Nach Verpflichtung von Hummels und Sanches

Das sind die Verlierer der großen FCB-Transfer-Offensive

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Stammplatz auf der Bank: Medhi Benatia (l.) und Mario Götze (2. v. r.) sind bei Bayern-Spielen oft nur Zuschauer.

München - Mit den Verpflichtungen von Mats Hummels und Renato Sanches erhöht der FC Bayern den Druck auf seine Stars. Zumindest für ein Duo sind die Deals wohl der Anfang vom Ende.

Mit dem Transfer-Double vom Dienstag hat der FC Bayern der nationalen und internationalen Konkurrenz zwei ordentliche Watschn verpasst. Um Renato Sanches, der für mindestens 35 Millionen Euro von Benfica Lissabon kommt, buhlte die komplette Elite Europas - von Madrid über Barcelona und London bis Manchester. Für Dortmunds Kapitän Mats Hummels sollen sich zumindest auch Barca und der FC Chelsea interessiert haben.

Das begehrte Duo hat sich aber für die Roten entschieden. Womit der Rekordmeister drei Tage nach dem 26. Titel einmal mehr bewies, dass er nicht nur auf dem Platz, sondern auch auf dem Transfermarkt jeden Konkurrenten in die Schranken weisen kann. Karlheinz Wild vom kicker rühmte gerade erst das aktuelle Starensemble von der Säbener Straße als "in der Breite beste(n) Kader des Kontinents". Wahrscheinlich stand noch keinem Trainer des FC Bayern mehr Qualität zur Verfügung als Pep Guardiola in dieser Saison.

FC Bayern jetzt schon Gewinner des Transfer-Sommers

Das 18-jährige Supertalent Renato Sanches aus Portugal und der im eigenen Nachwuchs ausgebildete Weltmeister Hummels verleihen dem Luxus-Kader zweifelsfrei noch mehr Klasse. Carlo Ancelotti wird sich im fernen Kanada die Hände gerieben haben. Keine Frage: Der FC Bayern darf sich schon jetzt als großer Gewinner des Transfer-Sommers fühlen - bevor dieser überhaupt so richtig Fahrt aufnimmt. Zumal nahezu alle Leistungsträger langfristige Verträge besitzen.

So lange laufen die Verträge der Bayern-Stars

Da können die Roten über die Meldung der spanischen Sportzeitung Mundo Deportivo, Barca wolle einen Vorstoß wegen David Alaba wagen, wohl nur müde lächeln. Der Österreicher zählt zu den sieben Profis, die bis 2021 an die Münchner gebunden sind - aktuell die längstmögliche Vertragslaufzeit. Auch Mittelfeldspieler Sanches und Verteidiger Hummels unterschrieben für jeweils fünf Spielzeiten.

Neue Konkurrenz für Bankdrücker Benatia und Götze

Die beiden Top-Deals dürften sich aber auch für zwei Profis des aktuellen Kaders wie Watschn angefühlt haben. Medhi Benatia und Mario Götze, zuletzt ohnehin nur "Bank-Angestellte", bekommen weitere Konkurrenz auf ihren Positionen vorgesetzt.

Der Marokkaner hatte schon vor einer Woche die Zeichen der Zeit erkannt. "Wenn ich gehen soll, werde ich gehen", bewarb er sich via Sky Sport Italia für eine Rückkehr in die Serie A. Sein Ex-Klub AS Rom soll interessiert sein, wie auch Juventus Turin. Beim FC Bayern müsste sich der 29-Jährige wohl hinter Mats Hummels, Jerome Boateng, Holger Badstuber, Javi Martinez und möglicherweise auch Joshua Kimmich anstellen.

Götze schweigt und lässt Teamabend sausen

Mario Götze.

Götze äußerte sich zuletzt nicht mehr zu seiner Zukunft, nachdem er im Winter-Trainingslager in Dubai einen Wechsel nicht ausgeschlossen und damit unfreiwillig eine Welle an Spekulationen losgetreten hatte. Auf Gespräche über eine Verlängerung seines im kommenden Sommer auslaufenden Vertrags wartet der WM-Final-Torschütze bislang vergebens, den Teamabend nach dem Titelgewinn am Samstag ließ er überraschenderweise sausen. Als Abnehmer werden besonders Ex-Klub BVB, Juve und der FC Liverpool gehandelt - bei den "Reds" sitzt mit Jürgen Klopp sein Ziehvater aus Dortmunder Zeiten auf der Trainerbank. Laut kicker-Informationen soll eine Rückkehr zu Borussia aktuell keine Option sein - es scheint den 23-Jährigen also eher ins Ausland zu ziehen.

Die Transfergerüchte rund um den FC Bayern

Hummels schnappt Götze einen Rekord weg

Seinen Rekord als teuerster Transfer innerhalb der Bundesliga ist Götze seit Dienstag schon einmal los. Hummels kostet den FC Bayern geschätzt 38 Millionen Euro und damit eine Million mehr als der Dribbelkünstler 2013. Für Benatia überwiesen die Roten vor zwei Jahren immerhin 28 Millionen Euro.

So könnten die beiden Verlierer des jüngsten Transfer-Doubles auch als Warnung für die beiden neuen FCB-Stars gelten: Hohe Ablösesummen und Vorschusslorbeeren sind noch lange keine Garantie für eine große Karriere bei den Bayern.

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