Lahm nach Remis entnervt

"Ich dachte, defensiver als defensiv geht nicht"

Die Münchner Xabi Alonso (l-r), Thiago, Arjen Robben und Thomas Müller verlassen nach dem Abpfiff das Spielfeld.
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Die Münchner Xabi Alonso (l-r), Thiago, Arjen Robben und Thomas Müller verlassen nach dem Abpfiff das Spielfeld.

Frankfurt/Main - Damit hatte niemand gerechnet. Die Bayern patzen in Frankfurt. Zum ersten Mal in dieser Saison reicht es für die Münchner nur zu einem Punkt. Die nächste Bestmarke wird damit verpasst.

Pep Guardiola trug die ersten Punktverluste in der laufenden Saison mit Fassung. „Fußball ist nicht immer das, was man sich wünscht“, sagte der spanische Startrainer des FC Bayern München nach dem 0:0 bei Eintracht Frankfurt am Freitagabend. „Wir haben 90 Minuten alles versucht, dieses Mal aber leider kein Tor gemacht“, sagte Guardiola. Sprach's, gab seinem Trainerkollegen Armin Veh die Hand und verschwand. Schon am Mittwoch wartet gegen den FC Arsenal in der Champions League die nächste Aufgabe auf die Münchner.

Dass sie die Saison mit 34 Siegen beenden würden, hatten sie bei den Bayern selbst nicht erwartet. Auch wenn die Überlegenheit, mit der der Rekordmeister seit dem Saisonauftakt durch die Bundesliga marschierte und selbst vermeintlich ärgste Konkurrenten wie den VfL Wolfsburg oder Borussia Dortmund dominierte, ein solches Szenario nicht mehr völlig ausgeschlossen erscheinen ließ. Doch dass sie ihre ersten Zähler nach zuvor zehn Start-Siegen ausgerechnet bei der zuletzt kriselnden Frankfurter Eintracht einbüßen würden, hatte beim Tabellenführer niemand erwartet.

Die Hessen machten den Bayern das Leben aber mit großem Kämpferherz, viel Leidenschaft und vor allem einer ultradefensiven Spielweise schwer. Nicht selten hielten sich mit Ausnahme von Bayern-Torwart Manuel Neuer alle Spieler in der Frankfurter Hälfte auf. „Ich dachte, defensiver als defensiv geht nicht“, sagte Bayern-Kapitän Philipp Lahm. „Aber wir sind heute eines Besseren belehrt worden.“

Allerdings hatte sich das Starensemble von der Isar das 0:0 vor allem auch selbst zuzuschreiben. Anders als bei den souveränen Auftritten zuletzt fehlte es den Aktionen der Gäste vor 51 500 Zuschauern in der ausverkauften Commerzbank-Arena am Tempo und Esprit. „Wir haben dieses Mal die Lücken nicht gefunden“, monierte Neuer.

Damit verpassten die Bayern auch die Bestmarke von Tottenham Hotspur. Die Spurs brachten es in der Saison 1960/61 als bislang einziger Club aus einer der europäischen Topligen auf elf Siege zum Auftakt. Die Bayern bleiben bei zehn Erfolgen stehen.

Zwar versuchte der am Rand wild gestikulierende Guardiola sein Team immer wieder dazu aufzufordern, das Spiel gegen das Bollwerk der Eintracht in die Breite zu ziehen. Doch die Flügelflitzer Arjen Robbem, Kingsley Coman und Douglas Costa konnten sich dieses Mal nicht wie gewohnt in Szene setzen.

„Meine Jungs haben mit viel Elan und Leidenschaft dagegengehalten“, lobte Eintracht-Coach Veh den Auftritt seines Teams. Drei Tage nach dem blamablen Pokal-Aus beim Drittligisten Erzgebirge Aue versöhnten sich die Frankfurter so auch wieder mit ihren eigenen Anhängern. „Es ist zwar nur ein Punkt, aber der fühlt sich verdammt gut an“, sagte Frankfurts Torwart Lukas Hradecky. „Ich hätte nie erwartet, dass ich heute zu Null spiele.“

dpa

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