Darmstadt-Coach über Vorwürfe

„Gelbsucht-Verdacht“ interessiert Schuster nicht

Dirk Schuster, SV Darmstadt 98, Trainer, FC Bayern München, Gelbe Karten
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Darmstadt-Coach Dirk Schuster interessiert der "Gelbsucht-Vorwurf" nicht.

Darmstadt - Ohne fünf gesperrte Spieler reist Darmstadt 98 als krasser Außenseiter zum Spiel bei Bayern München. Eigentlich haben die Hessen keine Chance - die wollen sie aber nutzen.

Der „Gelbsucht-Verdacht“ ließ Dirk Schuster kalt. So, als sei er immun gegen das „Üble Nachrede“-Virus. Natürlich hatte der Coach von Darmstadt 98 registriert, dass es in diesen Tagen Diskussionen gab. „Das haben wir schon wahrgenommen, aber es hat uns nicht groß interessiert“, sagte Schuster vor dem Spiel der „Lilien“ am Samstag bei Rekordmeister Bayern München (15.30 Uhr/bei uns im Liveticker).

Für Aufsehen hatte die Tatsache gesorgt, dass gleich fünf Darmstädter am Wochenende gelb-gesperrt sind. Also fast die halbe Mannschaft des bislang so tapfer kämpfenden Aufsteigers.

Fünf Darmstädter gegen Bayern gesperrt

Kapitän Aytac Sulu, Jerome Gondorf, Marcel Heller, Peter Niemeyer und Konstantin Rausch wurden in der Partie gegen Bayer Leverkusen (1:2) verwarnt. Und alle mussten sich später den Vorwurf gefallen lassen, sie hätten sich ihre Karten bewusst „abgeholt“, um gegen die Bayern nicht mittun zu müssen - aber dafür am 27. Februar in der aussichtsreicheren Partie bei Werder Bremen mittun zu können.

Belastend kam hinzu: Sulu (84.), Heller (85.), Niemeyer (88.) und Rausch (90.) hatten ihre Verwarnungen in der Schlussphase innerhalb von sechs Minuten kassiert. Sulu reagierte auf etwaige Spekulationen verständlicherweise äußerst gereizt: „Es ist egal, wo man gesperrt ist. Außerdem hatten wir gegen Leverkusen eben eine hektische Schlussphase“, erklärte der Innenverteidiger aus seiner Sicht die ungewöhnliche Gelbflut.

Schuster war in der Diskussion um Sachlichkeit bemüht. „Jeder, der ein Spiel gegen die Bayern vor der Brust hat, möchte spielen. Es geht ja auch um Einsätze, Prämien, Geld - und um Reputation“, betonte der 48-Jährige. Er glaubt nicht, dass ein Profi freiwillig auf die Gelegenheit verzichte, „sich vor einem Millionen-Publikum“ zu zeigen.

Guardiola ist die "Gelbsucht" egal

Auch für Münchens Meistercoach Pep Guardiola spielt die vermeintliche „Gelbsucht“ der Hessen keine Rolle. „Das Spiel wird trotzdem schwer“, sagte der Spanier und fügte mit einem Schmunzeln an: „Darmstadt wird sicher elf Spieler aufbieten.“

Das konnte Schuster schon mal bestätigen. Der Rollenverteilung ist sich der Ex-Profi natürlich bewusst. „Wir wissen, dass in München einiges auf uns zurollen wird. Da müssen wir uns ganz fest anschnallen“, warnte Schuster. „Einbetonieren“ werde man sich aber nicht.

Mut macht ihm das nur knappe 0:1 im Pokal-Achtelfinale der Lilien bei den Bayern Mitte Dezember 2015. „Da haben wir ein kleines Ausrufezeichen gesetzt.“ An diese Leistung wolle man anknüpfen.

Der Personalnot versuchte Schuster sogar, etwas Positives abzugewinnen. „Für viele Spieler ist es eine Chance, sich zu zeigen und sich für kommende Aufgaben zu empfehlen“, sagte er.

Der gesperrte Heller jedenfalls war am Freitagmorgen schon hellwach und verriet dem Radiosender hr1 seine Traumschlagzeile über das anstehende Spiel: „Darmstadt erkämpft Punkt in München.“ Wenn es so kommt, dann hätte auch die „Gelbsucht“-Diskussion endlich ein Ende.

sid

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