Eine ganz traurige Geschichte

"FCB-Fan mit Leib und Seele": Syrerin kommt ums Leben

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FCB-Fan Nawf Sattah kam bei der Flucht aus Syrien ums Leben.

München - Nawf Kamil Sattah hatte einen großen Traum: einmal den FC Bayern live zu sehen. Bei der Flucht ist die Syrerin jedoch im Mittelmeer ertrunken.

Sie hatte einen großen Traum: Nawf Kamil Sattah wollte einmal ein Spiel ihres FC Bayern verfolgen, live in der Allianz Arena. Doch der platzte urplötzlich während dem Versuch, aus ihrem Land und damit dem dortigen Bürgerkrieg zu entkommen. Die 30-jährige Syrerin war unter den Flüchtlingen, die am Sonntag nach einem Zusammenstoß auf dem Mittelmeer ums Leben gekommen war. Mit ihrer Schwester Mary ist sie irgendwo zwischen der türkischen und griechischen Küste ertrunken.  

Ein gemeinsamer Abend mit dem Fanclub.

Ihre Leidenschaft für den deutschen Rekordmeister war groß. Nawf gehörte zu den Mitgründern des Fanclubs "FC Bayern Fans in Syria". Dort war sie in der Verwaltung tätig und organisierte unter anderem gemeinsame TV-Abende, um Partien des deutschen Rekordmeisters zu verfolgen. "Ihre Liebe zum Klub war riesig, atmet den FCB mit Leib und Seele", berichtet Mounir Moukkar, ebenfalls ein Vollblut-Anhänger der Roten aus Marokko, der sich per WhatsApp an unsere Online-Redaktion wandte und enge Beziehungen zu den Fans in Syrien pflegt.

Nawf zog es Richtung Europa, im Idealfall nach Deutschland. Auf der Suche nach Sicherheit. Aber auch, um ihren Traum zu erfüllen, den FC Bayern live im Stadion zu sehen. Doch es kam alles anders. "Laut der türkischen Küstenwache wurde ihr Boot so brutal angegriffen, dass es untergegangen ist", erzählt Mounir.

Der letzte Facebook-Eintrag von Nawf.

Dass ihr Vorhaben nicht ungefährlich sei, habe sie gewusst. "Vor ihrer Reise in die Türkei hat sie ein Gedicht auf Facebook gepostet, das Moinir unserer Redaktion so übersetzt hat: "Vaterland heißt Verwandtschaft und Kameradschaft. Es ist die Liebe zueinander. Es ist weder eine Geschichte von Flucht oder Auswanderung. Es ist eine Chance auf ein besseres Leben. Vielleicht wird man es bereuen, vielleicht nicht. Aber wir werden sicher alles tun, um unsere Träume zu verwirklichen. Wir sind Reisende, und unser Weg ist so lang. Bitte bettet für uns und behaltet uns immer in Erinnerung." Mounir: "Als ob sie es gewusst hätte."

Nawf stammt aus der Ortschaft Fayrouza in der Nähe von Homs und gehörte dort der christlichen Minderheit an. Die 30-Jährige hatte bereits einen Universitäts-Abschluss in englischer Literatur.

Marcel Guboff

Marcel Guboff

E-Mail:info@merkur.de

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