So sollte Vorbereitung jetzt laufen

Trainings-Experte warnt: "Rücksicht nehmen auf die EM-Fahrer!"

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Sind schon wieder voll im Saft: Rafinha (l.) und Franck Ribery haben schon einige Wochen Vorbereitung in den Beinen.

München - Endlich ist der FC Bayern komplett! Doch die Eingliederung der EM-Fahrer in das tägliche Training will gelernt sein. Ein Experte verrät, worauf zu achten ist.

Nach den Staaten ist vor dem Supercup. Während Carlo Ancelotti seiner US-Reisegruppe am Freitag freigibt, damit diese den Jetlag bekämpfen kann, bittet der Italiener die übrigen EM-Fahrer bereits wieder an die Säbener Straße. Manuel Neuer, Thomas Müller, Joshua Kimmich, Mats Hummels, Kingsley Coman, Renato Sanches, Robert Lewandowski und Jerome Boateng (wegen seiner Verletzung dosiert) nehmen also wieder die Arbeit auf. Und viel Zeit bleibt Carletto nicht, um seine Rückkehrer auf die erste offizielle Partie der Saison vorzubereiten: Bereits in neun Tagen, am 14. August, trifft der amtierende Doublesieger im Supercup im Signal-Iduna-Park auf den BVB. Ist die Truppe trotz US-Marketingstrapazen und EM-Sonderurlaub bis dahin wieder bei einhundert Prozent?

Geht es nach Oliver Schmidtlein, dürfte die Gruppe, die bereits seit 11. Juli trainiert, bereits auf ganz ordentlichem Niveau sein - US-Tour hin oder her. Der Ex-FCB- und DFB-Physio zur tz: "So routinierte Leute wie beim FC Bayern kennen sich aus und wissen, wie man am besten auswärts trainiert. Ausreden gibt es keine, zwei Trainingseinheiten auf dem Platz sind ohne Weiteres möglich."

EM-Fahrer nicht aus dem Level von Lahm und Co.

Oliver Schmidtlein.

Etwas heikler könnte das Ganze schon bei den EM-Fahrern werden. Da Lewy & Co. gerade erst aus dem wohlverdienten Urlaub zurückgekehrt sind, befinden sie sich noch nicht auf demselben Level wie ihre Kameraden und können daher auch noch nicht mit derselben Intensität trainieren wie sie. "Auf die Integration der EM-Fahrer muss spezielle Rücksicht genommen werden, so viel steht fest", erklärt Schmidtlein weiter.

"Sie sollte stufenweise stattfinden, die Spieler werden also nicht von Beginn komplett ins Teamtraining einsteigen. Sie werden teilweise mit der Mannschaft trainieren und teilweise extra, sodass sie sicher herangeführt werden können." Was dem renommierten Physiotherapeuten besonders imponiert: "Dass sie diese Reise und das eine Spiel jetzt nicht zu Anfang ihrer verkürzten Vorbereitung machen müssen, finde ich gut." So wollte es der Trainer, der Neuer & Co. ein paar Tage Extra-Urlaub gab.

Schmidtlein sieht in Länge der Saison kein Problem

Die Saison ist ohnehin lang genug. Zu lang, wenn es nach einigen Fußballern geht, diese Meinung teilt Schmidtlein allerdings nicht. Für ihn gibt es keinen zu langen Spielplan, sondern bestenfalls zu schlechtes Training. "Es gehört einfach dazu", sagte er zur tz. "Und wenn man das Training auch entsprechend plant, dann sehe ich da kein Problem. Natürlich gibt es etwas Schöneres, als elf Tage durch die Staaten zu jetten, aber dafür gibt es eben gute Gründe, schließlich profitieren letzten Endes die Spieler selbst von so einer Vorbereitung."

Verletzungen wie die von Jerome Boateng, Douglas Costa oder Arjen Robben hätten damit absolut gar nichts zu tun, da sie ja auch "unterschiedlich gelagert" seien, so der Experte. In Absprache mit Fitnesstrainern und Therapeuten sollten sich die Spieler selbst fragen, wo ihre Defizite liegen. In die EM seien beispielsweise einige angeschlagene Spieler gegangen, weshalb Schmidtlein anregt: "Vielleicht muss man sich bei der Nominierung eines 23er-Kaders demnächst von vornherein darauf einstellen, dass bei der Spieldichte rotiert werden muss. Auf diese Weise würde die kumulative Belastung während eines Turniers für den einzelnen Spieler weniger."

lop

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