Guardiolas Plan B

Was passiert bei Bayern, wenn Robert Lewandowski ausfällt?

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Bayerns Top-Stürmer Robert Lewandowski.

München - Er ist die Lebensversicherung des FC Bayern München. Nicht vorzustellen, wenn sich Robert Lewandowski verletzen und über einen längeren Zeitraum ausfallen würde.

Noch vor dem Spiel gegen den VfL Bochum hatte sich Pep Guardiola äußerst positiv über seinen Stürmer Nummer eins geäußert. „Er ist der professionellste Spieler, den ich je getroffen habe“, sagte Guardiola vor dem DFB-Pokalviertelfinale. Als Gründe für sein positives Urteil nannte der Coach: "In seinem Kopf sind 24 Stunden am Tag: Richtig essen, schlafen, trainieren. Er ist immer da, nie verletzt, weil er sich fokussiert auf diese Dinge."

Robert Lewandowski

Geboren am 21.08.1988 in Warschau (Polen)

Größe: 1,84 m

Vertrag bis: 30.06.2019

Marktwert: 70 Mio. Euro

Position: Stürmer

Der polnische Nationalstürmer ist für den FC Bayern München unbestreitbar wichtig. Dies zeigt schon alleine die Statistik. In den bisherigen 30 Pflichtspielen in der laufenden Saison erzielte Robert Lewandowski 29 Treffer für den FC Bayern München und bereitete zudem noch vier Tore vor. Auch im Jahr 2016 ist er bisher der Punktegarant für den Rekordmeister. Sowohl beim 2:1 beim Hamburger SV, als auch beim 2:0-Heimsieg gegen die TSG 1899 Hoffenheim hieß der einzige Torschütze auf Bayern-Seite Robert Lewandowski. Einzig beim Pokalspiel beim VfL Bochum (3:0) durfte sich mit Thiago erstmals ein anderer Spieler in die Torschützenliste der Mannschaft von Pep Guardiola eintragen. Mit einem Marktwert von 70 Millionen Euro ist Robert Lewandowski nach Thomas Müller (75 Mio.) zudem der zweitwertvollste Spieler in den Reihen des Deutschen Rekordmeister.

Nicht verwunderlich, dass Lewandowski auch bei anderen europäischen Spitzenklubs auf dem Zettel steht. Sollte Lewandowski die Bayern im Sommer tatsächlich verlassen, würden die Bayern auf jeden Fall Ersatz benötigen. Das ist momentan aber kein Thema, schließlich läuft der Vertrag des Polen noch bis 2019 und ein vorzeitiger Abschied des Stürmers scheint momentan unrealistisch.

Aber was passiert, wenn sich Robert Lewandowski entgegen den Erwartungen seines Trainers möglicherweise in dieser Saison, vielleicht durch Einwirkung des Gegners, einmal schwerer verletzen sollte? Was wäre die Alternative für Pep Guardiola?

Ein kurzer Blick auf den Kader des FC Bayern München zeigt, dass es gerade in der Offensive viele Spieler gibt, doch den wirklich klassischen Backup-Stürmer, wie es ihn in der Vergangenheit gab, ist bei den Bayern nicht zu finden. Folgende Möglichkeiten wären eine Option, falls Robert Lewandowski ausfallen würde.

Thomas Müller ganz vorne

Thomas Müller

Die wohl einfachste Lösung wäre, Thomas Müller ganz nach vorne zu beordern. Allerdings fühlt sich der Ur-Bayer in der zweiten Reihe deutlich wohler als an vorderster Front. Hier kann er um die nominelle Spitze herumspielen und sich seine Lücken in der Verteidigung, meist ohne einen direkten Gegenspieler suchen. Als einzige Spitze bekäme es Müller im Normalfall über die volle Spielzeit mit zwei Innenverteidigern zu tun. Müller ist zudem mit 21 Treffern und acht Vorlagen der zweitgefährlichste Spieler in Reihen des deutschen Rekordmeisters. Er wäre eine Alternative für die Position des klassischen Mittelstürmers, aber eigentlich zu wertvoll in der zweiten Reihe.

Falsche Neun

Ein inzwischen beliebtes Mittel, wenn der klassische Mittelstürmer ausfällt, ist die "falsche Neun". Hier wird ein eigentlicher Mittelfeldspieler, der auch meist nicht die körperlichen Maße eines Stürmer aufweist, auf die Position des Stürmers gestellt. Oft wird diese Position im Spiel auch variiert, so dass wechselweise verschiedene Spieler vom Mittelfeld in die vorderste Position rutschen.

Gerade unter Pep Guardiola haben die Bayern bereits öfter dieses Modell ausprobiert. Doch in den wirklich wichtigen Spielen, gerade auf der internationalen Bühne, kam dieses Modell nur äußerst selten zum Einsatz. Beim FC Bayern gäbe es mehrere Spieler, die die Position der "falschen Neun" besetzen können. Meist übernahm Mario Götze diesen Part, wenn auf das System umgestellt wurde. Doch auch Franck Ribéry oder Arjen Robben könnten diese Rolle ausfüllen.

Stürmer aus der zweiten Mannschaft

Eine mögliche Option, die eigentlich keine ist. In der zweiten Mannschaft des FC Bayern München, die in der Regionalliga Bayern auf dem sechsten Tabellenplatz steht, gibt es keinen, der die Rolle bei den Profis auch nur annähernd ausfüllen könnte. Patrick Weihrauch (9 Treffer) und Karl-Heinz Lappe (7) haben in der vierten Liga beide eine Quote von unter 0,5 Treffern pro Spiel. Somit hat sich in der bisherigen Saison keiner für höhere Aufgaben aufgedrängt. Aus der zweiten Mannschaft gibt es somit keinen Spieler, der einen ausgeprägten Torriecher aufweist und kurzerhand ins kalte Wasser geschmissen werden könnte.

Fazit

Eins zu eins ist Robert Lewandowski auch im Kader des FC Bayern München, der laut transfermarkt.de knapp 620 Mio. Euro Wert ist, nicht zu ersetzen. Für die Bundesliga würde es wohl auch ohne den polnischen Nationalspieler reichen, doch bereits im DFB-Pokal, wo die Entscheidung in einem Spiel fällt, wäre ein Ausfall von Lewandowski eine bittere Pille für die Bayern. 

In der Champions League ist ein Ausfall von Robert Lewandowski nicht mehr zu kompensieren. Alleine mit seiner Präsenz auf dem Platz schafft er Lücken für die Spieler auf dem Flügel oder hinter ihm. Alle Bayern-Fans können daher nur hoffen, dass Pep Guardiola mit seiner Aussage "nie verletzt" Recht behält.

mko

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