Die möglichen Kandidaten

Dzeko oder eine ganz große Nummer als Lewandowski-Backup zu Bayern?

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Einer für Bayern? Edin Dzeko.

München - Der FC Bayern hat für die neue Saison mit Mats Hummels und Renato Sanches bereits zwei neue Spieler verpflichtet. Doch im Sturm gibt es noch Luft nach oben. Ein Backup für Lewandowski muss her. Wer käme in Frage?

Die Vorbereitung des FC Bayern für die neue Saison ist nun gut zwei Wochen alt, doch bislang scheint sich das Verletzungspech, das der Rekordmeister in der letzten Saison erleiden musste, weiter fortzusetzen. Mit Arjen Robben, Douglas Costa und Jerome Boateng fallen drei Spieler der Münchner für längere Zeit aus. Zudem verließ Mario Götze den Verein in Richtung Borussia Dortmund. Für einen Klub wie den FC Bayern, der bis zum Ende der Saison auf drei Hochzeiten (Bundesliga, DFB-Pokal und Champions League) tanzen will, ist ein breiter Kader aber Pflicht.

Für die Verteidigung und das Mittelfeld rüstete man in Person von Mats Hummels und Renato Sanches bereits gewaltig auf, doch für Stürmer-Star Robert Lewandowski steht bislang kein direkter Ersatzmann bereit. Zwar gilt der 27-Jährige Pole als der vielleicht beste Stürmer der Welt, doch auch ein Musterprofi wie Lewandowski braucht in einer langen Saison seine Pausen. Thomas Müller, der als möglicher Mittelstürmer im Kader steht, kommt derweil lieber über die Außenbahnen oder agiert als hängende Spitze. Ein zweiter Stürmer in Backup-Position wäre also eine Überlegung wert. Wir stellen die möglichen Kandidaten vor:

Daniel Sturridge: Der Mittelstürmer vom FC Liverpool könnte eine mögliche Alternative sein. Der 26-Jährige Engländer gilt als guter Dribbler und starker Abschlussspieler. Außerdem wäre Sturridge auch auf den Außenpositionen einsetzbar und könnte so zunächst auch die Ausfälle von Arjen Robben und Douglas Costa kompensieren. Interessant: Carlo Ancelotti und Daniel Sturridge kennen sich aus ihrer gemeinsamen Zeit beim FC Chelsea. In der Saison 2009/10 kam Sturridge trotz Verletzungen unter Ancelotti auf 14 Einsätze. Er erzielte dabei acht Tore und bereitete ein weiteres vor. Mit einem Marktwert von 26,00 Mio. € wäre der Linksfuß jedoch eine der teureren Alternativen.

Franco Di Santo: Auch der derzeitige Schalker ist ein alter Bekannter von Carlo Ancelotti. In der Saison 2009/10 war Di Santo zwar von Chelsea an die Blackburn Rovers ausgeliehen, ein Jahr später kam er unter Ancelotti aber immerhin zu 25 Einsätzen. Dabei agierte er zumeist als Joker und erzielte ein Tor sowie drei Vorlagen. Der Schalker hat noch bis 2019 Vertrag in Gelsenkirchen, wäre dabei aber mit einem derzeitigen Marktwert von 3,50 Mio. € eine günstige Lösung. Außerdem kennt der Argentinier die Bundesliga bereits gut, zuvor war er bei Werder Bremen aktiv. Nach Medienberichten soll der FC Schalke um Neu-Trainer Markus Weinzierl jedoch fest mit dem 29-Jährigen planen.

Salomon Kalou: Der 30-Jährige Ivorer hat ebenfalls bereits Bundesliga-Erfahrung. Kalou steht seit August 2014 bei der Hertha aus Berlin unter Vertrag und erzielte in der vergangen Spielzeit bei 32 Einsätzen 14 Tore und bereitete zwei Weitere vor. Der Rechtsfuß gilt generell als kopfball-und abschlusstark und kennt Carlo Ancelotti ebenfalls aus der gemeinsamen Zeit beim FC Chelsea. In der Saison 2010/11 zeigte sich bereits, wie fruchtbar die Zusammenarbeit zwischen dem Italiener und dem Mittelstürmer sein kann: In 31 Premier-League-Einsätzen erzielte Kalou als damals 24-Jähriger zehn Tore und vier Vorlagen. Laut Sport Bild lehnte die Hertha im Mai 2016 jedoch ein Angebot aus der chinesischen Super League ab und will den noch bis 2017 laufenden Vertrag des Ivorers verlängern. Sollte der FC Bayern den Ivorer aus seinem Vertrag loseisen können, wäre er mit einem derzeitigen Marktwert von 10,00 Mio. € aber auch eine der günstigeren Lösungen.

