Nach Weichenstellung beim FC Bayern

Stoiber erklärt: Darum kandidiert Hoeneß wieder

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Zwei Alpha-Tiere auf einer Wellenlänge: Edmund Stoiber (r.) freut sich auf die Rückkehr von Uli Hoeneß auf den Chefsessel des FC Bayern.

München - Die Rückkehr von Uli Hoeneß als Präsident der Roten ist nur noch Formsache. Daran hat auch Edmund Stoiber seinen Anteil. Nun erläutert der Politiker die Gründe.

Die Weichen sind gestellt! Bereits Anfang August hatte der FC Bayern erklärt, Uli Hoeneß werde als Präsident zurückkehren, seit Samstag steht dem offiziell nichts mehr im Weg. In einer Sitzung des Verwaltungsbeirats schlug das Gremium unter dem Vorsitz von Edmund Stoiber den Ex-Präsidenten des FCB, der seine Ämter aufgrund einer Haftstrafe wegen Steuerhinterziehung 2014 niedergelegt hatte, einstimmig und als einzigen Kandidaten für die Präsidentschaftswahl am 25. November vor. Stoiber im Gespräch mit dem Merkur: "Es herrschte völliger Konsens, die Kandidaten wurden einstimmig nominiert. Ich möchte einmal Karl Hopfner in aller Form danken. Er ist in einer schweren Phase für den Verein eingesprungen, hat ihn mustergültig weitergeführt, das geplante Sport- und Nachwuchsleistungszentrum in Fröttmaning vorangebracht und nun seinen Wechsel vorbildlich eingeleitet. Er war ein Garant für die wirtschaftliche und finanzielle Seriosität des Vereins."

Gerade für Hoeneß war der Entschluss, nach seiner Zeit in Haft erneut für das Präsidentenamt zu kandidieren, nicht so einfach, wie so manch einer denken mag. "Er hat vor seiner Entscheidung mit sich gerungen", verrät Stoiber. "In der Familie gab es Zurückhaltung, und er hat das Pro und Contra sehr vernünftig abgewogen. Ich habe öfter mit ihm gesprochen, wir kennen uns ja schon sehr lange und sind gute Freunde. Ich habe ihm geraten, dass er das Amt noch einmal übernimmt. Der FC Bayern ist eine Weltmarke geworden, in der internationalen Spitze etabliert: Auf einer Höhe mit Real Madrid und dem FC Barcelona, und das wird auf dem ganzen Globus wahrgenommen. Da brauchst du eine Figur wie Uli Hoeneß vielleicht mehr denn je."

Hoeneß "einer der Väter" des FCB

In den Augen des ehemaligen Ministerpräsidenten sei jetzt auch der perfekte Zeitpunkt für Hoeneß' Rückkehr. Nicht nur, weil er "einer fürs Herz" und "einer der Väter" des FCB sei, sondern aufgrund der Ruhe und Kraft, die Hoeneß wieder ausstrahlt. Stoiber: "Er ist voller Tatendrang, aber er ist auch von einer großen Gelassenheit geprägt. Diese letzten Jahre haben ihm das Leben aus einer anderen Warte gezeigt. Die Strafe und die Umstände dazu sind nicht spurlos an ihm vorübergegangen. Er ist hart mit sich ins Gericht gegangen. Er weiß auch selber, dass es außerhalb von Bayern die eine oder andere kritische Stimme gibt, die sagt: Ja, er hat seine Strafe abgesessen, in Ordnung - aber muss er jetzt wirklich wieder Präsident werden?" 

Stoiber kennt einige Gründe. "Ich sehe durchaus, wenn man gerade den Fußball heute anschaut, was bei der FIFA, der UEFA los ist, die vielen Probleme, diese Notwendigkeit, sich neu aufzustellen - da tut ein Uli Hoeneß mit all seiner Liebe zum Verein, seiner Geradlinigkeit, seiner Emotion und Aufopferungsbereitschaft sehr gut", meint der 75-Jährige. Zumal Hoeneß "die ganze Zeit von den Fans und Mitgliedern getragen wurde".

Wie lange Hoeneß als Präsident tätig bleibt? Stoiber: "Uli ist 64, in seinen besten Jahren, fit. Kraftreserven für noch viele Amtszeiten hätte er sicher. Aber es ist sicher die größte Aufgabe, für die Zeit nach ihm und Karl-Heinz Rummenigge Persönlichkeiten zu finden. Die Fußballgeneration nach ihnen wurden TV-Experten, trugen aber keine Verantwortung im Verein. Das wird wohl mit der Generation Philipp Lahm anders. Es werden jetzt Gespräche mit ihm geführt, ich finde seine Bereitschaft, ins Management einzusteigen, fantastisch." Alles Zukunftsmusik. Noch.

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