Ausfall wegen Knieproblemen

Ohne Ribéry gegen ManCity - Robben dabei

München - Der Respekt vor Manchester City ist beim FC Bayern groß. Bei Trainer Guardiola führt der Blick auf den Kader des englischen Meisters zu einem „Wow“-Effekt. Auf Ordnungskraft Xabi Alonso kommt viel Arbeit zu - neue Sorgen gibt es um Ribéry.

Mit großspurigen Sprüchen halten sich die stets am maximalen Erfolg orientierten Bayern vor dem kniffligen Start in der Champions League lieber vornehm zurück. Sportvorstand Matthias Sammer wählte vor der Heimprüfung am Mittwoch (20.45 Uhr/ZDF und Sky) gegen Manchester City und den anschließenden Aufgaben in Moskau gegen ZSKA sowie beim AS Rom sogar den Mahn-Modus - und das noch vor einer weiteren Verschärfung der Personallage.

Nach Pechvogel Holger Badstuber (Muskelsehnenriss) zählt auch Franck Ribéry schon wieder zum Bayern-Lazarett - und das nur wenige Tage nach seinem verheißungsvollen Kurz-Comeback als Torschütze beim 2:0 gegen den VfB Stuttgart. Der 31 Jahre alte Franzose hat schon wieder Probleme mit dem linken Knie.

„Er hat wieder Schmerzen“, sagte Pep Guardiola am Dienstag. Der Trainer machte allerdings nur vagen Angaben zum Ausmaß des Rückschlages: „Ich denke, er fällt die nächsten Tage aus.“ Ribérys Patellasehne schmerzt wieder - Bastian Schweinsteiger pausiert wegen derselben Verletzung seit dem WM-Finale in Brasilien.

Trotz der erheblichen Personalsorgen wollen sich die übrigen Bayern-Profis die Vorfreude auf den ersten großen Fußballabend der Saison nicht nehmen lassen. „Wir brauchen nicht zu jammern, sondern müssen das Spiel annehmen“, verkündete Philipp Lahm. Der Kapitän blieb demonstrativ positiv: „Keine Sorge, kein Bammel, sondern Vorfreude - und die Überzeugung, drei Punkte einzufahren. Wir zählen wieder zu den Mitfavoriten auf den Titel“, sagte Lahm.

Eine positive Nachricht gab es am Dienstag auch: Arjen Robben konnte nach leichten Knieproblemen am Abschlusstraining in der Münchner Arena teilnehmen - ein Startelfeinsatz scheint möglich.

„Ich weiß nicht, ob es schon mal eine ausgeglichenere Gruppe gab“, sinnierte derweil Sammer: „Wir müssen kämpfen, fighten, stabil sein. Wir müssen die Vorrunde überstehen. Das wird eine schwierige Aufgabe“, sagte der Münchner Sportvorstand im „Audi Star Talk“. Mario Götze betrachtet den englischen Meister ebenfalls als echte Herausforderung: „Das ist der stärkste Gegner. Manchester City hat eine überragende Mannschaft, hat überragende Spieler.“

Das Königsklassen-Finale am 6. Juni 2015 in Berlin ist zeitlich und gedanklich noch weit weg, auch wenn für einen Verein mit dem Selbstverständnis des FC Bayern die Hauptstadt die Endstation Sehnsucht auf der langen Reise durch Europa darstellt. „Es ist mit der attraktivste Pokal, den man gewinnen kann“, sagte Götze, der sich als stolzer Weltmeister mit Trophäen bestens auskennt.

„Das wird ein schwieriges Jahr, das spüre ich“, prophezeite Sammer. Guardiola erinnerte extra noch einmal an die vergangene Saison, als das Heimspiel gegen ManCity mit 2:3 verloren wurde; nach 2:0-Führung durch Müller und Götze. Trainer und Mannschaft seien praktisch gleich geblieben. Silva, Nasri, Yaya Touré, Fernandinho - besonders die Mittelfeldakteure zählte Guardiola auf und endete mit einem anerkennenden: „Wow!“ Der Spanier fordert Spielkontrolle und eine gute defensive Organisation. „Wenn wir nicht mit elf Mann gegen sie verteidigen, haben wir Probleme“, warnte Guardiola.

Schwerstarbeit dürfte auch wieder auf Xabi Alonso zukommen, die neue Ordnungskraft im Münchner Spiel. „Ich versuche, das zu tun, was ich meine ganze Karriere über getan habe, die Verbindung zwischen Abwehr und Angriff zu sein, im Mittelpunkt von allem zu sein“, sagte der Spanier vor seinem Königsklassen-Debüt im Bayern-Trikot.

Der 32-Jährige wird im 95. Champions-League-Spiel wieder viel laufen müssen. Aber das sei kein Problem, beruhigte er seinen besorgten Trainer: „Ich bin fit“, versicherte Xabi Alonso - und bereit für viele Spiele. Gegen ManCity ist die Marschroute für den Routinier, der zuletzt mit Real Madrid die Champions League gewinnen konnte, klar: „Zuhause brauchen wir drei Punkte.“

dpa

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