Bayern-Boss grantelt nach dem Aus

Rummenigge hadert: "Fühlen uns ein bisschen betrogen"

+
Harte Worte: Bayerns Vorstands-Boss Karl-Heinz Rummenigge schießt sich auf den Schiri ein.

München - Diesen Abend müssen die Roten erst verdauen. Trotz drückender Überlegenheit scheitert der FC Bayern an Atlético Madrid. Karl-Heinz Rummenigge hat den Schuldigen gefunden.

Aus dem Triple-Traum ist beim FC Bayern ein Triple-Trauma geworden. Zum dritten Mal nacheinander sind die Roten am letzten Schritt zum Finale der Champions League gescheitert. Wie 2014 und 2015 knallte ihnen erneut ein spanischer Klub die Tür vor der Nase zu. Doch so nah wie diesmal gegen Atlético Madrid war der Rekordmeister unter Trainer Pep Guardiola nie dran am Spiel der Spiele in Europas Fußball.

Nur ein Treffer fehlte, trotz drückender Überlegenheit und einem bajuwarischen 2:1 jubelten am Ende die "Rojiblancos" aufgrund des mit 1:0 gewonnenen Hinspiels. Entsprechend niedergeschlagen traten die Bayern nach dem Spiel vor die Kameras. "Bitter" war wohl die meistgenutzte Vokabel, "es tut weh" ein weiterer Favorit.

Karl-Heinz Rummenigge blies in der wohl bittersten Stunde seit dem verlorenen "Finale dahoam" 2012 in ein ganz anderes Horn. "Wir fühlen uns betrogen. Das Tor war Abseits, der Elfmeter einen Meter vor der Linie", wetterte der Vorstands-Boss in Richtung Cüneyt Cakir. Ein UEFA-Delegierter hätte sich bei ihm mit den Worten "It's a shame what he did!" für die Leistung des türkischen Schiris entschuldigt. Der Offizielle schämt sich also demnach für den derzeit wohl besten Referee des Kontinents.

Bayern-Aus in der Champions League: Ein Einser, drei Zweier

Cakir hatte erst in der vergangenen Woche das andere Champions-League-Halbfinale in Manchester geleitet. Insgesamt war der Auftritt in München sein siebter in dieser Königsklassen-Saison. Im vergangenen Sommer war der 39-Jährige beim Finale in Berlin an der Pfeife.

Cüneyt Cakir.

Unbestritten dürfte sein, dass Cakir nicht seinen besten Tag erwischte und das überharte Spiel der Gäste zu selten unterband. Javi Martinez foulte den durchgestarteten Fernando Torres deutlich vor der Strafraumgrenze, der Stürmer stürzte jedoch angesichts des gezündeten Turbos in den Sechzehner - hier hätte wohl der Torrichter helfen müssen. Die vermeintliche Abseits-Position des pfeilschnellen Antoine Griezmann vor dem 1:1 ließ sich auch nach mehreren Zeitlupen nicht hundertprozentig aufklären - von daher sollte auch hier Nachsicht geübt werden.

Müller und Lahm zeigen Größe

So gingen auch die Führungsspieler der Roten auf Distanz zu den Vorwürfen ihres Bosses. "Wir müssen jetzt nicht über den Schiedsrichter sprechen", betonte Thomas Müller, der nur zwei Minuten nach Xabi Alonsos Freistoß-Treffer mit einem schwach geschossenen Elfmeter an Atlétis überragendem Keeper Jan Oblak scheiterte. Kapitän Philipp Lahm bekräftigte: "Man muss schon vor der eigenen Haustür kehren."

So zeigten zumindest die Profis Größe in der - gefühlten - Niederlage.

auch interessant

Meistgelesen

1860-Investor Ismaik droht Hoeneß und dem FC Bayern
1860-Investor Ismaik droht Hoeneß und dem FC Bayern
Robben verrät: Dieser Spieler ist der unordentlichste FCB-Profi
Robben verrät: Dieser Spieler ist der unordentlichste FCB-Profi
Ticker: Thiago vergleicht sich mit einem Auto - Boateng fällt aus
Ticker: Thiago vergleicht sich mit einem Auto - Boateng fällt aus
FCB ohne Chef-Stratege nach Mainz - Vidal dabei
FCB ohne Chef-Stratege nach Mainz - Vidal dabei

Kommentare