PR-Tour der Roten ist gestartet

US-Trip des FC Bayern - "Die Amerikaner stehen drauf"

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Auf dem Weg in die USA: Franck Ribery (l.) und David Alaba wollen die Amerikaner verzücken.

München - Als Werbeträger für die Bundesliga bereist der FC Bayern in den kommenden zwölf Tagen die USA. Vorstands-Boss Karl-Heinz Rummenigge setzt sich ein ehrgeiziges Ziel.

Update vom 3. August 2016: Die USA-Reise neigt sich dem Ende entgegen, die Spieler sind nun in New York. So sehen Sie das Testspiel des FC Bayern gegen Real Madrid live im TV und im Live-Stream.

Als der FC Bayern am Montag um 13.45 Uhr mit Flug LH 2570 nach Chicago aufbrach, waren auch Weltmeister Thomas Müller und Superstar Arjen Robben dabei - allerdings nur als fünf Meter große Aufkleber auf der neu gestalteten Chartermaschine. Trotzdem will der deutsche Rekordmeister auf seinem US-Trip mit drei Spielen gegen namhafte Gegner ordentlich Werbung in eigener Sache betreiben.

Carlo Ancelotti (M.) und Karl-Heinz Rummenigge (r.) am Flughafen.

"Dass es Testspiele ohne die Nationalspieler sind, die bei der EM waren, ist sekundär. Entscheidend ist, dass solche Spiele dort in Amerika stattfinden. Die Amerikaner stehen auf solche Events", sagte Karl-Heinz Rummenigge bei Sport1. Zuvor hatte der Bayern-Boss im kicker bereits die noch recht frische Liebe der Amerikaner zum Fußball hervorgehoben. Der Vorstandschef unterstrich damit nochmals das Ziel der Reise: Präsenz zeigen, die Marke FC Bayern stärken, Geld verdienen - auch mit einem Rumpfkader um Kapitän Philipp Lahm und Franck Ribéry.

AC Mailand und Inter Mailand, dazu Real Madrid - die Testspielgegner versprühen schon mal deutlich mehr Glanz als Sparringspartner wie zuletzt Lippstadt oder Landshut. Trainer Carlo Ancoletti sagte daher, er freue sich auf die zwölftägige Reise: "Die Tour ist gut für uns. Es ist Zeit für uns, zu spielen." Dass das Training zu kurz kommen wird, erwähnte der 57-Jährige nicht.

Sieben Stunden Zeitverschiebung und viele PR-Termine

Holger Badstuber.

Dass Neu-Coach Ancelotti sich so brav äußert, ist verständlich. Aus sportlicher Sicht sind rund 15.000 Flugkilometer, bis zu sieben Stunden Zeitverschiebung und zig PR-Termine jedoch nicht förderlich. Bei zehn fehlenden Spielern hält sich auch der Erkenntnisgewinn aus den Testspielen in Grenzen. Kein Wunder, dass Lahm zugab, dass er "am liebsten zu Hause" bleibe, wenngleich es "schon etwas Besonderes" sei, so weit weg von München vor so vielen Fans zu spielen. Holger Badstuber nannte die Reise "kräftezehrend".

Immerhin sagte Javi Martinez, für ihn seien Reisen "über den großen Teich immer etwas besonderes. Wir bemühen uns auch, das Training nicht zu vernachlässigen."

Vierte große Tour binnen vier Jahren

Aus Sicht der Bosse ist die Reise ohnehin notwendig. Die Bundesliga erlöste in der vergangenen Saison 160 Millionen Euro im Ausland, angepeilt sind mittelfristig 250 Millionen. Da weiß auch Rummenigges Vorstandskollege Jörg Wacker, wie wichtig diese Trips nach Übersee sind. Sein Motto lautet: "Nach der Tour ist vor der Tour." 2012 und 2015 ging's nach China, 2014 ins Land der unbegrenzten Möglichkeiten, wo der FC Bayern auch durch seinen Besuch in diesem Jahr weiter wachsen will.

Thiago (l.) und Xabi Alonso.

Die Spiele Gegen Milan in Chicago (27. Juli), Inter in Charlotte (30. Juli) und Real in New York (3. August) sollen die Fans locken, in New York haben die Bayern seit zwei Jahren sogar ein eigenes Büro. Die Globalisierung geschieht nicht zufällig, sondern ist strategisch geplant. Erste Erfolge: Aus neun Fanklubs 2014 sind inzwischen über 100 in 37 Staaten geworden. "Es gibt ja diese Sterne auf der amerikanischen Flagge. Es wäre schön, wenn wir jeden Stern zumindest mit einem Fanklub besetzt hätten", sagte Rummenigge. Auch ohne Thomas Müller, Arjen Robben und die anderen Stars.

Werbebotschaft ohne Werbeträger…

Boateng, Lewandowski, Neuer, Costa und Vidal - die linke ­Seite des FC-Bayern-Fliegers zieren zu ­Werbezwecken die Superstars des Rekordmeisters. Dumm nur, dass ­keiner aus diesem Quintett die Reise überhaupt antritt. EM-Stress, ­verlängerter Urlaub, sie sollen sich regenerieren. Völlig ­zurecht, die Jungs sind nach der langen ­Saison ausgelaugt. Aber naja, vielleicht bemerken es die Amis ja gar nicht, fußballtechnisch ist dort die Aufmerksamkeit etwas geringer als hierzulande. Und immerhin, auf der anderen Seite grüßen Ribéry, Alaba, Müller, Lahm und ­Robben - von denen sind immerhin drei ­dabei… Und die Kollegen Thiago, Badstuber & Co. sind als Botschafter ja auch nicht zweite Klasse…

Das sind die Stationen des FC Bayern

Doubletree Chicago

Hier residieren die Bayern im Herzen der Innenstadt von Chicago, nur fünf Gehminuten von der berühmten Magnificent Mile entfernt. Zwei hoteleigene Restaurants laden zum Dinieren, in den Zimmern gibt es neben der obligatorischen Minibar auch Kaffeemaschinen und eine iPod-Dockingstation. Das Fitnesscenter ist großzügig bemessen, der Swimmingpool eher übersichtlich. Für Kulturfreunde lohnt sich ein Spaziergang zum Museum für zeitgenössische Kunst. Zimmerpreis: ab 200 Euro/Nacht.

The Westin Charlotte

In zentraler Lage in der South College Street 601 liegt das Westin Charlotte. Das Hotel verfügt über 700 Zimmer und 22 Suiten. Zu den weiteren Einrichtungen des Hotels gehören ein Restaurant mit New American Cuisine, zwei Bars sowie ein Wellness Center. Highlight: das Sonnendeck mit herrlichem Blick auf die "Queen City", wie Charlotte von den Einheimischen genannt wird. Was Klinsi freuen würde: In jedem Zimmer gibt's kostenlosen Kaffee einer bekannten ­Kette. Ab 320 Euro/Nacht.

Doubletree Jersey

Am Hudson River in Jersey City gelegen lässt sich von einigen Suiten aus die Skyline Manhattans bestaunen. Sämtliche Suiten verfügen über einen separaten Wohnbereich, eine Mikrowelle und einen Kühlschrank. Einen Highspeed-Internetzugang gehört ebenso zu den Annehmlichkeien wie ein modernes Fitnesscenter. Wer zur Freiheitsstatue will: Nur wenige Gehminuten vom Hotel entfernt verkehrt die Stadtbahn Hudson-Bergen. Suiten gibt’s ab 400 Euro/Nacht.

lop

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