Jungstar bekommt Einsatzgarantie

Kimmichs Lohn: Ohne Geheule in die Startelf

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Bester Stimmung: Joshua Kimmich. 

München – Es hat am Freitag gedauert, ehe sich Joshua Kimmich nach dem 2:0 über Schalke zum Mannschaftsbus verabschiedete. Er stand erst lange in den Katakomben, tief in ein Gespräch mit dem Gelsenkirchner Max Meyer verstrickt, man hatte sich gut zu erzählen.

Beide haben viel Aufregendes erlebt. Kimmich etablierte sich bei den Bayern und der A-Nationalelf, Meyer führte die U 21 in Rio als Kapitän zu Olympischem Silber.

Und die aufregenden Zeiten, sie reißen nicht ab. Beide erzielten nun bei der Nationalelf ihre ersten Länderspieltore, Kimmich legte am Freitag auch noch seinen ersten Treffer in Münchner Diensten nach. Der 21-Jährige hat starke Tage hinter sich, und das honoriert sein Vereinstrainer Carlo Ancelotti heute Abend, indem er ihn gegen Rostow einsetzt. Ob Kimmich, der auf Schalke erst in der Schlussphase reinkam, denn wieder mitmischen dürfe, lautete die letzte Frage gestern auf der Pressekonferenz. Der Italiener grinste breit und nickte. Beim Thema Joshua Kimmich braucht es keine Worte mehr.

Kimmich, der professionelle Defensivallrounder

Es ist bemerkenswert, wie schnell er sich an die Anforderungen auf höchstem Niveau angepasst hat. Bis zum Sommer vor einem Jahr kickte er noch bei Leipzig in der Zweiten Liga, nun schießt er für Joachim Löw oder Ancelotti sogar Tore. An seine Zeit im Osten erinnerte er sich am Freitag auch kurz, denn für seinen ehemaligen Arbeitgeber traf er einst ebenfalls zwei Mal in Serie – „und dann gar nicht mehr. Ich hoffe, das läuft jetzt anders“, meinte er.

Philipp Lahm ist da zuversichtlich. Der junge Kollege habe einen strammen Schuss, lobte der Kapitän, er sehe das in jedem Training. Kimmich reagierte verdutzt auf die These. „Hat er das ironisch gemeint“, fragte er grinsend, eigentlich arbeite er an dem Problem. „Mein Schuss ist nicht der beste – darum ist es immer gut, wenn ich möglichst nah am Tor stehe.“ Auf Schalke und im Länderspiel hatte er sich zuvor bis in den Strafraum vorgearbeitet.

Es zeichnet den Defensivallrounder aus, dass er um seine persönlichen Stärken und Schwächen weiß. Dass er am Freitag zunächst auf der Bank saß, nahm er professionell auf. „Das ist bei Bayern einfach so. Im letzten Jahr hatte ich zum gleichen Zeitpunkt weniger Spiele. Ich sitze nicht draußen und heule rum oder verbreite schlechte Stimmung.“ Auf andere Art findet man sich ja auch viel schneller auf dem Platz wieder. Kimmich wird nach Spielen wohl auch in Zukunft weiterhin viel zu erzählen haben.

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