Titel am letzten Spieltag

Bayern-Frauen holen sich die deutsche Meisterschaft

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Jubel bei den Bayern-Frauen: Zum zweiten Mal sind sie jetzt deutscher Meister.

München - Die Fußballerinnen von Bayern München haben das „gemischte Double“ mit den Männern perfekt gemacht und sich im „Finale furioso“ erstmals nach 39 Jahren die deutsche Meisterschaft gesichert.

Historisches Meister-Double für den FC Bayern: Zwei Wochen nach den Profis um Philipp Lahm haben sich die Münchner Fußballerinnen im Herzschlag-Finale der Frauen-Bundesliga ebenfalls den Titel gesichert. Im silbernen Konfettiregen jubelte das Team um Spielführerin Melanie Behringer am Sonntagnachmittag und reckte die Schale in die Höhe. Beim zweiten Meistertitel neben 1976 sprangen die Münchner am Sonntag dank eines 2:0 (2:0) zu Hause gegen die SGS Essen am 22. und letzten Spieltag noch auf Platz eins. Dabei profitierten sie vom 1:1 im direkten Duell der Titel-Konkurrenten FFC Frankfurt und VfL Wolfsburg.

Fast vier Minuten mussten sie warten, ehe die frohe Nachricht aus Frankfurt kam. Die Bayern-Ladies tanzten ausgelassen auf dem Rasen umher, ließen sich von ihren Fans feiern und um 16.09 Uhr gab es die ersehnte Trophäe. Allerdings erst einmal die Kopie, denn das Original war in Frankfurt. „Das ist etwas Historisches. Männlein und Weiblein deutscher Meister. Die haben kein Spiel verloren, sie haben es großartig gemacht“, lobte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge.

So richtig begreifen konnten die Münchner selbst den meisterlichen Coup noch nicht. „Ich bin stolz, das ist der Wahnsinn“, erklärte ein gerührter Trainer Thomas Wörle und gab Grünes Licht für eine rauschende Party. „Da wird sicherlich der Punk abgeben und das völlig zurecht.“ Führungskraft Behringer hatte im Vorfeld nicht mit dem Titel gerechnet. „Ich kann es im Moment ehrlich gesagt noch gar nicht fassen“, sagte die 29-Jährige. Man habe gewinnen wollen für die Champions-League-Qualifikation. „Dass es auch noch für die Meisterschaft gereicht hat, ist natürlich noch die Obersensation.“

Nationalspielerin Melanie Leupolz (5. Minute) und Vivianne Miedema (30.) erzielten vor 5230 Zuschauern im Grünwalder Stadion, darunter Vorstandschef Rummenigge, die Tore für die drückend überlegenen Münchnerinnen. Als Zugabe durften Trainer Wörle und seine Meister-Spielerinnen den Einzug in die Champions League feiern. Auch Wolfsburg erreichte Europas Königsklasse als Tabellenzweiter.

Als erster Verein im deutschen Fußball konnte der FC Bayern das gemischte Titel-Double feiern. „Überragend“ nannte Bayern-Chef Rummenigge diesen Erfolg, der am Pfingstsonntag (24. Mai) mit einer gemeinsamen Meisterparty der Profis und der Frauen auf dem Münchner Rathausbalkon gebührend gefeiert werden soll. „Dass der deutsche Meister bei den Männern und Frauen aus einer Stadt kommt, ist ein absolutes Novum. Kompliment und Glückwunsch Bayern München“, sagte DFB-Präsident Wolfgang Niersbach.

Mit einem Punkt Rückstand auf Pokalsieger Wolfsburg waren die Bayern-Frauen in den Dreikampf um den Titel gegangen. Die Weichen für ihren erwarteten Pflichtsieg gegen Essen stellten sie frühzeitig. Leupolz erzielte mit einem strammen Distanzschuss gleich mit der ersten Torchance das 1:0. Die Holländerin Miedema sorgte nach einer halben Stunde für eine Vorentscheidung.

„Der Gewinn der deutschen Meisterschaft ist für mich das Resultat der kontinuierlich guten Arbeit, die bei den Bayern geleistet wird“, gratulierte Bundestrainerin Silvia Neid. „Mein Respekt gilt Thomas Wörle, dem es in den vergangenen Jahren gelungen ist, ein echtes Spitzenteam zu formen. Die Meisterschaft ist ein toller Erfolg für ihn und sein junges Team.“

dpa/sid

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