Analyse vor dem Spiel gegen Atlético Madrid

Für Pep und die Bayern heißt es jetzt: Sieg! Oder nix?

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So jubelten die Bayern nach dem Treffer zum 3:2 gegen Juventus Turin im Achtelfinale.

München - Drei Jahre nach „Thiago oder nix“ heißt es an diesem Dienstagabend im Spiel gegen Atlético Madrid: Sieg oder nix! Eine Analyse vor dem wichtigen Rückspiel.

Thiago oder nix. Als dieser Satz vor knapp drei Jahren fiel, lag die Reise des Pep Guardiola mit dem FC Bayern noch vor ihm. Das Ziel damals: Der weltbeste Trainer soll den weltbesten Verein noch besser machen – und sich selbst obendrein unsterblich. Doch kommt Zeit, kommt bekanntlich auch Rat. Heute, so sagt es der Spanier selbst, ist er so gut wie „tot“. Tot, weil er in drei Jahren erst von Real, dann von Barça und jetzt allem Anschein auch noch von Atlético Lektionen erteilt bekam und bekommt. Der einzige Weg, die Nulllinie doch noch abzuwenden, ist ein Sieg an diesem Dienstag (20.45 Uhr, Live-Ticker bei uns) gegen die Simeone-Truppe und der Einzug ins CL-Finale von Mailand. Womit sich der Pep’sche Kreis wieder schließt.

Denn drei Jahre nach „Thiago oder nix“ heißt es abends: Sieg oder nix! Nix, weil drei Schalen und ein Pokal (vielleicht auch zwei) in drei Jahren zwar wundervoll und auch historisch sind, aber der Pott, über den sich der FCB und auch Guardiola selbst definieren, fehlen würde. Die Rede ist vom Henkelpott. Jenem Pokal, den Pep bei Barcelona mit Xavi, Iniesta und Messi stolze zwei Mal holte, ohne sie bei den Roten bis dato aber kein einziges Mal. Womit sich die Frage stellt: War Pep nur so gut wie seine Spieler? Oder doch andersrum? An diesem Dienstagabend hat er die letzte Chance, das unter Beweis zu stellen. Oder wie er selbst sagte: „Jeder killt mich. Aber ich bin noch nicht tot. Ich habe noch eine Kugel.“ Die Frage ist nur, ob eine Kugel gegen Simeones Stahlrüstung ausreicht. Nicht nur, dass der Trainer von Atlético in Diego Godin und Yannick Carrasco zwei seiner wichtigsten Krieger zurück im Kader hat, gerade das 1:0 aus dem Hinspiel hat ihn darin bestätigt, dass Pep und die Bayern genau mit jenen Mitteln zu packen sind, die seine Truppe auszeichnen wie keine zweite: Leidenschaft, Kampf und Geschlossenheit.

Dass El Cholo an diesem Dienstagabend in der Allianz Arena einen anderen Stiefel spielen lässt, ist nicht unbedingt zu erwarten. Schönheit trifft auf Sachlichkeit, Ballbesitz auf Kampf und Geduld auf Willen – Peps Philosphie auf die von Diego Pablo Simeone. Die Zahlen sind auf Bayern-Seite, wenn auch nur bis zu einem gewissen Punkt. Fünfmal hat es der FCB in der Königsklasse schon geschafft, ein 0:1 aus dem Hinspiel noch umzudrehen, in einem Halbfinale allerdings noch nie. Da wäre zunächst das 0:1 vor zwei Jahren im Bernabéu, worauf die Bayern in München ein 0:4 obendrauf kassierten.

1990 schlug man Milan nach einem 0:1 zwar mit 2:1, die Auswärtstorregel beförderte jedoch der AC ins Endspiel. Sollte es heuer gegen Atlético doch noch klappen, würde der FCB erstmals die Schallmauer von 100 Millionen Euro durchbrechen. Zu den schon eingespielten 93 Millionen kämen beim Finaleinzug weitere 10,5, bei einem Triumph sogar 15 hinzu. All dessen ist sich Pep Guardiola bewusst. Der Spanier braucht einen Sieg, andernfalls verlässt er den FC Bayern anders, als er ihn 2013 betrat: als Unvollendeter.

Guardiola im Video: "Wir brauchen unsere beste Leistung"

tz-Kommentar: Bayern muss zu sich selbst finden

Der FC Bayern ist gefordert! Gegen Atlético Madrid müssen die Bayern über sich hinauswachsen. Oder einfach nur zu sich selbst finden, meint Bayern-Reporter Jose Carlos Menzel Lopez in seinem Kommentar.

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