Weltweites Publikum

Moderne Zeiten: So läuft die Teampräsentation heute

München - Moderne Zeiten beim Rekordmeister: Der FC Bayern stellt seine Mannschaft am Samstag vor – im Internet und vor einem weltweiten Publikum.

Als Renato Sanches beim FC Bayern eintraf, schien noch die Sonne. Der Donnerstag war einer dieser Tage, an dem man als Neuankömmling nicht umhinkommt, die besondere Schönheit der Stadt zu rühmen. Der erste offizielle Arbeitstag war dann schon schmuckloser. Innerhalb von 24 Stunden hat der portugiesische Neuzugang die volle Bandbreite des deutschen Sommers kennengelernt. Sein erstes Training absolvierte der Europameister – wie der ebenfalls neu verpflichtete Mats Hummels und die anderen aus dem Urlaub zurückgekehrten Nationalspieler – im Dauerregen.

Am Samstag wird die breite Öffentlichkeit Sanches, Hummels und Co. erstmals als Team sehen. Aber wie das in diesen modernen Zeiten, in denen die Saisonvorbereitung in Übersee auf den neuen Märkten stattfindet, so ist, stellen die Bayern ihre Mannschaft nicht einfach auf den Rasen. Bevor um 16 Uhr eine öffentliche Trainingseinheit in der Allianz Arena beginnt (Eintritt frei), präsentiert der Klub seine Spieler online. In einem Facebook-Livestream. Mit weltweitem Publikum.

Wir berichten im Live-Ticker

Die Ankündigung des Vereins klingt nach Aufbruch und großem Ehrgeiz, sie spiegelt den Aufwand wieder, mit dem der Verein seine globale Expansion vorantreibt. Die Veranstaltung, die um 14 Uhr in der Mixed Zone der Arena beginnt, trägt den Titel „#FCBday1 Show“, und wer sich an Hashtag und englischer Formulierung stößt, hat das Wichtigste nicht begriffen. Die Sendung (O-Ton FC Bayern: „im Stile einer Late-Night-Show aufgezogen“) richtet sich an Fans in China und den USA, Südafrika und Australien, Island und Brasilien. Und auch sonst überall (natürlich auch im eigenen Land). Allein mit Deutsch kommt man da nicht mehr weit.

Früher hätten die Bayern sich an einem solchen Tag mit einer guten, alten Pressekonferenz begnügt. Heute sind die Anforderungen komplexer. Erste Zielgruppe sind nicht mehr die Medien, sondern direkt der Fan, der sich über soziale Netzwerke direkt ansprechen lässt und das wohlige Gefühl vermittelt bekommt, Mitglied der großen Bayern-Familie zu sein. Die Spieler werden sich mit Bloggern austauschen und mit Fans beim Onlinegolf messen. Jeder, ob in Sydney oder Schwabing, wird ganz nah dran sein. Zumindest vermittelt das Showformat diese Illusion.

Die Bayern sind längst ihr eigenes Medium. Seit Jahren bespielen sie etliche Kanäle im Internet, sie liefern Informationen und binden Kunden. Nicht ganz unwichtig dabei ist für sie, dass sie die Tonart bestimmen, in der die geschriebenen und gesprochenen Beiträge erscheinen. Allzu kritisch geht es dort naturgemäß nicht zur Sache.

Auf der Bayern-Homepage wird Trainer Carlo Ancelotti mit den Worten zitiert, er sei „neugierig“ auf Renato Sanches und man müsse „behutsam mit ihm umgehen“. Mats Hummels, den Weltmeister und langjährigen Kapitän des Dauerrivalen Dortmund, lobt Ancelotti überschwänglich: „Er war der Spieler, den Bayern gebraucht hat.“ Am Samstag hat das Duo neben dem sportlichen auch seinen ersten repräsentativen Auftritt. Eine halbe Stunde vor der #FCBday1 Show. Auf einer Pressekonferenz.

Marc Beyer

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