Kévin Gameiro: Ganz im Gegensatz zu Kalou steht Kévin Gameiro, der derzeit beim FC Sevilla noch bis mindestens 2018 Vertrag besitzt. Gameiro steigerte seinen Marktwert seit seinem Wechsel im Jahr 2013 von Paris Saint-Germain zum FC Sevilla von 10,00 Mio. € auf 20,00 Mio. € und wäre damit eine der absoluten Premium-Lösungen für den FC Bayern. Zudem ist der Franzose, der mit 1,73 m zu den kleineren Mittelstürmern zählt, absoluter Leistungsträger bei seinem Verein. In der abgelaufenen Saison der Primera División erzielte der 29-Jährige in 31 Einsätzen 16 Tore und bereitete vier weitere vor. Und auch in der Europa League war Gameiro mit acht Treffern und vier Vorlagen in neun Spielen der absolute Erfolgsgarant der "Blanquirrojos". Er traf auch im Finale gegen Jürgen Klopps FC Liverpool. Ein Transfer scheint insgesamt äußerst unwahrscheinlich zu sein, doch auch Gameiro und Ancelotti kennen sich aus einer gemeinsamen Vergangenheit. Von 2010 bis 2012 war es zu einer Zusammenarbeit bei Paris Saint-German gekommen. Dennoch ist es schwer vorstellbar, dass sich der ehemalige französische Nationalspieler mit einer Backup-Rolle hinter Robert Lewandowski zufrieden gibt. Laut der spanischen Sportzeitung Marca ist sich Gameiro zudem angeblich mit Atlético Madrid einig.  

Javier "Chicharito" Hernandez: "Chicharito", zu deutsch: "die kleine Erbse", ist ein weiterer Kandidat aus der Bundesliga. Der Mexikaner streifte in der vergangenen Saison das Trikot von Bayer 04 Leverkusen über und netzte in 28 Partien 17 Mal ein. Auch in der Champions League zeigte sich der kleine Mittelstürmer treffsicher und beförderte den Ball in sechs Spielen fünf Mal ins Netz. Ein international erfahrener Mann also, der auch schon unter Carlo Ancelotti trainieren durfte. In der Saison 2014/15 gelangen ihm als Teilzeitkraft bei Real Madrid immerhin sieben Treffer und sieben Vorlagen in 23 Spielen. Erst im März hatten sich die beiden in Kanada getroffen, Ancelotti scheint den Mexikaner zu schätzen. Bei einem Marktwert von 18,00 Mio. € wäre Hernandez zudem bezahlbar. Einziges Problem: Der Mittelstürmer wechselte zu Leverkusen, um als Stammspieler mehr Spielpraxis zu bekommen. Es bleibt also fraglich, ob Chicharito sich hinter Lewandwoski mit einer Back-Up-Rolle zufrieden geben würde.

Edin Dzeko: Ein alter Bekannter aus der Bundesliga. In seiner Zeit beim VfL Wolfsburg (2007-2011) bereitete der Stürmer den Bayern-Verteidigern ein ums andere Mal Kopfzerbrechen und wurde unter Trainer Felix Magath 2008/09 Deutscher Meister. Nach vier Jahren bei Manchester City lief der 30-Jährige Bosnier in der vergangen Saison für den AS Rom auf. Mit einem Marktwert von 12,00 Mio. € wäre der als beidfüßig geltende Cousin von Emir Spahic (Hamburger SV) absolut bezahlbar. Interessant: Bereits im Jahr 2013 stand Dzeko kurz vor einem Wechsel zum FC Bayern. Die Roma scheint derweil nicht gänzlich abgeneigt zu sein, Dzeko ziehen zu lassen. Trotz acht Toren in der vergangen Saison wirkte der Stürmer oft wie ein Fremdkörper im Spiel der Römer. Kommt der Wechsel also dieses Mal zustande?

Miroslav Klose: Der ehemalige Nationalspieler war in der abgelaufenen Saison noch für Lazio Rom auf Torjagd gegangen, sein Vertrag wurde aber trotz sieben Toren und acht Vorlagen nicht verlängert. Mit einem vereinslosen Klose würde sich der FC Bayern also eine Ablösesumme sparen. Der 38-Jährige ist extrem erfahren und würde sich mit einem Bankplatz hinter Star-Stürmer Robert Lewandowski sicher zufrieden geben. Eine Verpflichtung von Miroslav Klose also nach dem "Modell Pizarro"? Der Transfer scheint eine echte Alternative zu sein, zumal sich der kopfballstarke Ex-Münchner laut Medienberichten nach seiner Karriere in München niederlassen will. Problematisch: Wie der Kicker jüngst berichtete, hat Klose zwar noch keine definitive Entscheidung über seine Zukunft gefällt, eine Rückkehr nach Deutschland als aktiver Fußballer gilt für ihn aber als ausgeschlossen.

Alexis Sánchez: Der 27-Jährige Chilene wäre derweil ein echter Transfer-Kracher. Der Landsmann von Arturo Vidal hatte wesentlichen Anteil am Erfolg seiner Nationalmannschaft bei der Copa América und schoss den FC Arsenal in der abgelaufenen Premier League Saison mit 13 Toren auf den zweiten Platz. Im April waren bereits erste Gerüchte zum 1,69-Meter-Mann aufgetaucht, mit einem derzeitigen Marktwert von 55,00 Mio. € und Vertrag bis 2018 wäre er aber gleichzeitig auch die denkbar teuerste Lösung für den FC Bayern.         

sdm

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