Kapitän outet sich als Fan

FCI-Verteidiger Matip: Er weinte wegen den Bayern

Marvin Matip, FC Ingolstadt, FC Bayern München
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Bayern-Fan und -Gegner in einem. Marvin Matip kommt mit dem FC Ingolstadt nach München.

München - Drei ehemalige Bayern kehren auf der Trainerbank zurück nach München wenn der FC Ingolstadt kommt. Zudem hat der Aufsteiger auch einen Bayern-Fan in der Mannschaft.

Am kommenden Samstag kommt es um 15.30 Uhr in der Allianz Arena zum oberbayerischen Derby in der Bundesliga. Der FC Bayern München empfängt den Aufsteiger aus Ingolstadt.

Dabei treffen sich einige alte Bekannte wieder. Gerade auf Ingolstädter Seite gibt es gleich mehrere Verantwortliche mit Vergangenheit beim Deutschen Rekordmeister. So ließ FCI-Cheftrainer Ralph Hasenhüttl, aktiv unter anderem beim 1. FC Köln und Greuther Fürth, seine Karriere bei der zweiten Mannschaft des FC Bayern ausklingen. "Diese Zeit war etwas Besonderes. Es war superinteressant einen Einblick zu gewinnen, wie ein solcher Weltverein funktioniert", erklärt der FCI-Coach gegenüber dem Kicker.

Hasenhüttls Co-Trainer Michael Henke dürfte den meisten Bayern Fans wohl noch bekannter sein, als der FCI-Chefcoach. Schließlich besetzte Henke siebeneinhalb Jahre die Stelle des Co-Trainers an der Seite von Ottmar Hitzfeld und blickt auf eine erfolgreiche Vergangenheit bei den Bayern. Fünf Mal wurde Henke Deutscher Meister, drei Mal Pokalsieger. Hinzu kommt der Champions League-Titel im Jahr 2001 und der Weltpokal-Sieg im selben Jahr.

Der Dritte im Bunde der Ex-Bayern, die jetzt beim FC Ingolstadt in der Sportlichen Leitung tätig sind, ist Thomas Linke. Auch er blickt auf eine erfolgreiche Zeit beim amtierenden Deutschen Meister zurück. Linke verwandelte im Jahr 2001 einen Elfmeter im Finale von Mailand gegen den FC Valencia. Der frühere Bayern-Verteidiger blickt mit Stolz auf seine Zeit beim Rekordmeister zurück: "Es war eine fantastische Zeit mit allen Höhen und Tiefen. Seitdem hat sich der FC Bayern immer mehr zum besten Verein der Welt entwickelt", sagte Linke im Kicker.

FCI-Kapitän ist Bayern-Fan

Keine Bayern-Vergangenheit als Spieler hat FCI-Kapitän Marvin Matip, allerdings stellt der Ingolstädter Spielführer im Kicker klar: "Als Kind war ich Bayern- und Manchester-Fan." Im direkten Duell im Champions-League-Finale 1999 in Barcelona habe sein Herz dann jedoch schon für die Münchner geschlagen. "Ich habe nach dem Finale geweint", so Matip weiter. Auch aktuell, wo Matip seit Jahren für die Konkurrenz in der Bundesliga aufläuft, freut er sich noch mit den Münchnern, zudem bewundert der 30-Jährige einen deutlichen jüngeren Kollegen auf Bayern-Seite: "Jerome Boateng ist für mich der beste Innenverteidiger der Welt. An seinem Spiel sehe ich, wie viel Luft ich nach oben im Fußball noch habe."

Bei aller Dominanz rechnet sich Matip allerdings durchaus Chancen im Spiel am kommenden Samstag aus. "Wir müssen einen Sahnetag erwischen und Bayern darf nicht den besten Tag haben. Mein Ziel ist es auf jeden Fall, nach dem Spiel noch die zweitbeste Abwehr der Liga zu haben", erklärt Matip.

Die mit Abstand beste Defensivreihe der aktuellen Saison besitzt wie erwartet der FC Bayern München (acht Gegentore), danach folgt jedoch schon der FC Ingolstadt mit 15 Gegentreffern. Auf Rang drei steht der VfL Wolfsburg (17), der am kommenden Wochenende den Hamburger SV empfängt. Soll Marvin Matips Ziel erreicht werden, dürfen die Ingolstädter nicht mehr als zwei Gegentore kassieren, doch genau dieses Ziel verurteilt FCI-Sportdirektor Thomas Linke: "Unser Ziel kann es aber nicht sein, dass wir mit 0:2 in München verlieren. Wenn der Anpfiff erklingt, muss die Bewunderung dem Ehrgeiz weichen und dann schauen wir mal, wofür es reicht", so der ehemalige Bayern-Verteidiger.

Eines ist jedoch auch klar: Sollte der FC Ingolstadt dem FC Bayern München am kommenden Wochenende die zweite Saisonniederlage zufügen, wird Marvin Matip im Gegenteil zum Finale 1999 mit Sicherheit nicht weinen.

mko

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