenn es mit 15 Punkten Vorsprung ist, dann ist er eben diese 15 Punkte besser."

Bayern-Fans gegen Playoffs

Auch die Fans des FC Bayern sind wenig begeistert von Holzhäusers Idee, um künstlich Spannung aufzubauen. Einige unserer User machen sich geradezu lustig über den Plan.

Die Einführung eines Playoff-Modus erscheint ohnehin wenig realistisch. Schon allein die Terminfrage würde die Saisonverlängerung nahezu unmöglich machen. Denn die Saison dauert schon mit den 34 Spieltagen von August bis weit hinein in den Mai hinein - für international erfolgreiche Klubs stehen in diesen Monaten quasi nur Englische Wochen an. Zudem ächzen die Profis schon jetzt unter der hohen und intensiven Belastung. Gerade in EM- oder WM-Jahren gäbe es kaum Zeit zum Verschnaufen.

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mg

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