25-Jähriger zieht Fäden im FCB-Mittelfeld

Ancelottis "neuer Pirlo": Thiago blüht auf

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FCB-Profi Thiago (r.) blüht unter Trainer Carlo Ancelotti richtig auf.

München/Madrid - Bayern Münchens Mittelfeldkünstler Thiago konnte seine Genialität unter Pep Guardiola wegen diverser Verletzungen nur selten beweisen. Unter Carlo Ancelotti blüht er wieder auf.

Thiago kehrte am Mittwochabend an jenen Ort zurück, an dem er im vergangenen April einen seiner dunkleren Tage als Fußball-Profi erlebt hatte. Beim 0:1 im Halbfinal-Hinspiel mit Bayern München gegen Atlético Madrid war er einer der Schwächsten, beim Gegentor sah er schlecht aus - beim Aus im Rückspiel (1:2) durfte er folgerichtig gar nicht mehr ran. Aber das ist Geschichte.

Bei der Rückkehr ins Vicente Calderón fühle er sich "anders", sagt Thiago, es sei ja diesmal "nur" ein Gruppenspiel. Er hätte aber auch sonst allen Grund für andere, positive Gedanken. Thiago ist hervorragend in die Saison gestartet. Der Mittelfeldkünstler hat vor einer Woche in der Bundesliga gegen Hertha BSC ein Tor vorbereitet und eines selbst geschossen. Am Samstag beim HSV brachte er das entscheidende 1:0 mit einem genialen Pass auf den Weg.

"Ancelottis neuer Pirlo"

Er habe noch nie einen Spieler mit diesem technischen Vermögen gesehen, sagt Bayern-Coach Carlo Ancelotti über den 25-Jährigen, "mit dem Ball am Fuß kann er alles". Die spanische Sporttageszeitung Marca sieht in Thiago bereits "Ancelottis neuen Pirlo". Wie er 2001 für Andrea Pirlo beim AC Mailand die ideale Rolle gefunden und so dessen Weg zum Weltstar begründet habe, mache er es jetzt in München mit dem Bayern-Profi.

Thiago wurde in der legendären Jugendakademie des FC Barcelona, La Masia, ausgebildet. Lionel Messi, Xavi, Carles Puyol - nur ein paar der bekannten Absolventen. Auch Ex-Bayern-Coach Pep Guardiola wurde hier geformt. Er förderte Thiago als Barca-Trainer, holte das junge Talent aus dem Nachwuchsteam zu den Profis. 2009 debütierte der Sohn des brasilianischen Weltmeisters Mazinho in der ersten Mannschaft. Mit 18.

Im Laufe der Zeit sammelte Thiago vier Meistertitel, gewann einmal den spanischen Pokal und die Champions League. Und auch in der Nationalmannschaft lief es: Nach dem EM-Titel mit der U17 gewann er zweimal die U21-EM, zuletzt 2013, als er als Kapitän drei der vier Tore im Finale gegen Italien schoss (4:2). Eine große Zukunft zeichnete sich ab.

Guardiola damals: "Thiago oder nix!"

Im jenem Sommer 2013 wechselte Thiago dank einer Ausstiegsklausel zum FC Bayern. Nicht, dass es dem Rekordmeister damals an starken Mittelfeldspielern gemangelt hätte. Aber Guardiola wollte ihn, seinen jungen Supertechniker - und nur ihn. Seine Aussage "Thiago oder nix!" ist längst legendär. Und so kam der Rechtsfuß an die Säbener Straße. Beladen mit Erwartungen. Doch die wurden schnell gedämpft.

Der 1,74 m große Spanier verletzte sich bald, verpasste 25 Spiele wegen eines Syndesmoserisses. Danach sorgte das Innenband im rechten Knie für wiederkehrende Probleme, Thiagos Krankengeschichte war einer der Hauptgründe für Guardiolas Zerwürfnis mit den Klubärzten um Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt.

Thiago: "Carlo ist ein großartiger Trainer"

Thiago will das vergessen. "Wir verbringen den ganzen Tag mit Fußball und genießen, dass wir fit sind. Das ist alles", sagt er. Wirklich? Naja, der neue Trainer sei auch ein Grund für seinen Lauf: "Carlo ist ein großartiger Trainer, er gibt uns viel Selbstvertrauen."

Dabei war im Sommer noch spekuliert worden, ob Thiago nicht seinem Förderer Guardiola zu Manchester City folgen würde. Doch der Mittelfeldmann nabelte sich ab - und blühte auf.

Das Champions-League-Auswärtsspiel des FC Bayern bei Atlético Madrid können Sie am Mittwochabend in unserem Live-Ticker verfolgen.

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SID

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