BVB-Kapitän ist schwer verärgert

So bringt Uli Hoeneß den Hummels-Transfer in Gefahr

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Mats Hummels (l.) war über die Aussage von Uli Hoeneß (r.) alles andere als erfreut.

München - Uli Hoeneß' Aussage, Mats Hummels habe beim FC Bayern angeklopft, sorgte am Wochenende für viel Unmut, sowohl beim FC Bayern als auch bei Borussia Dortmund. Gefährdet der "Edelfan" den Hummels-Deal?

Update vom 19. Juli 2016: Erleben wir bald wieder mehr öffentliche Auftritte von Uli Hoeneß? Er hat angekündigt, sich bis Ende Juli zu seiner Zukunft beim FC Bayern zu erklären. Wir zeigen die wichtigsten Fragen und Antworten zu einer möglichen Hoeneß-Rückkehr.

Seinen Fehler hat er schnell eingesehen. Was Uli Hoeneß am Freitag im Rahmen eines PR-Termins in der Allianz Arena von sich gab, war weder besonders schlau noch besonders zielführend. Und falsch war es auch. Gefragt nach Mats Hummels, der ein Angebot des FC Bayern vorliegen haben soll, im kommenden Sommer von Borussia Dortmund nach München zu wechseln, sorgte der Ex-Präsident Hoeneß für große Verstimmung auf allen Seiten.

Watzke stänkert: "Uli Hoeneß ist nur Edel-Fan"

"Offensichtlich ist es im Falle von Mats so, dass es sein Wunsch ist, nach München zu kommen. Ich meine, wenn einer an die Tür klopft, dann wird der FC Bayern schlecht beraten sein, die Tür nicht aufzumachen", hatte Hoeneß im aus früheren Zeiten gewohnten Polterton gesagt. Ein Zitat, dass Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge am Samstag dann schnell richtig stellte, um den Transfer nicht zu gefährden.

"Der Uli hat sich da gestern auf eine Frage etwas missverständlich ausgedrückt. Fakt ist, dass schon der FC Bayern bei Mats Hummels an die Tür geklopft hat und nicht umgekehrt", korrigierte er seinen Freund Hoeneß, der über dieses Statement von Rummenigge informiert war und dessen Notwendigkeit eingesehen hatte ("Ich habe mit Uli darüber gesprochen und er hat es jetzt verstanden."). Doch der Schaden, den Hoeneß mit seiner Aussage angerichtet hatte, war da bereits angerichtet. Denn in Dortmund kam der Hoeneß-Spruch erwartungsgemäß gar nicht gut an.

BVB-Bosse sauer

Zum einen waren die BVB-Verantwortlichen sichtlich stinkig. "Uli Hoeneß hat im Moment keine Funktion im Verein, ist nur Edel-Fan. Mein Ansprechpartner ist Karl-Heinz Rummenigge", erklärte BVB-Boss Hans-Joachim Watzke, der einem vorzeitigen Wechsel im Sommer ja erstmal zustimmen müsste, weil der Spieler noch bis 2017 an den Ruhrklub gebunden ist, und die finanzielle Latte für Hummels gleich mal zementierte. "Wir haben eine Ablösesumme genannt, die nicht verhandelbar ist. Sie ist entweder zu hundert Prozent zu zahlen, oder der Wechsel findet nicht statt", sagte der Dortmunder Geschäftsführer der Süddeutschen Zeitung. Mindestens 38 Millionen Euro wollen die Borussen offenbar für ihren Kapitän - und der Hoeneß-Spruch spielt Watzke in die Karten. "Ich weiß nicht, wie Mats mit dem umgeht, was da aus München gekommen ist. Ich fand das schon merkwürdig", lautete seine vielsagende Einschätzung am Samstag.

Nicht nur der BVB, auch Mats Hummels selbst war angesichts der Hoeneß'schen Verdrehung der Wahrheit mehr als irritiert. "Ich habe mich nirgendwo angeboten. Das ist der größte Humbug, den ich je gehört habe. Das habe ich nicht nötig", kommentierte er am Samstag das Zitat des Ex-Präsidenten des FC Bayern. Der Weltmeister dürfte sich mehr denn je die Frage stellen, ob er zu einem Klub wechseln will, dessen Ex- und aller Voraussicht nach auch kommender Präsident solche Unwahrheiten verbreitet.

Überlegt es sich Hummels jetzt doch anders?

Uli Hoeneß hat mit seiner Stichelei also unnötigerweise Öl ins Feuer gegossen. Gut möglich, dass er Hummels damit auch verprellt hat. Seine Unentschlossenheit angesichts der Brisanz einer möglichen Rückkehr nach München, hatte der 27-Jährige bereits vor einer Woche zum Ausdruck gebracht, als er gestand, die Gedanken über seine Zukunft raubten ihm den Schlaf.

Hummels' Verhalten nach dem Schlusspfiff am Samstag in Dortmund lässt zumindest den Schluss zu, dass der Abwehrspieler noch nicht endgültig abgeschlossen hat mit dem BVB. Ansonsten hätte er sich ja einfach in die Kabine verziehen können, um sich nicht den pfeifenden Fans auf der Südtribüne zu stellen. "Ich bin der erste Spieler, der von den Fans ausgepfiffen wird, obwohl er noch nicht gewechselt ist", so der Weltmeister. Vielleicht hat sich das mit "noch" durch Hoeneß' Aussage ja von selbst erledigt...

Die Transfergerüchte rund um den FC Bayern

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