Neuer Verteidiger für den FC Bayern 

Darum kommt Tasci - Zuvor war Bayern an anderem dran

München - Serdar Tasci wechselt zum FC Bayern - und dafür gibt es gute Gründe. Zuvor war der Rekordmeister an einem anderen Verteidiger dran.

Mit Hochdruck arbeiteten die Bayern-Bosse an einem Last-Minute-Transfer, um die dezimierte Abwehr in den kommenden anstrengenden Wochen zu entlasten. Zwar hatte Karl-Heinz Rummenigge am Abend zuvor noch verschnupft und angeschlagen betont, dass man „Stand jetzt niemanden mehr holen“ wolle. Die Angst, mit der Rumpf-Abwehr – in der nach den Verletzungen von Jerome Boateng und Javi Martinez derzeit Holger Badstuber der einzig gesunde Innenverteidiger ist – Probleme zu bekommen, übertrumpfte jedoch letztendlich die Vernunft.

FC Bayern München: Tasci soll für Entlastung sorgen 

Serdar Tasci bei seiner Unterschrift.

Michael Reschke, der technische Direktor, war beauftragt worden, den engen Markt noch mal gründlichst zu sondieren. Die eigentliche Überraschung des Tages wurde dann also verkündet, als Guardiola längst nicht mehr in München war. Zehn Minuten vor Transferschluss kam raus: Nach seiner Rückkehr wird der Katalane Serdar Tasci im Teamtraining begrüßen dürfen. Der ehemalige deutsche Nationalspieler, bis Ende der vergangenen Woche heftig von Schalke 04 umworben, kommt von Spartak Moskau und soll ab sofort für Entlastung in der dezimierten Innenverteidigung sorgen. Die Rahmendaten: 2,5 Millionen Euro Leihgebühr bis zum Ende der Saison, dann eine Kaufoption über zehn Millionen Euro. Der 28-Jährige ist in allen drei Wettbewerben für die Bayern spielberechtigt.

Wer ist der "Maulwurf" im Bayern-Team? Das sagen die Profis

„Wir sind froh, dass wir kurzfristig die Möglichkeit bekommen haben, so einen Spieler zu holen“, sagte Sportvorstand Matthias Sammer, „er ist in der Lage, uns mit seiner Qualität und Erfahrung sofort zu helfen.“ Tasci selbst erklärte nach seiner Vertragsunterschrift: „Ich fühle mich sehr gut und freue mich riesig auf die Herausforderung.“

Herausforderung? Ja. Große Hilfe? Daran dürfte es Zweifel geben.

Zuvor war John Anthony Brooks ein Kandidat beim FC Bayern 

Nicht umsonst haben die Bosse bis zuletzt betont, dass kein qualitativ angemessener Verteidiger auf dem Markt verfügbar war. Unter anderem Hertha-Verteidiger John Anthony Brooks war zuvor ein Kandidat – er verlängerte aber bis 2019 in Berlin. Tasci ist nun die Luxus-Notlösung. Ein Spieler, den man im Sommer sicher nicht geholt hätte. Zwar war der 14-malige Nationalspieler beim VfB Stuttgart jahrelang Stammspieler, galt aber als umstritten. Stärken hat er in der Spieleröffnung, in Schnelligkeit und Stellungsspiel, aber steht er Boateng um Längen nach. Hinzu kommt, dass Tasci seit zweieinhalb Jahren in der russischen Premier Liga nicht mehr auf Topniveau gespielt und inzwischen seit Anfang Dezember Winterpause hat. Spielpraxis fehlt ihm, er wird sich erst einleben müssen. Zumindest aber können die Bayern nun von sich behaupten, alles getan zu haben.

Hanna Schmalenbach

Rubriklistenbild: © fcbayern.de

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