Strenge Worte des Rekordnationalspieler

Matthäus: "Götze muss mal zeigen, dass er ein Mann ist"

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TV-Experte Lothar Matthäus.

München - Die Zeichen bei Mario Götze und dem FC Bayern stehen auf Abschied. Rekordnationalspieler Lothar Matthäus macht eine Generalabrechnung mit dem einstigen Star-Einkauf. Seine Meinung: "Götze hat nicht funktioniert".

Die Frage ist längst nicht mehr, ob Mario Götze den FC Bayern im Sommer verlassen wird. Er wird es. Offen ist lediglich noch, wann der Abschied des Weltmeisters offiziell bekannt gegeben wird – und wohin es den 23-Jährigen ziehen wird. So erwartungsvoll die Beziehung des deutschen Supertalents mit dem deutschen Rekordmeister auch begann, so enttäuschend wird sie zeitnah enden. In seinen drei Jahren beim FCB ist der hoch veranlagte Techniker nie über die Rolle des Mitläufers hinausgekommen, in den großen Spielen war er sogar meist nur außen vor. Für 37 Millionen Euro Ablöse verpflichteten die Münchner den Youngster im Sommer 2013 von Borussia Dortmund, doch den Beweis seiner Klasse blieb der WM-Siegtorschütze zu oft schuldig bei den Roten. „Götze hat nicht funktioniert“, meint auch Ex-FCB-Star Lothar Matthäus.

Mario Götze.

Im Rahmen einer Presse­runde von Pay-TV-Sender Sky, für den der Weltmeister von 1990 als Experte arbeitet, erklärte Matthäus auch, dass er sich von Götze mehr Entschlossenheit gewünscht hätte. „Für den ein oder anderen Spieler ist Bayern München ein schwieriges Pflaster“, weiß zwar auch der 55-Jährige, dennoch hätte er sich von einem Spieler mit Götzes Klasse mehr erhofft. „Er ist ja auch keiner, der mal die Ellbogen ausgefahren hat. Der mit seiner Körpersprache signalisiert hat: Hey, hier bin ich! Das habe ich vermisst, man hat ihn einfach nicht mehr gesehen. Götze ist beim FC Bayern untergegangen“, bilanzierte Matthäus und rät dem Bayern-Bankdrücker zu einer neuen Herausforderung. „Ich habe schon vor Monaten gesagt, dass Mario, wenn er die Chance hat, zu einem sehr guten Verein zu gehen, sie nutzen soll.“

Selbst mit dem Trainerwechsel an der Säbener Straße scheint es für den gefallenen WM-Helden keinen Neustart bei den Roten mehr zu geben. Wie die SZ berichtet, soll Carlo Ancelotti ihm in einem Telefonat bereits mitgeteilt haben, dass er Götze nicht mehr Spielanteile wie bisher Pep Guardiola versprechen kann. Für Matthäus nur logisch. „Anderen Spielern kann Ancelotti ja auch keinen Stammplatz geben. Manuel Neuer vielleicht. Aber alle anderen Spieler sind ja fast schon austauschbar bei der Qualität im Kader der Bayern“, so Matthäus. Als gescheitert will er Götze aber nicht bezeichnen. „Mario hat ja auch gute Spiele gemacht. Nur konnte er sich halt nicht so durchsetzen, wie er sich selbst das vorgestellt hat“, meint der Sky-Experte.

So lange laufen die Verträge der Bayern-Stars

Wie geht es jetzt mit dem Weltmeister weiter? Götze ist wohl der FCB-Spieler, der sich nach dem Pokalfinale am 21. Mai gegen den BVB am meisten auf die Zusammenkunft der Nationalmannschaft am 24. Mai in Ascona freuen dürfte. Da darf er spielen, da spürt er Vertrauen vom Trainer. „In der Nationalmannschaft hat er wie früher in Dortmund auch ja gezeigt, was er zu leisten imstande ist. Doch dafür brauchst du einen Trainer, der auf dich setzt, der an dich glaubt. Jogi Löw gibt ihm dieses Vertrauen, was Guardiola ihm nicht gegeben hat“, ist sich Matthäus sicher und wünscht Götze, dass er bei seinem neuen Verein „die Kurve bekommt“.

Doch dafür sieht er in erster Linie den Kicker selbst verantwortlich. Von Götze erwartet er endlich auch mal wieder auf dem Platz Taten, nicht nur in den sozialen Netzwerken. „Er muss eben wirklich mal zeigen, dass er ein Mann ist und nicht nur unser WM-Held 2014“, findet Matthäus klare Worte für die jüngste Entwicklung des einstigen Wunderkindes im deutschen Fußball.

Bei aller Kritik betont der ehemalige Welt-und Europameister aber auch immer wieder Götzes zweifellos vorhandene, außergewöhnliche Fähigkeiten. „Deshalb würde ich ihn gerne weiter in der Bundesliga sehen“, so Matthäus, der sich eine Rückkehr zum BVB durchaus vorstellen kann. Das allerdings sehen Spieler und Klub – zurzeit zumindest – ein wenig anders.

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